Dank der Cloud und der neuentwickelten Software, dem „Camur Workspace“, eröffnet sich eine Vielzahl an erweiterten Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten. (Quelle: Protector KKS GmbH)
Dank der Cloud und der neuentwickelten Software, dem „Camur Workspace“, eröffnet sich eine Vielzahl an erweiterten Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten. (Quelle: Protector KKS GmbH)

Betoninstandsetzung

31. March 2022 | Teilen auf:

Korrosion in Echtzeit überwachen

Um den Zustand eines Bauwerks jeder Zeit überwachen und bei Bedarf rechtzeitig Maßnahmen zu dessen Erhaltung ergreifen zu können, hat die norwegische Protector AG ihr Korrosionsmonitoringsystem weiterentwickelt: Das System arbeitet jetzt Cloud-basiert. So lassen sich die Daten zum Zustand der Bausubstanz in Echtzeit per Fernzugriff auslesen und visualisieren.

„Immer wieder hört man von einstürzenden Brücken, Hochhäusern, Garagen oder ähnlichen Bauwerken“, sagt Jürgen Schwab, Geschäftsführer der Protector KKS GmbH, der deutschen Niederlassung der Protector AG. „Die Hauptursache ist dabei in den meisten Fällen die jahrelang voranschleichende und ignorierte Korrosion im Stahlbeton.“ Vielerorts wird zwar die Statik von als gefährdet eingestuften Bauwerken überwacht, doch entsprechende Messungen schlagen häufig erst Alarm, wenn die Korrosion bereits weit fortgeschritten ist – was meist aufwendige und kostenintensive Sanierungen bis hin zu Abrissen nach sich zieht, die bei einem früheren Einschreiten vermeidbar gewesen wären. „Camur III“, das Monitoringsystem von Protector soll dies ermöglichen.

„Korrosion ist ein Vorgang, der von unterschiedlichen Faktoren bedingt wird, wie zum Beispiel Feuchtigkeit, Temperatur und Tausalzen“, erklärt Schwab. „Daher gibt es auch nicht einfach ‚die Korrosionsmessung‘.“ Stattdessen müssen die einzelnen physikalischen Größen jeweils dokumentiert und miteinander in Beziehung gesetzt werden, damit valide Rückschlüsse auf den Korrosionsprozess getroffen werden können. Aus diesem Grund bildet eine umfangreiche Sensorik die Basis des Monitoring-Systems von Protector. Zur Standardausführung zählen dabei feste Bezugselektroden und dauerhafte Potentialmessungen zur Beurteilung der Korrosionswahrscheinlichkeit, ein Makrokorrosionssensor, der den Elementstrom von repräsentativen Bereichen überwacht, sowie je ein Widerstands- und ein Feuchtigkeitssensor, die im Zusammenspiel miteinander Anhaltspunkte zum Durchfeuchtungsverhalten des Stahlbetons geben. Dieses Grundkonzept, mit dessen Hilfe sich bereits maßgebliche Aussagen zum Zustand der Bausubstanz treffen lassen, kann je nach Bedarf durch weitere, auch unabhängige und über das reine Korrosionsmonitoring hinausgehende Sensoren – beispielsweise zur Statik- und Rissüberwachung – ergänzt werden.

Messergebnisse werden in einer Cloud gesichert

Die gesammelten Werte werden über einen Messknoten, der die Kommunikation der einzelnen Sensoren sicherstellt, an einen Controller übermittelt. Diese zentrale Einheit steuert das gesamte System, speichert die Daten und leitet sie schließlich via Ethernet an einen 4G- oder 5G-Router weiter. Von dort aus werden die Messergebnisse an eine Cloud gesendet, wo sie einerseits von Protector selbst überwacht und ausgewertet werden, zugleich aber auch unmittelbar den Nutzern zur Verfügung stehen. „Das ist die größte Neuerung dieser dritten und aktuellen Camur-Generation, die auch mit der Vorgängerversion kompatibel ist“, erläutert Schwab. „Dank der Cloud und unserer neuentwickelten Software eröffnet sich eine Vielzahl an erweiterten Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten.“ Zum einen entfielen nach der Erstinstallation regelmäßige Vor-Ort-Wartungen sowie jeglicher Verwaltungsaufwand. Denn von Software-Updates über das Sicherstellen der Funktionsfähigkeit der einzelnen Komponenten im Rahmen eines Wartungsvertrags bis hin zum Auslesen und Auswerten der Messergebnisse könne Protector alles werkseitig erledigen. Zum anderen hat der Anwender nun die Möglichkeit, sich ortsunabhängig über eine Weboberfläche einzuloggen und die grafisch aufbereiteten Daten zu seinem Objekt live einzusehen. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 31.03.2022