Die Propstei Johannesberg bietet am 12. September 2025 ein Seminar mit dem Titel „Optische Bauforensik - Das Unsichtbare sehen“ an. Die Veranstaltung vermittelt Methoden, mit denen auf den ersten Blick nicht auszumachende Schäden und deren Ursachen erkannt werden können.
Was in der Kriminaltechnik funktioniert, hat Eingang in das Bauwesen gefunden. 2013 wurde das interdisziplinäre Fachgebiet der „Optischen Bau-Forensik“ von Prof. Dr. Andreas Rapp an der Leibniz Universität Hannover begründet: Mit Tatortlampen passenden Brillen, Forensikkamera und speziellen Kamerafiltern werden Schäden und deren Ursachen aufgespürt. Schimmel und Wasserschäden sind so in ihrer vollen Ausdehnung erkennbar, selbst dann, wenn sie farblos und getrocknet sind oder einfach überstrichen wurden. Nacharbeiten und Restaurierungen werden lokalisiert.
Mit den Methoden der optischen Bau-Forensik wird auch sichtbar, wenn andere als die ausgeschriebenen Materialien verarbeitet wurden, wenn Mischungsverhältnisse nicht eingehalten wurden oder wenn Arbeitsgänge beziehungsweise Materialien einfach weggelassen wurden – wie zum Beispiel Grundierungen oder Trocknungsbeschleuniger in Estrichen. Die Anwendungen sind vielfältig und der Nutzen ist immens, durch die zerstörungsfreie Früherkennung von Problemen und die Vermeidung kostspieliger Schäden.
Seminarinhalte:
- Grundlagen - Was ist optische Bau-Forensik?
- Welche Geräte werden benötigt?
- Wie funktionieren die unterschiedlichen Techniken der optischen Bau-Forensik?
- Vorstellung von Praxisfällen zu Anwendungen und Nutzen der optischen Bau-Forensik
- Praktische Demonstration der Geräte und Möglichkeiten an Untersuchungsobjekten
- Teilnehmende sammeln eigene Erfahrungen beim „Spielen“ mit Forensiklampen, Filterbrillen und Forensikkamera
Das eintägige Fachseminar wird von Prof. Dr. Rapp geleitet. Der Begründer der optischen Bau-Forensik in Hannover ist selbst Restaurator im Handwerk sowie öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeit >>>
