Der Einsatz von ressourcenschonenden Schlacken ist eine umweltfreundliche und nachhaltige Alternative zur Nutzung natürlich vorkommender Rohstoffe. (Quelle: FEhS)

Betoninstandsetzung

19. May 2022 | Teilen auf:

Mit Eisenhüttenschlacke zu hochtemperaturbeständigem Beton

Betone mit hüttensandhaltigem Zement sowie ungemahlenem Hüttensand und Hochofenstückschlacke als Gesteinskörnungen halten extrem hohen Temperaturen bis über 1.000 Grad Celsius stand. Das ist das Ergebnis eines Forschungsvorhabens des FEhS – Institut für Baustoff-Forschung in Duisburg in enger Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Werkstoffe im Bauwesen der Bergischen Universität Wuppertal.

Betonbauteile für viele industrielle Prozesse, etwa bei der Stahl- oder der Zementherstellung, sind höchsten Belastungen ausgesetzt. Dazu zählen permanent oder wiederkehrend extreme Temperaturen. Zudem sollten sie sich durch positive Eigenschaften im Brandfall auszeichnen. Das genannte Forschungsprojekt des FEhS und der Bergischen Universität Wuppertal hat ergeben, dass dies bei Betonen, deren Gesteinskörnungen aus hüttensandhaltigem Zement sowie ungemahlenem Hüttensand und Hochofenstückschlacke bestehen, der Fall ist: Sie weisen hohe Heiß- und Restdruckfähigkeiten, Zyklenstabilitäten, eine geringe Temperaturleitfähigkeit und eine hohe Resttragfähigkeit auf.

„Schon vor Jahrzehnten konnten Arbeiten des FEhS-Instituts die positiven Temperatureigenschaften von Hochofenstückschlacke als Gesteinskörnung im Beton belegen. Nun ist es uns gelungen, auch mit Hüttensand und Stahlwerksschlacken dazu beizutragen, Beton fit für hohe Temperaturen zu machen“, so die beiden zuständigen Forschungsleiter beim FEhS-Institut, Dr.-Ing. Andreas Ehrenberg und Dr.-Ing Volkert Feldrappe. Die zuverlässige Verwendung in speziellen Betonen und die generell hervorragende Eignung beim Brandschutz, so Thomas Reiche, Geschäftsführer des FEhS-Instituts, unterstreiche den enormen Nutzen von Eisenhüttenschlacken für die Wirtschaft. „Zudem kann damit der Einsatz von natürlichen Gesteinen im Beton reduziert und damit ein wichtiger Beitrag zur Ressourcenschonung geleistet werden.“

Bei der Produktion von Roheisen und Stahl entstehen in Deutschland jährlich rund 12,5 Millionen Tonnen Eisenhüttenschlacken. Je nach metallurgischem Prozess unterscheidet man zwischen Stahlwerksschlacken und Hochofenschlacken, die wiederum zu Hochofenstückschlacken und Hüttensand verarbeitet werden. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des FEhS und hier.

zuletzt editiert am 19.05.2022