Korrosionsschäden an Stahl-Betonbauwerken wirken sich negativ auf die statische Tragfähigkeit des Bauwerks aus. Daher müssen die Schäden rechtzeitig behoben werden. Hierbei kann die Stahlarmierung mit einem Wasserhöchstdruck-Strahlgerät freigelegt werden, um dann weitere, korrosionsverhindernde Maßnahmen durchzuführen.
Starke Umweltbelastungen, mangelhafte Verarbeitung und schlechte Qualität führen oftmals zu Schäden an Betonbauwerken. Besonders problematisch ist in diesem Zusammenhang Stahlbeton, da die eingearbeitete Stahl-Armierung mit der Zeit zu rosten beginnt. Hauptverantwortlich hierfür ist die Carbonatisierung des Betons. Durch Verlust des alkalischen Milieus entsteht Bewehrungskorrosion. Wenn dieser Prozess einsetzt, kann es zu Abplatzungen am Beton kommen.
Um statische Folgeprobleme zu vermeiden, müssen diese Schäden rechtzeitig erkannt und fachgerecht saniert werden. Dabei werden die beschädigten Betonteile entfernt, die Armierung freigelegt und entrostet, vor erneuter Korrosion geschützt und ausreichende Haftzugswerte geschaffen, um neue Materialien aufzutragen. Um den schadhaften Beton zu entfernen und die Armierung freizulegen, kommen diverse Methoden wie Presslufthammer oder Sand- und Wasserstrahlgeräte zum Einsatz. Als schonend für das Bauwerk erwies sich hierbei das Wasserhöchstdrucksystem.

Die Methode wirkt lokal: Durch die geringere Erschütterung beim Betonabtrag mit einem Höchstdruckwasserstrahl wird kaum Körperschall am Bauwerk übertragen. Die Bildung von Spannungsrissen kann so vermieden werden. Zudem wird mit der eingesetzten Wasserkraft die Stahlarmierung weder getrennt noch verletzt. Eine verfahrenstechnische Eigenschaft des Wasserstrahlverfahrens ist die Selektivität. Insbesondere zur Beseitigung minderfester Schichten wirkt dies positiv, da Schwachstellen wie lokale Risse selbstständig aufgespürt und beseitigt werden.
Nach dem Entfernen des schadhaften Betons und dem Freilegen der Stahlarmierung ist der Beton durchfeuchtet und so aufgeraut, dass die notwendigen Haftzugwerte vorhanden sind.
Beim Betonabtrag ist eine genaue Kenntnis der Parameter des Materials für die Bearbeitung wichtig, da die Bewehrung oder Schwankungen innerhalb der zu bearbeitenden Fläche eine entscheidende Rolle spielen können. Das Alter des Betons selbst hat hingegen einen geringen Einfluss. Mit zunehmender Betondruckfestigkeit zeigt sich eine lineare Abnahme der Kerbtiefe. Materialveränderungen des Betons wie Carbonatisierung, Chloridkorrosion oder mangelnde Oberflächenfestigkeit haben ebenfalls eher untergeordneten Einfluss auf die Bearbeitungsergebnisse.
Wenn mit Wasserhöchststrahlgeräten gearbeitet wird, gibt es mehrere Faktoren, die für die mechanische Leistung entscheidend sind: Unter anderem zählen hierzu Wassermenge und -druck sowie das gewählte Wasserwerkzeug. Bei der Betonsanierung kommen Geräte mit einem Wasserdruck von 1.000 bis 2.500 Bar zum Einsatz. Maßgeblich sind jedoch die Fördermenge und das gewählte Wasserwerkzeug.
Werden die Sanierungsarbeiten händisch durchgeführt, ist zu beachten, dass die Rückstoßkraft der Pistole die gesetzliche Obergrenze nicht überschreitet. Zudem müssen die physikalischen Grenzen der Person, die die Arbeit durchführt, berücksichtigt werden. Dadurch ergibt sich beispielsweise bei einem Gerät mit 2.500 Bar eine maximale Fördermenge von 24 Litern in der Minute. Wird die Arbeit mit Robotertechnik durchgeführt, kann diese auch bei weit über 150 Litern in der Minute liegen. Dabei ist eine Führung von Hand jedoch nicht mehr möglich.