Das Titelblatt des von der KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erstellten Impulspapiers.
Das Titelblatt des von der KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH erstellten Impulspapiers. (Quelle: Bauindustrie)

Betrieb 2023-11-14T10:00:00Z Klimaverträgliche Vergabe durch eingepreiste CO2-Emissonen

Auf der 2. Nachhaltigkeitskonferenz der Bauindustrie im Oktober standen innovative bauindustrielle Lösungen für den Klimaschutz im Fokus. Insbesondere wurde eine Studie vorgestellt, in der untersucht wurde, inwieweit einen Schattenpreis für CO2-Emissionen, für eine faire und klimaverträgliche Vergabepraxis sorgen könnte.

Die Vizepräsidenten des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie Dr. Matthias Jacob (Implenia) und Tim Lorenz (Vinci Construction/Eurovia) betonten in ihren Grußworten, dass die konsequente Umstellung auf klimafreundliches Bauen nur gelinge, wenn die Politik und die öffentlichen Auftraggeber adäquate Rahmenbedingungen schafften. Im Anschluss daran stellten sie das Impulspapier „Klimaverträglich bauen mit einem Schattenpreis für CO2-Emissionen – Wie die öffentliche Hand Bauprojekte ausschreiben kann, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen“ vor.

Laut Klimaschutzgesetz muss die öffentliche Hand bei ihren Beschaffungen neben der Wirtschaftlichkeit auch den Klimaschutz beachten. Als Vertreter von rund 2.000 Unternehmen des vorwiegend familiengeführten bauindustriellen Mittelstands sowie großer Unternehmen setzen sich der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und seine Mitgliedsverbände (kurz Bauindustrie) dafür ein, dass dies zu fairen Bedingungen geschieht. In Bezug auf die Vergabe seien praxistaugliche Kriterien wichtig, die in einem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand stehen.

Schattenpreis als Lösung

Vor diesem Hintergrund hat der Verband einen gutachterlichen Auftrag an die KPMG Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH vergeben. Ziel war es, aufzuzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten und Beispiele für eine klimaverträgliche öffentliche Beschaffung bereits bestehen und welche Unbekannten einer weiteren Analyse bedürfen. Gemeinsam mit Auftraggebern, Mitgliedsverbänden und Unternehmen entstand so das Impulspapier „Klimaverträglich Bauen mit einem Schattenpreis für CO2-Emissionen – Wie die öffentliche Hand Bauprojekte ausschreiben kann, um ihre Klimaschutzziele zu erreichen.“ In dem Papier wird ein erster vergabe- und haushaltsrechtlich zulässiger Ansatz für den deutschen Markt entwickelt, der mit einem Schattenpreises für CO2-Emissionen arbeitet.

„Es ist wichtig, dass bei öffentlichen Ausschreibungen in Zukunft nicht nur die Bauleistung selbst“, erklärte Tim Lorenz, „sondern auch die durch den Bau beeinflussbaren CO2-Emissionen in Form eines Schattenpreises in die Angebotsbewertung mit einfließen. Der wirtschaftlichste Bieter darf nicht länger der billigste sein. Er muss ein nachhaltiger Bieter sein. Das spornt nicht nur die Innovationskraft der Unternehmen an, sondern vermeidet auch ruinöse Unterbietungswettbewerbe, die heute jeglichen Innovationen im Weg stehen. Voraussetzung dafür sind nachvollziehbare, standardisierte und unbürokratische Nachweise und Abrechnungsverfahren.“ Die Studie „Klimaverträglich bauen mit einem Schattenpreis für CO2-Emissionen“ finden Sie hier .

zuletzt editiert am 15. November 2023
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