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Die beruflichen Schulen in Preetz wurden umfassend und energetisch saniert. (Alle Abb.: archimage, Meike Hansen, Hamburg)

Gebäude + Energie 2012-08-09T00:00:00Z Luft und Licht zum Lernen

Platzmangel, mangelnde Akustik, unangenehmes Raumklima und schlechte Raumluft behindern das Lernklima in vielen Schulgebäuden. In den Beruflichen Schulen in Preetz ist das jetzt anders. Sie wurden umfassend energetisch saniert.

In den 1970er-Jahren waren die Forderungen an energetische und brandschutztechnische Standards aus heutiger Sicht gering. Das Kasseler Modell war eine weit verbreitete Konstruktionsweise für Schulbauten dieser Zeit, in der auch der Preetzer Schulbau entstand. Fertigteile aus Stahlbeton ermöglichten ein schnelles Errichten von Gebäuden.

40 Jahre später ist die Zeit für eine kosmetische Sanierung und Flächenanpassung gekommen. Im Vordergrund der Sanierung stand aber die Notwendigkeit energetischen Standards, Brandschutz und innenräumlichen Qualitäten auf einen zeitgemäßen Stand zu bringen.

Erweiterung und Modernisierung

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Der 70er-Jahre-Look ist in der Farbengestaltung der Fassade einem modernen gewichen.

Die Außenstelle Preetz II des Berufbildungszentrums Plön umfasst verschiedene Schultypen: das Berufliche Gymnasium, die Berufsfachschule für Sozialpädagogik und die Fachschule für Sozialpädagogik. Die Rundumerneuerung des Schulstandorts an der Kührener Straße fand in zwei Abschnitten statt.

Zunächst wurde mit dem Erweiterungsbau dringend nötiger Platz geschaffen, um die Fachbereiche für Sozialpädagogik unterzubringen. Drei Jahre später begannen die Modernisierungsarbeiten am Hauptgebäude, in dem das Berufliche Gymnasium untergebracht ist.

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Die Konstruktionsweise des Kasseler Modells ist auch nach der Modernisierung sichtbar.

Der Bestand

Das Konstruktionsprinzip des Kasseler Modells - die Trennung von tragenden Teilen und Fassade - wurde bei der Sanierung des Bestandsbaus fortgeführt. Die Art der Ausführung wurde neu interpretiert. Da die Bausubstanz der tragenden Teile noch in einem guten Zustand waren, erhielt man die Grundstruktur der Fertigbauteile. Das Raster, das aus dieser Bauweise hervorging, blieb bestehen. Die Fassade des Gebäudes wurde jedoch erneuert. Als hoch gedämmte Hülle wurde diese um circa einen Meter nach außen und gemäß des heute gültigen Energiestandards vor die tragende Struktur verlegt.

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Viel Tageslicht verleiht dem Bestandbau eine helle und freundliche Atmosphäre.

Neue farbige Fassadenbauplatten und durchgehende Fensterbänder geben dem Gebäude ein modernes Gesicht. Flurbereiche und Klassenräume sind heller und aufenthaltsfreundlicher, seitdem ein Oberlicht und Fensterflächen mehr Tageslicht ins Innere bringen.

Die Möglichkeit einer natürlichen Be- und Entlüftung und Nachtauskühlungs-Elemente bringen zusätzliche Einsparungen im Energieverbrauch. Dadurch wird nur noch ein kleiner Teil der alten Lüftungsanlage benötigt, der im Rahmen der Baumaßnahme erneuert und durch eine dezentrale Anlage ergänzt wurde.

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Der Bestandsbau und der Erweiterungsbau sind durch Farbe und Konstruktion eine Einheit.

Der Erweiterungsbau

Der zweigeschossige Erweiterungsbau von 2008 schließt im Norden an das Hauptgebäude an. Gestalt prägend wirkt hier der Kontrast des langen, klar strukturierten schlanken Riegels im Obergeschoss und der frei geformten Erdgeschosszone. Losgelöst vom Stützenraster der Beton-Tischkonstruktion nehmen die amorphen Raumzellen, sowohl räumlich als auch inhaltlich, eine Sonderstellung ein. Hier befinden sich die Fachräume der Kreisberufsschule.

Bei der Gestaltung der Fassade wurde hier die anstehende Modernisierung des Bestands mit seinen gestalterischen Möglichkeiten im Blick behalten. So wurde bereits im ersten Bauabschnitt die Grundlage für die Errichtung eines einheitlichen Gesamtbildes beider Schulgebäude geschaffen. Um dieses Bild auch räumlich zu unterstützen, nutzt der Erweiterungsbau das vorhandene Treppenhaus und macht es damit zur gemeinsamen zentralen Erschließungszone für beide Schultypen. Auf diese Weise sind der Alt- und Neubau ein zusammengehöriges Ensemble.

Mehr zum Objekt erfahren Sie unter www.trapez-architektur.de

zuletzt editiert am 09. April 2021
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