Eine Gruppe von Menschen steht vor einem Holzgebäude und diskutiert über das Projekt "Woodscraper".
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.) und Jörg Finkbeiner, Geschäftsführer von Partner und Partner Architektur, auf der Woche der Umwelt 2024: Am 1:1-Modell einer Gebäudeecke wird das von der DBU geförderte Konzept der „Woodscraper“ erklärt. (Quelle: Peter Himsel/DBU)

Nachhaltigkeit 2025-03-06T11:04:17.324Z Hoch hinaus mit Holz

In Wolfsburg werden gerade architektonisch anspruchsvolle Hochhäuser mit einem Tragwerk aus Massivholz gebaut. Die bei diesen „Woodscrapern“ verwendeten nachwachsenden Materialien sowie deren Verbindungen sollen später im Materialkreislauf gehalten werden, etwa bei einem Umbau.

Holz gewinnt in der Baubranche immer mehr an Bedeutung. Das liegt zum großen Teil an den klimapositiven Eigenschaften des Baustoffs Holz. Denn indem Bäume während ihres Wachstums Kohlendioxid (CO2) aus der Luft als gebundenen Kohlenstoff im Holz einlagern, wird dieses zur natürlichen CO2-Senke. „Das Verbauen von Holz zahlt unweigerlich auf die Einsparziele von Treibhausgasemissionen im Gebäudesektor ein“, sagt Architektin Sabine Djahanschah, Leiterin des Fachreferats Zukunftsfähiges Bauwesen bei der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). In diesem Sinne setzten die „Woodscraper“ innovative Maßstäbe für nachhaltiges Bauen und Wohnen. „Ressourcen- und klimaschonende Architektur so zu kombinieren, ist zukunftsfähig.“ Die DBU fördert das Vorhaben mit 444.000 Euro. 

Woodscraper als Rohstofflager 

Zudem lasse sich Holz hervorragend wieder- oder weiterverwenden. Die bei den „Woodscrapern“ in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen entwickelte kreislauforientierte Planungsstrategie habe das bei allen verwendeten Materialien und Konstruktionen belegen können. „Daher dienen die entstehenden Woodscraper nicht nur als Modell, sondern auch als Rohstofflager für nachhaltiges Bauen der Zukunft“, so Djahanschah weiter. Die Ambitionen des planenden Architekturbüros und seiner Kooperationspartner sind hoch, aber umsetzbar – das wurde bei der Vorstellung der Forschungsergebnisse deutlich. „Wir konnten Holzverbindungen entwickeln, die sich bei einem Um- oder notfalls Rückbau zerstörungsfrei demontieren lassen“, sagt Jörg Finkbeiner, Geschäftsführer des Architekturbüros Partner und Partner. „So können Baumaterialien wiederverwendet oder sortenrein in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden.“ Der Start zum Bau des Wolfsburger Woodscrapers erfolgte im Oktober 2024. Bauherrin ist die sozial-ökologische GLS Bank, Projektentwickler die Unternehmensgruppe Krebs. 

Das begleitende Forschungsprojekt zu den Wolfsburger Holzhochhäusern steuerte Partner und Partner in Kooperation mit den Unternehmen ee concept in Darmstadt und Caala in München sowie mit der Technischen Universität Berlin und dem Natural Building Lab (NBL). Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 06. März 2025
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