Ludswigsburger Stadtkirche 01
Der Sockelbereich der Stadtkirche Ludwigsburg wurde umfassend saniert. (Abb.: epasit)

Bauwerkserhaltung 2014-02-10T00:00:00Z Ludwigsburger Stadtkirche saniert

Die Ludwigsburger Stadtkirche wurde als einziges evangelisches Gotteshaus in Württemberg in barockem Baustil errichtet, die Grundsteinlegung erfolgte im Sommer 1718. Rund 300 Jahre später hatten Feuchtigkeit und Versalzung dem Bauwerk schwer zugesetzt. 2013 wurde der Sockelbereich abgedichtet und komplett saniert.

Betreut und technisch unterstützt wurde die Sanierung von Daniel Schlichenmaier und Jürgen Kurz von der epasit Spezialbaustoffe GmbH. Im Herbst 2012 besichtigten sie die Baustelle gemeinsam mit dem zuständigen Architekten Helmut Wallmersperger von der MW Architekten GmbH, Ludwigsburg. Sie entnahmen Proben an den drei Seiten des Gebäudes, die Schädigungen aufwiesen. Diese Proben wurden im Labor gemäß dem WTA-Merkblatt 2-9-04/D auf ihren Versalzungsgrad hin untersucht. Besonders an der Nordseite wies das Mauerwerk stark erhöhte Nitratwerte sowie relativ viel Chlorid und Sulfat auf.

Spannungsreicher Untergrund benötigte Putzträger

Der alte Putz wurde bis auf eine Höhe von rund 180 Zentimetern komplett entfernt und die freigelegte Fläche danach trocken gereinigt. Zum Vorschein kam ein Bruchsteinmauerwerk aus Sandstein. Aufgrund des spannungsreichen Untergrundes und der zu erwartenden dicken Putzschicht befestigten die Verarbeiter Putzträger. Der Haftspritzbewurf mit WTA -zertifiziertem Trockenmörtel wurde mit einer „Putzhexe“ lediglich halb deckend aufgetragen, um im Mauerwerk vorhandene Salze und Feuchtigkeit nicht einzusperren.

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Der gesamte Sockelbereich wird mit Sanierputz überzogen. (Abb.: epasit)

Nachdem der Haftspritzbewurf ausreichend erhärtet war, kam ein Sanierputz in einer Schichtdicke von mindestens 30 Millimetern zum Einsatz. Vertiefungen, Unebenheiten sowie Fugen egalisierte man zuvor mit demselben Material. Aufgetragen wurde der Putz maschinell in mehreren Schichten, die nächste Schicht jeweils am folgenden Tag. Auf die oberste Putzlage trugen die Verarbeiter der Firma Krehl-Kalesse eine grobe Sanierschlämme inklusive Armierungsgewebe auf. Als Oberflächenfinish kam eine entsprechend feine Schlämme zum Einsatz. Der Anstrich erfolgte mit Silikatfarbe.

Sperrputz schützt vor Feuchtigkeit

Im erdberührenden Bereich wurde das Mauerwerk rundum freigelegt. Nach der Reinigung war ein tragfähiger Untergrund vorhanden. Bis 15 Zentimeter oberhalb der Gelände-Oberfläche wurde der Haftspritzbewurf volldeckend angeworfen. Nachdem die Haftbrücke ausgehärtet war, konnten die Verarbeiter die Fläche mit einem Zementsperrputz verputzen. Er wurde in einer Dicke von mindestens 15 Millimetern aufgetragen und nach Verfestigung mit einer flexiblen Dichtungsschlämme zweilagig beschichtet, um das Kirchenfundament vor Feuchte aus dem Erdreich zu schützen.

Bautafel

zuletzt editiert am 09. April 2021
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