So sehen die zuvor ölverschmutzten Böden der Produktionshallen der Steiner GmbH & Co. KG nach der Sanierung aus. (Quelle: Roland Reger / Steiner GmbH & Co. KG / StoCretec)

Bauwerkserhaltung

12. October 2022 | Teilen auf:

Industrieboden-Sanierung: Eine Alternative bei Ölverschmutzung

Verölte Industrieböden werden im Regelfall abgetragen und neu aufgebaut. Diese Art der Sanierung verursacht hohe Kosten, lange Ausfallzeiten und viel Sondermüll. Es gibt eine wirtschaftliche, umweltfreundliche und sichere Alternative: intensives Reinigen mit einem Ölentferner und nachfolgendes Grundieren mit einem speziellen Epoxidharz.

Die Steiner GmbH & Co. KG produziert in Wehingen Kalt- und Warmpressteile aus Edelstahl, zum Beispiel Überwurfmuttern und Schneidringe. In mehreren Produktionshallen war der Boden zu sanieren. Bei der Begehung zeigte sich, dass selbst die modernen Hightech- Maschinen des Unternehmens den Boden mit Ölen, öligem Kühl- und Schmierwasser und anderen ölhaltigen Flüssigkeiten verunreinigt hatten.

Die Grundierung „StoPox HVP O“ verhindert, dass Ölreste aus den Kapillaren des Betonuntergrundes an die Oberfläche gelangen. So gewährleistet es eine konventionelle Neubeschichtung, ohne den ölverschmutzten Beton vorher abtragen zu müssen. (Quelle: Step-Ani-Motion / StoCretec)

Üblicherweise werden derart verunreinigte Böden zunächst abgetragen und anschließend ein neuer tragfähiger Untergrund hergestellt, denn kapillar aufsteigendes Öl verhindert eine konventionelle Beschichtung. Der Bauherr entschied sich jedoch gegen diese kostenintensive und mit langen Ausfallzeiten verbundene Sanierung und wählte eine Alternative: Durch gründliche Reinigung des verunreinigten Bodens mit „HVPO Ölentferner“ von Schencking & Bury und nachfolgende Grundierung mit dem Epoxidharz „StoPox HVP O“ von StoCretec entstand ein tragfähiger Untergrund.

Grundierung dringt in die Kapillaren ein und bildet eine Sperre

Der Fachbetrieb Roland Reger Fußbodentechnik entfernte im ersten Schritt die mit Öl verunreinigte Schmutzkruste. Danach wurde der Boden kugelgestrahlt. Im nächsten Schritt wurde der „HVPO Ölentferner“ aufgetragen und mit Wasser in den Boden eingebürstet. Die Kapillarwirkung transportierte die Micro-Ölpartikel an die Oberfläche. Das Öl-Schaum-Gemisch wurde mit einem Nasssauger entfernt. Den mattfeuchten, gereinigten Boden grundierte das Unternehmen mit dem Epoxidharz. Die Grundierung dringt in die freien Kapillaren ein und bildet eine Sperre gegen das aufsteigende Öl. Die Fläche wurde final mit Quarzsand abgestreut.

Diese Methode ermöglicht eine wirtschaftliche und dauerhafte Instandsetzung von ölverschmutzten Industrieböden. Sie lässt sich einfach und schnell durchführen, ohne Hochdruckreiniger, Fräs- oder Stemmwerkzeuge. Es entstehen also keine Sprühnebel. Staubentwicklung und Erschütterungen werden minimiert. In der Produktionshalle belassene Maschinen und Ausrüstungen sind durch die Arbeiten nicht gefährdet. Verölte Böden müssen nicht zurückgebaut werden, die Menge an Sondermüll wird reduziert, Entsorgungskosten gespart.

zuletzt editiert am 12.10.2022