Im Juni werden 300 kleine und mittelständische Unternehmen zum „Innovationstag Mittelstand“ in Berlin erwartet. Sie präsentieren Eigenentwicklungen aus den ihren Labors und Forschungsabteilungen. Dabei: Ein System für den Einsatz von Textilien an Fassaden und ein innovatives Messgerät für Feuchteschäden.
Mehrheitlich verdanken die erfolgreichen Hightech-Innovationen ihre Existenz einer Projektförderung durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des BMWi (Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie). Das Bundesprogramm kann mittlerweile auf eine zehnjährige Erfolgsbilanz zurückblicken. Für über 800 Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Baubereich wurden den Unternehmen seit 2008 insgesamt mehr als 100 Millionen Euro Fördergelder bewilligt. 2017 wurden mit über 12 Millionen Euro gut 80 neue Projekte initiiert. Bundesweit erweist das ZIM sich als aktueller Impulsgeber, erreicht besonders viele kleine und junge Unternehmen. Von den Mitteln profitieren Projekte aus allen Technologiegebieten, adressiert werden oft Zukunftsfelder wie Leichtbau, Green Economy, Industrie 4.0 und weitere Digitalisierungstechnologien. Beim vom BMWi ausgerichteten „Innovationstag Mittelstand“ stellen die Unternehmen ihre Innovationen vor.
Weben für die Fassade
Der Einsatzbreite von Textilien sind offenbar auch am Bau keine Grenzen gesetzt. Das zeigt ein von den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF) innerhalb eines ZIM-Kooperationsprojektes mit der Ettlin Spinnerei und Weberei Produktions GmbH & Co. KG aus Ettligen entwickeltes Baukastensystem für den Einsatz von Textilien an Fassaden. Nach den Worten von DITF-Teamleiter Bastian Baesch geht es bei dem mit über 173.000 Euro unterstützten Vorhaben vorrangig um energie- und strahlungstechnisch wirksame Gewebestrukturen für das Sonnenlicht- und Wärmemanagement. Damit lassen sich je nach Jahreszeit und Himmelsrichtung bei minimalem Materialeinsatz Wärme- beziehungsweise Lichtenergie in den Gebäuden einsparen.
Neue Messtechnologie entwickelt
Ein neuartiges Messsystem zur exakten Ursachenermittlung von Feuchteschäden an Gebäuden stellen das Institut für Prozessmesstechnik und Innovative Energiesysteme der Hochschule Mannheim und das IGB Ingenieurbüro Katzschmann in Berlin vor. Institutsleiter Prof. Dr. Matthias Rädle betonte, für dieses Messsystem, bei dem modernste Nah- und Mittelinfrarot-Kameratechnik eingesetzt werden, habe sich die ZIM-Förderung durch das BMWi in Höhe von rund 350.000 Euro „außerordentlich bezahlt gemacht“. Wilhelmina Katzschmann unterstrich, ohne die Förderung und das enge Zusammenwirken mit der Hochschule wäre es für ihr kleines Unternehmen nicht möglich gewesen, dieses Messsystem zu erarbeiten.
Sanieren mit Strohballen
Aus Sachsen-Anhalt kommt vom Technologie- und Gründerzentrum Jerichower Land ein innerhalb eines ZIM-Netzwerkes entwickeltes neues Produkt, bei dem aus Strohballen Bausteine für die Sanierung und den Hausbau hergestellt werden sollen.
Zahlreiche weitere beim Innovationstag präsentierte, umsatzträchtige Neuerungen entstanden als Ergebnis der Vorlaufforschung im Rahmen der BMWi-Programme Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF) und Innovationskompetenz (INNO-KOM). Darüber hinaus präsentiert das BMWi weitere Unterstützungsmöglichkeiten seiner verzahnten Programme, etwa Angebote für Start-Ups und im Venture-Capital-Bereich.
Plattform für Information und Dialog
Damit ist der Innovationstag auch eine Bühne für das verbreiterte und verstärkte Portfolio ineinandergreifender innovationspolitischer Unterstützungsmaßnahmen, zu dem sich die Besucher umfassend informieren können.
Die Hightech-Show bietet zudem eine ideale Plattform für den Dialog zwischen Wissenschaftlern, Unternehmern, Politikern, Journalisten und interessierter Öffentlichkeit. Auch in diesem Jahr wird wieder mit rund 1.800 Besuchern gerechnet. Neben thematisch vielfältigen, oft erstaunlichen Exponaten erwartet sie ein interessantes Vortragsprogramm zu aktuellen Fragen der Innovations-Entwicklung. An transnationaler Kooperation interessierten Mittelständlern bietet die International Area unter anderem ein Partnering Event. Dort finden sich auch Erstanlaufstellen zur Anbahnung grenzüberschreitender Innovationsprojekte, etwa unter Nutzung des 2018 gestarteten Pilotprojekts einer internationalen ZIM-Netzwerkförderung.
Die Veranstaltung findet auf dem Parkgelände der AiF Projekt GmbH in Berlin-Pankow statt, die vom BMWi mit der Projektträgerschaft für ZIM-Kooperationsprojekte beauftragt ist.
Weitere Informationen bietet die Projekthomepage des BMWi .
