Ein Energieausweis mit einem kleinen Modellhaus und Euro-Geldscheinen und -münzen im Hintergrund.
Ein Energieausweis ist Pflicht für Immobilienverkäufer – und die mit einer Einstufung in eine bessere Energieeffizienzklasse verbundene Wertsteigerung ihrer Immobilie ist für 47 Prozent der Haus-Wohneigentümer ein Motiv, eine energetische Sanierung anzugehen. (Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de)

Gebäude + Energie 2025-12-18T11:01:54.098Z Jede Menge energetische Sanierungen geplant

Die Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende“ der Sirius Campus GmbH hat wieder erneut gezeigt, dass das Interesse an energetischen Sanierungen in Deutschland groß ist: Rund 6,2 Millionen und damit 15 Prozent der deutschen Haushalte haben konkrete Pläne, eine oder mehrere Maßnahmen in den nächsten fünf Jahren durchzuführen.

Allerdings war das schon 2024 so: Auch im vergangenen Jahr hatten sich 15 Prozent der 41,3 Millionen (Mio.) deutschen Haushalte vorgenommen, den energetischen Zustand ihrer Immobilie in den nächsten fünf Jahren zu verbessern. Mit 3,3 der 12,3 Mio. Haus-Wohneigentümern (27 %, 2024: 29 %) und 1,2 der 5,0 Mio. Wohnungs-Wohneigentümern (24 %, 2024: 21 %) hat 2025 rund jeder vierte Wohneigentümer mindestens ein Sanierungsvorhaben im Blick. Unter den 5,7 Mio. privaten Vermietern gibt es mit 1,5 Mio. (26 %) aktuell deutlich mehr Investitionsplaner als noch im Vorjahr (2024: 21 %). Weiterhin sind Pläne zur Stromgewinnung durch PV-Anlagen mit 16 Prozent unter allen Haus-Wohneigentümern am häufigsten (2024: 18 %). Auf dem zweiten Platz in der Beliebtheit der Maßnahmen stehen bei Hausbesitzern Wärmedämmungen (12 %, 2024: 14 %), gefolgt von rund 900.000 (8 %), die eine effizientere Heizung einbauen wollen. Darunter ziehen fast zwei Drittel (61 %) die Installation einer – derzeit noch – förderfähigen Heizung wie zum Beispiel einer Wärmepumpe, eines Nah- oder Fernwärmeanschluss oder einer Holzpellets-Heizung in Betracht. Nur ein Viertel (25 %) setzt weiterhin auf fossile Heizsysteme und rund ein Fünftel ist noch unentschlossen. Für die Sirius Campus Marktuntersuchung „Monitor zur Energiewende“ wurden 2.236 Online-Interviews mit Wohneigentümern, privaten Vermietern und Mietern einer repräsentativen Haushaltsstichprobe im September 2025 durchgeführt. 

Nachfrageschub bei der Wärmepumpe 

Im Rückblick auf die letzten fünf Jahre haben förderfähige Heizsysteme vor allem im aktuellen Jahr einen deutlichen Schub erfahren. So berichten 47 Prozent der Haus-Wohneigentümer von der Installation einer förderfähigen Heizung, meist einer Wärmepumpe. „Zufriedene Vorbilder in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis und die zunehmende Bekanntheit der Förderungen haben vor allem den Wärmepumpen einen Nachfrageschub bereitet“, sagt Dr. Oliver Gaedeke, Geschäftsführer von Sirius Campus. „Die Unsicherheiten über die Fortführung von Förderungen energetischer Heizsysteme werden die kurzfristige Nachfrage nun sicherlich noch steigern.“ 

Vorzeigeprojekte im sozialen Umfeld helfen 

Am häufigsten sehen Haus-Wohneigentümer in der Reduktion der Energiekosten (54 %) und der Wertsteigerung ihrer Immobilie (47 %) Vorteile, die für eine energetische Sanierung sprechen. Die Unabhängigkeit von Energiepreisen (38 %) und der Klimaschutz (32 %) werden zu rund einem Drittel als weitere Vorteile genannt. Durch die Ansprache von Nachbarn oder Freunden und Kenntnisse zum Gebäudeenergiegesetz (GEG) und anderer Förderprogramme steigt das Interesse an einer energetischen Sanierung in den privaten Haushalten deutlich an. Aber nur ein Viertel (25 %) der Haus-Wohneigentümer hat sich bereits mit dem GEG beschäftigt (2024: 22 %). Fast alle privaten Investoren, die bereits eine oder mehrere energetische Sanierungsmaßnahmen durchgeführt haben, sind mit dem Ergebnis zufrieden (94 %), zwei Drittel (65 %) sind sogar begeistert. Deswegen empfehlen Investoren ihre positiven Erfahrungen im Durchschnitt zweimal an Nachbarn oder Bekannte weiter. „Vielen Hausbesitzern fehlt es an Vorstellungskraft, wie Wärmepumpen funktionieren oder eine Wärmedämmung das Raumklima verbessert. Da helfen neben einer anschaulichen Beratung auch Vorzeigeprojekte im sozialen Umfeld“, macht Dr. Gaedeke deutlich. 

Optimistische Einstellung zur Energiewende wächst 

Insgesamt mehr als die Hälfte (55 %) der privaten Haushalte glaubt inzwischen, dass Strom und Wärme in Deutschland bis zum Jahr 2045 zu über 90 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt wird. Deutlich mehr als noch vor zwei Jahren (2023: 47 %). Insgesamt ist die optimistische Einstellung zur Energiewende seit zwei Jahren von 34 auf 40 Prozent gestiegen. Vor allem Jüngere und Familien sind mit Blick auf die Energiewende optimistischer. Es gibt nur noch 16 Prozent Pessimisten (2023: 20 %), die deswegen auch passiv bleiben: Nur sieben Prozent der Pessimisten planen energetische Sanierungen in den nächsten fünf Jahren. Unter den Optimisten ist dieser Anteil mit 20 Prozent am höchsten. „Die zunehmende Überzeugung von der Energiewende steigert auch den Mut der Wohneigentümer, mit Sanierungen den richtigen Weg einzuschlagen. Dies sollte nicht mit einer Aushöhlung der Regeln und Förderungen im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz untergraben werden“, fordert Dr. Gaedeke. Weitere Informationen >>>

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zuletzt editiert am 18. Dezember 2025