Für eine rasche und kostenlose Orientierung zur energetischen Sanierung hat das Passivhaus Institut ENBIL entwickelt. Das Online-Programm erstellt mit einigen Informationen zum jeweiligen Gebäude eine vereinfachte energetische Bilanz. Im Anschluss schlägt das Programm eine Reihe von verschiedenen Maßnahmen für energetische Verbesserungen vor.
Mit Hilfe des Programms lässt sich zum Beispiel direkt ablesen, wie hoch die jeweilige Energieeinsparung sein wird, wenn das Dach oder die Außenwände mit einem guten Wärmeschutz versehen oder gute, dreifach verglaste Fenster eingebaut werden. Neben der Wirkung der vorgeschlagenen Maßnahmen bewertet ENBIL auch deren Wirtschaftlichkeit. „Energie wird in den kommenden Jahrzehnten nicht günstiger, im Gegenteil, und der Klimaschutz braucht auch bei Gebäuden noch einen kräftigen Schub. Dabei kommt es hauptsächlich auf den Bestand an. Mit ENBIL wollen wir die ersten Schritte zu einer Sanierung erleichtern, denn der zuverlässige Überblick zeigt, was alles machbar ist und wie viel das ungefähr kostet“, erläutert Jürgen Schnieders vom Passivhaus Institut. ENBIL biete eine gute Orientierung über mögliche Sanierungsarbeiten, die weitere Planung sollte jedoch mit Energieberaterinnen und Energieberatern erfolgen.
Ausgebremst durch Lock-in-Effekt
Damit sich Verbesserungen am Gebäude lohnen, sei es wichtig, günstige Gelegenheiten zu nutzen, so Schnieders weiter. Würden Bauteile ohnehin erneuert oder repariert, dann verursachten hoch energieeffiziente Komponenten nur relativ geringe Mehrkosten, die sich zudem zuverlässig amortisierten. Werde jedoch lediglich eine mittlere energetische Qualität für die neuen Bauteile ausgewählt, dann bleibe die Energieeinsparung hinter den Möglichkeiten zurück, und weder die Bewohner noch der Klimaschutz profitierten davon.
Die Folge der mittleren Qualität sei ein Lock-in-Effekt: Wer zum Beispiel neue Fenster einbaut, die lediglich einen mittelguten Wärmeschutz aufweisen, wird diese früher als eigentlich notwendig kostspielig noch einmal erneuern müssen. „Im Endeffekt ist dann die einmalige Möglichkeit verpasst worden, gleichzeitig Energie und Kosten einzusparen und den Wohnkomfort zu Hause spürbar zu erhöhen“, sagt Schnieders. Wie günstig es sich auswirkt, wenn eine energetische Erneuerung an so genannte Ohnehin-Maßnahmen gekoppelt wird, kann mit ENBIL ebenfalls leicht berechnet werden.
Programm berücksichtigt mögliche Eigenarbeiten
Die Sanierungsvorschläge von ENBIL beinhalten Arbeiten, die versierte Heimwerkende auch selbst ausführen können. Das zeigt das Passivhaus Institut als Teil der Aktion #EnergieEffizienzJETZT . Zu in Eigenarbeit realisierbaren Maßnahmen zählen die Dämmung von Kellerdecke und oberster Geschossdecke. Dass man auch anspruchsvollere Tätigkeiten wie den Einbau einer dezentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung oder die Dämmung der Außenwände eines Einfamilienhauses selbst realisieren kann, hat das Passivhaus Institut ebenfalls demonstriert. Zu diesen Arbeiten und anderen Möglichkeiten, Energie einzusparen, sind ausführliche und praxisnahe Anleitungen in der Wissensdatenbank Passipedia veröffentlicht.
ENBIL-Online-Seminar im August
Wer ENBIL besser kennen lernen möchte, der hat Ende August die Gelegenheit dazu: Beim Passivhaus-Abend „ENBIL – schnell und kostenlos Sanierungsoptionen für Wohngebäude identifizieren“ am Mittwoch, 28. August 2024 stellt Jürgen Schnieders das Energiebilanzierungstool ausführlich vor. Die Teilnahme an dem Online-Seminar ist gebührenfrei. Weitere Informationen zu ENBIL finden Sie hier , zum Passivhaus-Abend hier .
