Mit einer App wird dem Mischmeister und dem Betontechnologen in Echtzeit dargestellt, ob qualitative Abweichungen zu erwarten sind, die Anpassungen erforderlich machen. (Quelle: Alcemy)

Betoninstandsetzung

3. November 2022 | Teilen auf:

Mit KI CO2-Fußabdruck von Beton verbessern

Das Start-up Alcemy und der Baustoffhersteller Rohrdorfer erproben in einer gemeinsamen Pilotnutzungsphase, wie sich der CO2-Fußabdruck von Transportbeton verbessern lässt. Dies soll mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) gelingen. Diese prognostiziert die Qualitätsparameter des Betons bereits während der Produktion – anhand spezieller Sensorik-Daten aus Mischanlage und Fahrmischer.

Die so gewonnenen Informationen sollen dabei helfen, die Betone engmaschig zu überwachen, Optimierungspotenzial zu erkennen und auch unter schwierigen Rahmenbedingungen eine gleichbleibende Betonqualität sicherzustellen. Dies sind wichtige Grundlagen, um die CO2-Bilanz der Betone weiter zu verbessern. Die Pilotnutzungsphase startete Anfang September im Rohrdorfer Transportbetonwerk Chiemgau.

Dort werden Produktionsanlagen und Fahrmischer mit einer Sensorik ausgestattet, die Daten vom Mischvorgang bis hin zur Entladung auf der Baustelle lückenlos erfassen kann. Eine KI-Software wertet die Daten aus und sagt die Qualität des Produkts bereits während der Herstellung voraus – ohne die Alcemy-Technologie nimmt eine solche Prognose umfangreiche Prüfverfahren und 28 Tage Zeit in Anspruch. Im ersten Schritt des Pilotprojekts will man sich auf die Aussteuerung der Konsistenz des Betons konzentrieren: Über eine App wird dem Mischmeister und dem Betontechnologen in Echtzeit dargestellt, ob Abweichungen nach oben oder unten zu erwarten sind, die Anpassungen erforderlich machen. Schwankungen in der Konsistenz können nach Angaben von Alcemy auf diese Weise um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Dadurch sind deutlich weniger manuelle Eingriffe des Mischmeisters nötig, was zu einer Verstetigung der Druckfestigkeit und somit geringeren Vorhaltemaßen und Materialeinsparung führt.

Schematische Darstellung zur Einbindung des Alcemy-Steuerungssystems in die Transportbeton-Produktion. (Quelle: Alcemy)

„Der Einsatz künstlicher Intelligenz kann die anspruchsvolle Arbeit des Betontechnologen und der Mischmeister nicht ersetzen, ist aber ein wichtiger Baustein, um die hohen Qualitätsansprüche, die Rohrdorfer an seine Produkte stellt, beizubehalten“, sagt Dr. Saskia Bernstein, Betontechnologin bei Rohrdorfer. „Gleichzeitig können wir einen entscheidenden Beitrag zur Dekarbonisierung des Betons leisten.“ Leopold Spenner, Gründer und CEO von Alcemy, ist von seinem Produkt überzeugt: „Mit unserer KI-Software wurden bereits fünf Millionen Tonnen Zement gesteuert und schon 80.000 Tonnen CO2 eingespart.“ Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 03.11.2022