An der Bergischen Universität Wuppertal wird gerade untersucht, wie die Dämmeigenschaften von Holzfaserdämmplatten optimiert werden könnten. (Quelle: Gutex Holzfaserplattenwerk H. Henselmann GmbH & Co. KG)

Außendämmung

5. January 2023 | Teilen auf:

Holzbasierte Dämmstoffe optimieren

Die Optimierung holzbasierter Dämmstoffe steht im Vordergrund eines neuen Forschungsprojekts der Bergischen Universität Wuppertal. Claudia Totzeck, Juniorprofessorin für kontinuierliche Optimierung, will die Mikrostruktur hochporöser Holzfaserdämmplatten verbessern, um ihre Wärmeleitfähigkeit weiter zu senken.

Holz- und andere Zellulosefaserdämmstoffe sind die am häufigsten verwendeten Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen. Im Vergleich zu konventionellen Dämmstoffen wie Mineralwolle und Hartschäumen ist ihre Wärmeleitfähigkeit jedoch im Allgemeinen höher und somit ihre Wärmedämmung geringer.

„Herstellungsbedingt ist die Wärmeleitfähigkeit durch die Verteilung und Orientierung der Zellulosefasern stark richtungsabhängig und die Mikrostruktur enthält neben Einzelfasern auch Faserbündel unterschiedlicher Größe“, erklärt Claudia Totzeck. Deshalb sei die genaue Vorhersage der Wärmeleitfähigkeit sowie die weitere Optimierung der Plattenstruktur gerade für diese Klasse von Holzfaserdämmstoffen schwierig.

Unterschiedliche Methoden sollen kombiniert werden

Man könne aber die Richtungsabhängigkeit der Zellulosefasersysteme nutzen und gezielt unterschiedlich große Faserbündel mischen, so Totzeck, und so die Wärmeleitfähigkeit verringern. Um dies zu erreichen will Totzeck Methoden des maschinellen Lernens, geometrische Strukturmodellierung anhand von Bilddaten und numerische Verfahren für die effiziente Simulation des Wärmetransports inklusive Wärmestrahlung mit Optimierungsmethoden kombinieren. Dazu wird ein zweiskaliges Strukturmodell für Holzfasermaterial entwickelt, das es ermöglicht, moderne Optimierungsverfahren anzuwenden und damit schlussendlich die Struktur hochporöser Holzfaserdämmstoffe zu optimieren.

Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik, die TU Kaiserslautern, die Martin-Luther-Universität Halle sowie die Unternehmen STEICO SE, Fagus-GreCon Greten GmbH & Co. KG und MAJA-MÖBELWERK GmbH. Das auf drei Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert; der Wuppertaler Anteil liegt bei rund 204.000 Euro. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 05.01.2023