Tanninschaum Bauschaum FNR
Tannin-Schäume haben sehr gute isolierende und schalldämmende Eigenschaften. (Abb.: FNR)

Bauwerkserhaltung 2016-12-16T00:00:00Z Mach Bauschaum aus dem Tannenbaum

Die Herstellung von Tannin-basierten Bauschäumen könnte nachhaltiger werden. Der europäische Forschungsverbund „Biofoambark“ hat gemeinsam mit neun Partnern neue Rezepturen entwickelt, bei denen die Rinde von Kiefern und Fichten verwendet wird – bislang kamen bei der Herstellung Tropenhölzer zum Einsatz.

Dass Schäume auf Basis von Tannin viele Vorteile haben, war schon zu Projektbeginn durch frühere Arbeiten der französischen Partner von der University of Lorraine bekannt. Neben sehr guten mechanischen Eigenschaften zeichnen sie sich unter anderem durch exzellentes thermisches und akustisches Isoliervermögen aus und sind nicht brennbar.

Allerdings wurden solche „Hochleistungs-Tannin-Schäume“ bislang nur aus tropischen Baumarten wie Mimosa und Quebracho hergestellt. In „Biofoambark“ sollten nun Verfahren zur Schaumherstellung aus europäischen Arten erprobt und dabei vor allem das Nebenprodukt Rinde verwertet werden. Zur Herstellung der Schäume entwickelten die Forscher zwei Rezepturen für Tannine aus der Monterey- und der See-Kiefer und eine Rezeptur für Fichtenrindentannin, deren Eigenschaften mit denen aus den tropischen Baumarten im Wesentlichen vergleichbar waren.

Ob sich das Verfahren in Deutschland im industriellen Maßstab umsetzen lässt, hängt unter anderem von den Tannin-Ausbeuten bei der Extraktion aus Fichtenrinde ab. Da man aus Rinde aktuell vor allem Energie gewinnt, empfehlen die Forscher eine Kaskadennutzung zur Vermeidung von Nutzungskonkurrenzen: Nach der Tannin-Extraktion bleiben 80 bis 85 Prozent der ursprünglichen Biomasse übrig, die weiter als Energieträger zur Verfügung stehen.

„BioFoamBark“ wurde im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsaufrufs der europäischen Forschungsnetzwerke ERA-NET WoodWisdom-Net+ und ERA-NET Bioenergy gefördert. Daran waren Partner aus Deutschland, Finnland, Frankreich, Italien, Slowenien und Spanien beteiligt.

Die beteiligten drei deutschen Teilvorhaben der Universität Freiburg, des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme und des Nova-Instituts erhielten Mittel aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Die Abschlussberichte der drei deutschen Teilvorhaben stehen auf der Website der FNR unter folgenden Förderkennzeichen zur Verfügung:

22020511 - Albert-Ludwigs-Universität Freiburg - Koordination und Entwicklung von Schäumen sowie Modifizierung durch Nanocellulose

22020611 - Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme - Vergasung in einem mehrstufigen BioSyn-Reaktor

22020711 - nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH - Technisch-ökonomische Bewertung

zuletzt editiert am 09. April 2021
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