Rund 100 Delegierte der Mitgliedsunternehmen des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme (FV WDVS) haben sich am 7. und 8. Juni 2016 zur Jahrestagung in Wiesbaden getroffen. Thema waren unter anderem aktuelle technische Details.
Im letzten Jahr hatte der Verband eine neue Technische Systeminfo für Brandschutz vorgelegt. Auf deren Basis werde man nun, erläuterte Geschäftsführer Ralf Pasker, eine auf die Ausführung vor Ort abzielende Anwendungsbroschüre „fürs Handschuhfach“ in Angriff nehmen. Heiko Werf, Vorsitzender der Öffentlichkeitsarbeit stellte den europäischen „Energy Saving Guide 2016“ vor.
Neue Mitglieder begrüßt
In Wiesbaden konnten Vorstandsvorsitzender Rüdiger Lugert und Ralf Pasker drei neue außerordentliche Mitglieder im FV begrüßen: die Baukom Bauprodukte GmbH (Sinsheim), die Schöck Bauteile GmbH (Baden-Baden) und den Verband der Holzweichfaserdämmstoffe VHD (Wuppertal).
Neu im Vorstand begrüßt wurde Jens Schmidt (EJOT Baubefestigungen GmbH), der die außerordentlichen Mitglieder vertritt. Verabschiedet aus diesem Gremium haben die Mitglieder Ingo Fuchs (Remmers GmbH), der seit 2003 verschiedene Ressorts im Vorstand des FV betreut hat, seit 2009 die Innendämmsysteme. Dieses Ressort betreut Dr. Andreas Weier (Sto SE & Co. KGaA) interimsweise mit.
Matthias Brox, Vorstand Technik im Verband, und Ralf Pasker präsentierten den neuesten Stand in Sachen Technik:
- die Veröffentlichung der neuen Technischen Richtlinie Innendämmsysteme (IDS) steht kurz bevor, eine Schulungspräsentation wird folgen
- Qualitätsrichtlinien für WDVS mit den Dämmstoffen EPS, Mineralwolle und Polyurethan sind inhaltlich erarbeitet und werden die Basis bilden für ein Qualitätssicherungssystem mit eigenem Siegel zur freiwilligen Kennzeichnung
- es arbeiten inzwischen eigene Projektgruppen zu Befestigungslösungen, zur Überführung der ETAG 014 in ein European Assessment Document (EAD) sowie zu Profilen und Abdichtungen
- der Prozess einer europäischen Normung für WDVS läuft weiter, eine Veröffentlichung der Norm vor 2019 erscheint derzeit unwahrscheinlich
- zur Umsetzung des EuGH-Urteils hat der FV eine umfangreiche Stellungnahme an die zuständigen Stellen verschickt mit den Zielen:
- Keine Absenkung von Sicherheitsniveaus für Gebäude
- Keine Einschränkung von Anwendungsbereichen für bewährte Systeme
- Keine Ungleichbehandlung von WDVS mit abZ und WDVS mit ETA. - die EPDs für WDVS werden aktualisiert und zur BAU 2017 vorgestellt
- die Recycling-Pilotanlage für das CreaSolv-Verfahren für EPS und XPS läuft ab 2018; der FV WDVS und die EAE sind am Projekt beteiligt
- der FV arbeitet auf der Grundlage der Anfang 2015 vorgestellten Forschungsergebnisse an der weiteren Detaillierung von Lösungskonzepten zum Rückbau und Recycling von WDVS mit allen verwendeten Dämmstoffen
Viele dieser Aspekte aus den Bereichen Qualität im System, Baurecht, Architektur und Umwelt werden auch Gegenstand des 2. Techniktages Dämmsysteme sein, den der FV WDVS am 3.11.2016 in Berlin veranstaltet.
Keine Verschärfung der ENEV für den Bestand erwartet
Im Vortragsteil der Jahrestagung erläuterte Dr. Frank Heidrich (Abt. Energieeffizienz im Bundeswirtschaftsministerium) die aktuellen Pläne und Programme der Bundesregierung zur Umsetzung des Nationalen Aktions-planes Energieeffizienz (NAPE). Dass es in absehbarer Zeit eine steuerliche Abschreibungsmöglichkeit für energiesparende Maßnahmen der Gebäudehülle geben wird, ist nach Dr. Heidrichs Worten unwahrscheinlich. Teile der Politik, aber auch am Bau beteiligte Verbände argumentierten in Berlin dagegen. Die Novelle der EnEV sei bis Ende 2016 zu erwarten. Bei Maßnahmen im Bestand seien – wie bereits bei der letzten Novellierung keine Verschärfungen zu erwarten. Am Prinzip der Technologieoffenheit soll festgehalten werden. Langzeitziel der Regierung bleibe ein klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050. Schwerpunkte der aktuellen Förderung liegen aktuell eher im Bereich der Haus- und Anlagentechnik. Wärmedämmung als Maßnahme im Bestand wird laut Dr. Heidrich durch die bestehenden KfW Programme „gut abgedeckt“.
