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Das Bauhausgebäude in Dessau wurde energetisch saniert. (Abb.: Yvonne Tenschert 2011, Stiftung Bauhaus Dessau)

Gebäude + Energie 2012-03-08T00:00:00Z Klimaschutz im Weltkulturerbe

Stiftung Bauhaus Dessau präsentiert ein energetisch rundum optimiertes Bauhausgebäude. Dabei wurde an der Glasfassade die Einscheibenverglasung ausgetauscht.

Mithilfe von Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II der Bundesregierung konnte die Stiftung Bauhaus Dessau in den letzten Monaten umfangreiche energetische Sanierungsmaßnahmen an ihrem Sitz im historischen Bauhausgebäude in Dessau umsetzen. Insgesamt stellte der Bund dafür rund 3,9 Mio. Euro zur Verfügung. Ziel der Arbeiten war es, die denkmalpflegerischen Ansprüche des Weltkulturerbes mit den Anforderungen einer nachhaltigen Nutzung zu vereinbaren und insbesondere die Energieeffizienz des Gebäudes zu optimieren.

Über 30 Prozent Energieeinsparung prognostiziert

Im Laufe der Sanierungsmaßnahmen am Bauhausgebäude wurden die verschiedenen Gebäude- und Bauteile, das Nutzerverhalten und technische Varianten untersucht und sowohl nach ihren Einspareffekten als auch unter denkmalpflegerischen und gestalterischen Gesichtspunkten geprüft und abgewogen. Im Ergebnis entstand ein Maßnahmenkatalog, der Nutzungsanpassungen mit innovativen technischen Lösungen verbindet. Insgesamt führen die beschriebenen Maßnahmen zu einer prognostizierten Energieeinsparung von über 30 Prozent. Zugleich konnte aber auch das Denkmal stärker auf seine historische Gestalt und Nutzungsorganisation zurückgeführt werden.

Energetische Sanierung und Veränderung der Gebäudenutzung

Basis der Maßnahmen ist die Änderung der Gebäudenutzung. Die Arbeitsräume wurden im Nordflügel konzentriert, in dem auch der Großteil der baulichen Eingriffe stattfand. Der für die Gestalt so zentrale Werkstatt-flügel wurde freigezogen und damit besser für die Öffentlichkeit zugänglich. Diese Nutzung ist saisonal und erlaubt auch größere Temperaturschwankungen, womit der Energieverbrauch ohne physische Eingriffe reduziert werden kann. Ähnliches gilt für die Nebengebäude, wo die Heizungsanlagen rückgebaut wurden und die Lagerräume nur noch über Abwärme temperiert werden.

Die Glasfassade wird energetisch verbessert

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Links sind die neuen Fenster mit Isolierverglasung und thermisch getrennten Profilen. Rechts: Bestand der Fensternachbauten von 1976 mit Einfachverglasung. (Abb.: Yvonne Tenschert 2012, Stiftung Bauhaus Dessau)

Besonders aufwendig gestaltete sich die energetische Verbesserung der Glasfassaden des Gebäudes, die mit ihrer Einscheibenverglasung und ungedämmten Stahlprofilen für einen Großteil der Energieverluste verantwortlich waren. Wesentliche Teile des Nordflügels und Ateliergebäudes sind mittlerweile mit neuen Fensterelementen ausgestattet, die nicht nur ungleich besser isoliert sind, sondern in ihrer Gestaltung auch den Originalprofilen von 1926 erheblich näher kommen. So konnten die Öffnungsmechanismen wieder auf die historische Situation zurückgeführt werden. Die neuen Fenster sind Ergebnis der Zusammenarbeit zweier spezialisierter Handwerksbetreibe aus der Schweiz und den Niederlanden, die mit Lasertechnik und glasfaserverstärktem Kunststoff thermisch getrennte Profile verwirklicht haben. Gemeinsam mit der Schweizer Montanstahl GmbH entwickelte die niederländische Firma MHB bv für die neuen Fenster innovative Stahlprofile aus warm gewalzten Flachprofilen.

Das Konzept wird durch die Photovoltaikanlage ergänzt

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Die Photovoltaik-Anlage ergänzt das. (Abb.: Niklas Nitzschke 2012, Stiftung Bauhaus Dessau)

Das Dach des Bauhausgebäudes und das seiner angrenzenden Nebengebäude wurde mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Die rahmenlosen und besonders flachen Module bilden eine geschlossene Fläche und erlauben so eine kaum sichtbare Nutzung der Dachflächen. Beide Anlagen zusammen erwirtschaften eine Einspeisevergütung von 16.400 ! pro Jahr.

Funkgesteuerte Heizkörper schützen das Denkmal

Mit neuen Pumpen, gedämmten Heizleitungen und einer intelligenten Steuerung für das gesamte Gebäude konnte der Heizenergieverbrauch des Bauhausgebäudes drastisch gesenkt werden, ohne in das Erscheinungsbild des Gebäudes einzugreifen. Durch den Einbau von funkferngesteuerten Heizkörperreglern, die die Programmierung der Heizzeiten von Einzelräumen im Gebäude ermöglichen, konnte die Heizungsanlage an den nutzungsbedingt variierenden Wärmebedarf angepasst werden. Dadurch wurden im Denkmal bauliche Eingriffe beispielsweise zur Anpassung der historischen Strangführung an den heutigen Bedarf oder zur Verlegung von Steuerkabeln an die Heizungsregler vermieden.

Lösung für Klimaschutz und Denkmalpflege

Laut einer Umfrage des Goetheinstituts steht das Bauhausgebäude im Ausland auf der Liste der bedeutendsten Bauwerke Deutschlands an siebter Stelle. "Es gibt", so der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, "keinen besseren Ort, um exemplarisch vorzuführen, wie die weltberühmte klassische Moderne aktualisiert werden kann.

zuletzt editiert am 09. April 2021
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