Als Reaktion auf den am 12. Mai 2015 von uns veröffentlichten Artikel „Wirtschaftlichkeit von Wärmedämmungen“ hat uns ein Leserbrief erreicht. Er setzt sich kritisch mit der Glaubwürdigkeit von Studien zur Ökologie und Wirtschaftlichkeit von Dämm-Maßnahmen auseinander.
Am 19. Mai schrieb uns Holger Kessler: Der Artikel " Wirtschaftlichkeit von Wärmedämmungen genauer berechnen " gibt mir Anlass zu starker Kritik: Wieder wird die Berechnung von der Dämmstofflobby durchgeführt und garantiert wieder nicht von unabhängiger Seite nachgeprüft. All diese Untersuchungen der Dämmstoffindustrie haben in der Vergangenheit dazu geführt, dass die Gesetzgeber Bauherren und Hausbesitzer zur starken Überdämmung ihrer Neubauten und Bestandsgebäude zwingen. Jeder Bauphysiker weiß, dass eine Dämmung mit mehr als sechs Zentimetern Dicke keinen wirtschaftlichen Nutzen mehr hat.
Bei all den Positivberichten wird immer die Nachhaltigkeit während des Produktions- und Entsorgungsprozesses außer Acht gelassen. Welche Schadstoffe werden bei der Produktion freigesetzt und welche entstehen bei der Entsorgung? Hier fehlt endlich ein unabhängiger Bericht, der sich wirklich kritisch mit dem Gesamtprozess befasst, der nicht von der Dämmlobby beeinflusst wurde. Dies wünsche ich mir von B+B BAUEN IM BESTAND, um ihre Artikel weiterhin ernst nehmen zu können. Auch wird das Schimmelproblem in ihren Berichten immer wieder überdramatisiert: auch ein Steckenpferd der Dämmstofflobby.
Unsere Stellungnahme zum Leserbrief: Als unabhängige Redaktion versuchen wir unseren Lesern immer eine Auswahl von Argumenten aus unterschiedlichen Quellen zur Verfügung zu stellen. Gerade beim Thema Dämmstoffe haben sich die Gemüter in den letzten Jahren stark aufgeheizt. Aus diesem Grund haben wir in jüngster Vergangenheit vermehrt auf Studien hingewiesen, die sich mit Wärmedämmungen beschäftigen. Zwar wurden sie teilweise von der Dämmstoffindustrie beauftragt, sie kommen aber durchaus zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Generell stehen wir auf dem Standpunkt, dass man die Entscheidung für oder gegen das Dämmen immer im Einzelfall abwägen muss. Es ist Aufgabe des Planers, Nutzen und Risiken von Dämm-Maßnahmen für das Einzelobjekt abzuwägen.
Studien zur Wirksamkeit, Wirtschaftlichkeit oder Ökologie von Dämmstoffen können wir selbst leider nicht beauftragen. Wir bemühen uns aber auch beim Thema Dämmstoffe weiterhin eine Auswahl an Quellen anzubieten, die zu einer objektiven Bewertung der Sachlage beitragen können.
Weitere aktuelle Studien zur Wärmedämmung
VDI-Studie zum Ressourcenverbrauch von Dämmmaterialien
Wir bedanken uns für die kritische Stellungnahme und freuen uns weiterhin auf Rückmeldungen unserer Leser zu den von uns veröffentlichten Inhalten. Nehmen Sie hier Kontakt zu uns auf.