Vor 100 Jahren bekam der Architekt Hans Kriener den Auftrag, das St.-Nikolaus-Münster in Überlingen zu sanieren. Aufgrund kapillar aufsteigender Feuchtigkeit war das Mauerwerk sehr angegriffen. Kriener entschied sich daher für eine nachträgliche Horizontalsperre.
Die Mauern des Münsters in Überlingen wurden aus einem Molassesandstein errichtet, der von den umliegenden Höhenzügen geschlagen wurde. Dieser Sandstein von gelblich-grau-grüner Farbe kann nur wenig Druck standhalten und ist sehr saugfähig.
Als Architekt Hans Kriener 1913 den Auftrag zur Sanierung bekam, konnte er an den bemoosten und von Salpeter abgeblätterten Werksteinen erkennen, wie sehr die Feuchtigkeit den Mauern des Münsters zugesetzt hatte (Abb. 1). Das ganze Jahr über hatte nach Berichten ein modriger Geruch im Inneren der Kirche geherrscht. Dieser kam von den verfaulten Steinplatten und Holzfußböden. Denn das Münster wurde auf schwerem Humus errichtet. Zudem hatte es keine Entwässerung. So konnte sich das Wasser auf einer Fläche von 3.000 Quadratmetern gut ausbreiten. Nach der Bausubstanzanalyse war für Kriener deutlich, dass eine umfassende Sanierung nötig war.
Eine Entwässerung wurde angelegt
Um das Münster wurde eine Entwässerungsleitung gebaut. Dazu wurde im Innenraum der Humus 80 bis 100 Zentimeter tief abgetragen (Abb. 2). Auf Pferdewagen wurde die Erde aus dem Münster gekarrt.
Nach diesen umfangreichen Entwässerungsarbeiten und Aufschottern blieb noch ein Übel bestehen. Denn die untersten Schichten der Fundamente der Mauern und Säulen transportierten weiterhin Feuchtigkeit, da sie noch mit dem Boden in Verbindung standen. Um den Feuchtigkeitstransport im Mauerwerk zu unterbinden, wurde eine solide Isolierschicht über allen Mauer- und Säulenfundamenten in horizontaler Ebene eingezogen. Diese wurde in Terrainhöhe eingebracht. Als Isolierungsmaterial wurde ein ein Millimeter starkes Walzblei gewählt, das zwischen zwei Asphaltpappschichten gut eingebettet war.
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