Das „Biokloster“ Plankstetten beendet in diesem Sommer die ökologisch nachhaltige und energieeffiziente Generalsanierung seines denkmalgeschützten Konventgebäudes.
Bei einem Blick hinter die Kulissen erläuterten Abt Dr. Beda Sonnenberg und die verantwortlichen Planer und Architekten die umfangreiche Sanierung. Sie betonten dabei, dass die ökologische Konsequenz der energetischen Sanierungsmaßnahme, besonders unter den Vorgaben des Denkmalschutzes, in der Benediktinerabtei Plankstettten in der öffentlichen Altbausanierung bislang einzigartig sei. Dabei erwiesen sich die Auflagen des Denkmalschutzes manchmal als große Herausforderung.
In enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurde ein Dämmkonzept umgesetzt, bei dem auf dem Dach Holzfasermatten als 20 Zentimeter dicke Dämmschicht und an den Fassaden ein sechs Zentimeter dicker Dämmputz zum Einsatz kamen. Darüber hinaus wurde die Kehlbalkenebene des Dachs mit einer 30 Zentimeter dicken Dämmschicht aus Holzfaserplatten mit Maisstärke als Bindemittel versehen. Sollte diese Dämmung irgendwann ersetzt werden müssen, lassen sich die natürlichen Materialien problemlos wieder dem Kreislauf der Natur zuführen.
Lüftungsanlage gewinnt Wärme zurück
Außerdem versprechen sich die Plankstettener Benediktiner von einem natürlichen Dämmstoff ein gesundes Raumklima. „Dieses wird“, erläuterte der mit der Konzeption der Lüftung betraute Ingenieur Josef Frey, „auch durch das neue Heiz- und Lüftungskonzept spürbar angenehmer. Mit dem Verbrauch CO 2 -neutraler, umweltverträglicher Hackschnitzel, unter anderem aus den klostereigenen Waldbeständen, trägt der Klosterbetrieb im Heizungssektor seit nunmehr über einem Jahrzehnt zur Klimaschonung und Umweltentlastung bei. Dem energetischen Grundgedanken folgend wurde eine Lüftungsanlage mit einem Wärmerückgewinnungsfaktor von 80 Prozent eingebaut.
Auch in der Erzeugung der Gewerbekälte für die Lebensmittelkühlräume beschritt das Kloster Plankstetten seinen eigenen Weg. Verschiedene Wasserquellen, die aus dem Berghang treten, werden an einer zentralen Stelle gefasst. Mit dem ganzjährig zur Verfügung stehenden Wasserstrom wird das Quellwasser für die Abfuhr der Kondensatorwärme der Kühlräume genutzt und so die Kälteaggregate in den Kühlgeräten mit Quellwasser gekühlt.
Im Zusammenhang mit der Generalsanierung wurden darüber hinaus alle betroffenen Dachentwässerungsleitungen zentral zusammengeführt, um das Regenwasser in eine neu errichtete Regenwasserzisterne aufzufangen. Damit wird zum einen die Toilettenspülung im sanierten Gebäude gespeist und zum anderen steht dieses Regenwasser zur Gartenbewässerung zur Verfügung.
Viele regionale Unternehmen erhielten Aufträge
Während der vierjährigen Umbauzeit waren an die 100 Baufirmen verschiedener Gewerke an der über 15 Million Euro umfassenden Sanierungsmaßnahme beteiligt. „70 Prozent der Aufträge konnten trotz vorgeschriebener Ausschreibung an Firmen aus der Region vergeben werden“, berichtete Abt Dr. Beda Sonnenberg. Nur Spezialaufträge wie Aufzüge gingen an Unternehmen außerhalb der Region.
Viel Holz und Naturstein verwendet
Neben Massivholz (Eiche) wurde in allen hochwertigen Fluren und Räumen ausschließlich einheimischer Naturstein (Solnhofener Naturstein) und bei den Außenanlagen Pfraundorfer Dolomit (Kreuzgarten) auf einer Fläche von insgesamt etwa 1.800 Quadratmetern verwendet. Und sogar die Belange des Naturschutzes konnten bei der Generalsanierung berücksichtigt werden: Beherbergt das Kloster doch in seinen Dächern mit bis zu bis zu 1.000 Tieren eine der größten Wochenstuben von Fledermäusen innerhalb der Oberpfalz. Dafür wurden eigene Hangplätze eingerichtet und extra Einflugöffnungen in der Dacheindeckung geschaffen.
Tag der offenen Tür im Juli
Am 20. und 21. Juli 2013, jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr, zeigen die Mönche ihren Gästen zum einen das Ergebnis der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, zum anderen besteht dabei Gelegenheit den Klosterbereich (Klausur) der Mönche – der sonst nicht zugänglich ist – zu besichtigen und kennenzulernen. Gerne geben sie wie auch die Baufachleute ihre Erfahrungen aus der ökologisch-nachhaltigen Altbausanierung an Hausbesitzer, Architekten und Interessierte weiter.
