Zahlreiche Felsvor- und -rücksprünge, Mauerwerksreste und Erdüberdeckungen – die Einrüstung der Burg Meistersel bei Ramberg anlässlich der Instandsetzung des Mauerwerks war mit großen Herausforderungen verbunden.
Die Burg Meistersel liegt auf einer Bergkuppe über dem Modenbachtal im Pfälzerwald. Nachdem das Land Rheinland-Pfalz die Ruine erworben hat, wurde ihre umfangreiche Sanierung über mehrere Jahre beschlossen. Dabei stellten diverse Felsvorsprünge, Mauerreste und Erdüberdeckungen sowie die komplexe Gebäudegeometrie und die windexponierte Hanglage besondere Anforderungen an die Einrüstung des historischen Bauwerks. Außerdem muss das Gerüst im Laufe der Bauarbeiten mehrmals umgestellt werden. Die Baustelle ist nur über einen schmalen Weg zugänglich, ein Faktor, der die Baustellenlogistik zusätzlich erschwert.
Die mit der Einrüstung beauftragte Firma Schwarz Gerüstbau aus Pleidelsheim erstellte zunächst eine Detailplanung, die sowohl technische als auch logistische sowie Aspekte der Arbeitssicherheit berücksichtigte.
Damit das Gerüst jederzeit an geänderte Gegebenheiten angepasst werden kann, entschied sich das Unternehmen für ein modular aufgebautes System, dessen Einzelteile sich mit einer Keilschloss-Verbindung verbinden lassen.
Da sich das Gerüst im unteren Bereich teilweise direkt an die Felswand anlehnt und im oberen Bereich nur an bereits vorhandenen Ringankern fixiert werden konnte, ließ die Firma Schwarz zuerst eine auf die örtliche Situation abgestimmte Statik erstellen. Dabei galt es auch die hohen Windlasten zu berücksichtigen, die sich durch die exponierte Lage auf der rund 500 Meter hohen Bergkuppe ergeben. Bei der Materialplanung wurden zur Vereinfachung der Logistik außerdem alle Bauzustände des Gerüsts, je nach Baufortschritt, einkalkuliert. Der Materialtransport erfolgte aufgrund des schmalen Wegs zum Fuß der Ruine zuerst per Radlader und anschließend per Hand: 70 Meter weit – und bis zu 35 Meter hoch, weil zum Zeitpunkt der Gerüstmontage ein Aufzug mangels Strom nicht eingesetzt werden konnte. Um der langen Standzeit und der weichen Erdschicht Rechnung zu tragen, war zudem das Vorbereiten von Fundamenten für jeden Gerüstaufstellpunkt ein wichtiger Schritt.
Als Grundgerüst fungierte eine meterbreite Konstruktion der Lastklasse 5, da abgesehen von der Schadensaufnahme auch Steine zur Ausbesserung des Mauerwerks zwischengelagert werden sollten. Für Konturanpassungen musste die Gerüstkonstruktion dabei immer wieder nach innen verbreitert werden, zum Teil mittels systemeigenen Konsolen, zum Teil aber auch durch den Bau von bis zu 6 weiteren Gerüstscheiben. Die Ableitung der erhöhten Lasten gewährleisten horizontale Verbände und Diagonalaussteifungen sowie Gitterträger, die das Arbeitsgerüst vertikal verstärken.
3 bis 5 Monteure errichteten auf diese Weise einen sicheren Höhenzugang – zumindest für den ersten Bauabschnitt, denn im Zuge der voraussichtlich bis 2016 andauernden Sanierungsarbeiten muss das Arbeitsgerüst regelmäßig umgebaut werden.
