Für ein FLiB-Zertifikat müssen die Prüflinge theoretischen wie praktischen Sachverstand beim Durchführen von Luftdurchlässigkeitsmessungen nach geltender Rechtslage nachweisen.
Für ein FLiB-Zertifikat müssen die Prüflinge theoretischen wie praktischen Sachverstand beim Durchführen von Luftdurchlässigkeitsmessungen nach geltender Rechtslage nachweisen. (Quelle: FLiB e.V.)

Luftdichtheit

23. June 2022 | Teilen auf:

Mehr Sicherheit beim Blower-Door-Test

Schon seit 2002 können Anbieter von Blower-Door-Messungen beim Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen (FLiB e. V.) die Prüfung zum „zertifizierten Prüfer der Gebäude-Luftdichtheit“ ablegen. Die Basisinfos rund ums Zertifikat wurden pünktlich zu dessen zwanzigstem Jubiläum neu aufbereitet und gebündelt.

Von Anfang an hatte die Zertifizierung zum Ziel, für einen einheitlichen Standard von Blower-Door-Tests zu sorgen und damit die Qualitätskontrolle am Bau zu verbessern. Zwanzig Jahre später sieht der FLiB noch immer Handlungsbedarf. Viele Luftdichtheitsmessungen würden weiterhin fehlerhaft durchgeführt oder Ergebnisse falsch interpretiert, Prüfprotokolle blieben unvollständig. Kaum jemandem sei bewusst, dass man Fördermittelbetrug begeht, wenn günstige Kredite oder Fördergelder fließen, obwohl der in vielen Fällen vorgesehene Dichtheitstest die Vorgaben der geltenden Messnorm nicht einhält. Um dem einen Riegel vorzuschieben, setzen etwa die Wohnraumförderungsrichtlinien für Schleswig-Holstein sowie die Hamburgische Investitions- und Förderbank darauf, dass Luftdichtheitsmessungen nur von FLiB-zertifizierten Personen vorgenommen werden dürfen.

Mit dem Zertifikat weisen Messende nach, dass sie sich mit den einschlägigen Vorschriften auskennen und eine normgerechte Luftdurchlässigkeitsmessung korrekt durchführen können. Damit verbunden ist ein entsprechendes Qualitätsversprechen an ihre Kunden. „Wer sich seiner Sache sicher ist und mit fünf selbst erstellten Prüfberichten ausreichend Praxiserfahrung nachweist, kann sich direkt zur Prüfung anmelden“, erklärt FLiB-Geschäftsführer Oliver Solcher das Prozedere. Oder aber man besucht zunächst eine vom FLiB anerkannte Schulung, wie sie an mehreren, übers Bundesgebiet verteilten Standorten angeboten wird.

Neue Info-Broschüre erleichtert die Orientierung

Die neue Broschüre „Allgemeine Informationen zur FLiB-Zertifizierung“ beschreibt den Ablauf der zweiteiligen Prüfung und liefert weitere Infos zu Prüfungsvoraussetzungen, Gebühren und sonstigen Rahmenbedingungen des Zertifikats. „Wenig bekannt ist beispielsweise, dass es für Inhaber vergleichbarer Urkunden von anderen Anbietern mehrere vereinfachte Verfahren gibt, um ein Zertifikat des Fachverbands zu bekommen“, sagt Oliver Solcher. Diese reichen, abhängig vom Aussteller des Ursprungsdokuments, von der Teilnahme an einem sogenannten Ringversuch bis hin zur direkten Umschreibung. Eine Liste mit prüfungsrelevanten Schwerpunkten und Beispielfragen enthält die Broschüre ebenfalls. Auf der Website des FLiB findet man unter dem Menüpunkt „Weiterbildung“ viele weitere Informationen zum Thema „Zertifizierung von Messdienstleistern“, so zum Beispiel alle anstehenden Prüfungs-, Schulungs- und Ringversuchstermine.

Beim Aktualisieren des Regelwerks haben die FLiB-Verantwortlichen darauf geachtet, dass solange nötig auch Fragen zur EnEV und der mit ihr verbundenen Messnorm DIN EN 13829 prüfungsrelevant bleiben. Denn aktuell befindet sich die Branche in einer Übergangsphase, in der noch zahlreiche, nach EnEV genehmigte Bauvorhaben laufen. Den praktischen Teil absolvieren die Prüflinge aber in jedem Fall nach der neuen Messnorm DIN EN ISO 9972.

zuletzt editiert am 23.06.2022