Bei Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten werden häufig alte, schadhafte Holzkonstruktionen vorgefunden. Gewöhnlich werden diese Hölzer durch neue Balken ersetzt oder verstärkt. Mit der Wahl geeigneter Holzwerkstoffe können jedoch Lösungen angeboten werden, die gegenüber der herkömmlichen Sanierungsweise zusätzliche Vorteile bieten.
Da Holzbalkendecken sowohl bei Holzbauwerken als auch in gemauerten Gebäuden vorkommen, bietet sich ihre Sanierung als Beispiel für den Einsatz unterschiedlicher Holzwerkstoffplatten an. Bei Holzwerkstoffen handelt es sich um Produkte, zumeist Platten, die durch Zerlegen des Holzes und anschließendes Zusammenfügen entstehen. Für das Zusammenfügen werden in der Regel Klebstoffe verwendet.
Ausgangspunkt für Holzwerkstoffe ist massives Holz, das zu Spänen, Fasern, Furnieren oder Brettern zerkleinert wird. Durch das Verkleben von Spänen entstehen Span- und OSB-Platten. Werden Furniere verklebt, heißen die neuen Produkte Sperr- und Furnierschichtholz. Durch Verkleben von einzelnen Brettern miteinander erhält man Brettsperrholz.
Die Eigenschaften dieser Holzwerkstoffe sind abhängig vom Ausgangsmaterial (Holzart), eventuellen Zusatzstoffen, dem Kleber und der Ausrichtung des Ausgangsmaterials bei der Verklebung. Für den Baubereich regeln Normen und Zulassungen die Verwendbarkeit der Produkte.
Die Vorteile der Holzwerkstoffe gegenüber dem Vollholz sind ihre technischen Eigenschaften, das Aussehen und die Produktabmessungen. Als Beispiel seien hier die Plattendimensionen von OSB-Platten oder Furnierschichtholz genannt, die im Endlosverfahren hergestellt werden und daher bei Plattenbreiten bis zu 2,50 Meter länger als zehn Meter sein können.
Im Sanierungsbereich eröffnen besonders die technischen Eigenschaften neue Einsatzgebiete für Holzwerkstoffe. Durch das Zerkleinern des Ursprungsmaterials können Schwachstellen wie Äste aussortiert werden, so dass der spätere Holzwerkstoff eine homogene Struktur besitzt. Ebenso können Furniere entsprechend ihrer Rohdichte sortiert werden, um einen positiven Einfluss auf die Festigkeitseigenschaften der Werkstoffplatte zu bewirken.
Holzwerkstoffe haben gute Festigkeit in Längs- und Querrichtung
Betrachten wir an dieser Stelle die Festigkeitseigenschaften von Massivholz und von einigen Holzwerkstoffen: Ein massiver Holzbalken weist durch seine natürliche Wuchsform hohe Festigkeit in Faserrichtung (Längsrichtung) auf. In Querrichtung hingegen wird der Faserverband leicht auseinandergerissen, so dass ein Balken in Querrichtung statisch kaum belastbar ist.
Bei Sperrholz und OSB-Platten nutzt man die hohe Festigkeit in Faserrichtung. Die Späne oder Furniere werden gezielt in Längsrichtung und Querrichtung miteinander verklebt. Damit erhalten diese Produkte gute Festigkeitswerte in Längs- und Querrichtung.
