Der Dresdner Zwinger gehört zu den bekanntesten Barockdenkmälern des Landes. Im Bauabschnitt Mathematisch-Physikalischer Salon entschieden sich die Verantwortlichen für eine Innendämmung mit Calciumsilikatplatten.
Sandstein hat einen geringen Dämmwert. Der Dresdner Zwinger ist aus Sandstein errichtet. Eine Dämmung des Barockbauwerkes soll jetzt dafür sorgen, dass die Energiekosten sinken. Kondensation auf den Sandsteinwänden barg zudem das Risiko einer Schimmelbildung. Um Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden, entschied man sich für ein mineralisches Baustoffsystem. In Teilen des Mathematisch-Physikalischen Salons sowie den angrenzenden Wirtschaftsräumen wurden mehr als 450 Quadratmeter "epatherm"-Platten in einer durchschnittlichen Stärke von 50 Millimetern verbaut.

Verarbeitung des Innendämmsystems
Die Mitarbeiter der Augsburg C. Bau GmbH, Dresden, glichen zunächst vorhandene Unebenheiten mit dem Kalkputz "mpm1" aus. Anschließend wurden die grundierten Calciumsilikatplatten mit dem dazugehörigen Systemkleber an den Innenflächen der Außenwände beziehungsweise an die Decken montiert. Die ursprüngliche Optik der Putzflächen wurde mit einem Innenspachtel, zweilagig mit eingebettetem Systemarmierungsgewebe, erstellt.
Sanierung des Salons

Der Mathematisch-Physikalische Salon ist einer von vier Eckpavillons des Zwingers, die durch Bogengalerien verbunden werden. Faunkonsolen schmücken die Fassaden der Bogengalerien im Bereich des Souterrain. Zwischen dem Salon und dem auffälligen Kronentor liegt die Langgalerie O. In den aus Sandstein erbauten Gebäudeteilen Bogengalerie K, Grottensaal, Langgalerie O und Pavillon F wurden die Innenseiten der Außenwände in den Schildbögen über den Fenstern sowie die Leibungen der großen Holzfenster energetisch saniert. Die Rundbogen der Fenster erforderten einen exakten Zuschnitt der Dämmplatten. Zwischen Platten und Fensterrahmen brachten die Verarbeiter ein offenporiges Anschlussband an. Feuchtigkeitsschäden und der sogenannte "Fogging"-Effekt werden dadurch verhindert. Trotz filigraner Zuschnitte konnte manche mit Stuckelementen verzierte Passage nicht komplett mit Platten versehen werden. Diese Arbeiten glichen die Verarbeiter in Absprache mit der Bauleitung mit Klimaputz aus.

Sanierung der Wirtschaftsgebäude
Beim "Anbau R" handelt es sich um angrenzende Wirtschaftsräume aus den 1920er-Jahren, gemauert aus circa 60 Zentimeter starkem Ziegelmischmauerwerk. Die Wände sanierte man analog zum Salon, maroder Putz wurde entfernt, die Wände neu verputzt und mit Calciumsilikatplatten gedämmt. Die Platten entsprechen der Brandverhaltensklasse A1. Im Deckenbereich wurden die Platten sowohl verklebt als auch verdübelt, aufgrund der Brandschutzbestimmungen verwendeten die Verarbeiter zugelassene Tellerdübel aus Edelstahl.

Um Wärmebrücken zu vermeiden, verschloss man die Dübellöcher mit Zuschnitten aus den Dämmplatten, den sogenannten "energetischen Kapselungen". Teilweise bestand die Decke aus unebenen Betondielen, dort schufen die Verarbeiter mithilfe eines Putzträgergewebes aus Edelstahl zunächst eine ebene Fläche und verputzten diese mit Kalkzementputz.