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Die Hoba 2015 fand im Schloss Biebrich in Wiesbaden statt. Alle Vorträge wurden in der barocken Rotunde gehalten. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/P. John)

Bauwerkserhaltung 2015-03-24T00:00:00Z Hoba 2015: Bauwerke fachgerecht erhalten

Am 18. und 19. März gab die Holz- und Bautenschutzkonferenz 2015 (Hoba) unter dem Motto „Forschen – Erhalten – Schützen“ einen umfassenden Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Bauwerkserhaltung: Über 200 Teilnehmer informierten sich im historischen Ambiente des Wiesbadener Schlosses Biebrich über Aspekte der Energetischen Sanierung, der Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden, der Bauwerksabdichtung und der Instandhaltung von Betonbauteilen.

Mit einer Vorstellung des Schlosses und der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, die zu seinem Erhalt beigetragen haben, eröffnete der an der Sanerung beteiligte Baudirektor Hauke Heyn den ersten Tag der Veranstaltung. Dabei erläuterte er insbesondere die aufwendige Restaurierung des Deckengemäldes, das sich im Veranstaltungsraum, der Rotunde des Schlosses befindet. Nur weil man im Schloss ein Gedicht gefunden hatte, dass auf Inhalte des ursprünglichen Gemäldes hinwies, legte man das damals im klassizistischen Stil übermalte Fresko frei.

Der weitere Vormittag stand unter dem Motto Innendämmung. Welche Nachweisverfahren sich für welche Arten von Innendämmung eignen, erläuterte Gregor Scheffler vom Ingenieurbüro Scheffler und Partner in Dresden. Das Glaserverfahren, sagte Scheffler, eigne sich nur zum Nachweis von dampfbremsenden Systemen. Dabei sei zu beachten, dass es sich bei dem Verfahren um einen vereinfachten rechnerischen Nachweis handele, der nur die Dampfdiffusion von innen berücksichtige, nicht aber etwaige Feuchtebelastungen von außen. Für Systeme, bei denen die Feuchtespeicherung sowie der Flüssigtransport ein Rolle spiele, eigne es sich somit nicht. Bei diesen sei es, sagte Scheffler, möglich einen vereinfachten Nachweis, etwa wie im WTA-Merkblatt 6-4 dargestellt, zu führen. Es zeigt anhand eines Diagramms den erforderlichen Diffusionswiderstand sowie die benötigte Dämmstoffdicke. Außerdem wird definiert, unter welchen Voraussetzungen ein Nachweis vor der Ausführung nicht nötig ist. Sobald die Fassade allerdings einer Schlagregenbelastung unterliegt müssten erweiterte rechnerische Nachweise mit hygrothermischer Berechnung geführt werden.

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Constanze Messal, Fachbereichsleiterin Schimmelpilze beim DHBV gab Hinweise für die Vermeidung von Schimmelpilzschäden bei der Planung und Ausführung von Innendämmungen. (Abb.: B+B BAUEN IM BESTAND/P. John)

Wie man das Risiko der Schimmelbildung hinter Innendämmungen vermindert, veranschaulichte Dr. Constanze Messal, Fachbereichsleiterin Schimmelpilze beim Deutschen Holz- und Bautenschutzverband (DHBV). Insbesondere müsse darauf geachtet werden, dass man den Taupunkt mit Innendämmsystemen generell verschiebt, da man das Wärmedurchgangsprofil der Wand ändere.  Somit könne der Taupunkt nach der Ausführung einer Maßnahme auch schon mal in angrenzenden Räumen liegen. Das sei umso wichtiger, da verschiedene Hersteller zwar angaben, dass ihre Systeme schimmelabweisend seien, Versuche zeigten aber, dass Schimmelpilze unabhängig von PH-Wert der verwendeten Materialien einen Nährboden finden. Voraussetzung sei immer eine erhöhte Wasseraktivität auf der Oberfläche, wie sie am Taupunkt besonders auftritt. Würden Innendämmsysteme mit feuchtepuffernder Wirkung eingesetzt, sei das entscheidende Kriterium weniger wie viel Wasser sie aufnehmen, als vielmehr, wie viel Wasser sie auch wieder abgeben könnten.

Betoninstandsetzung war Thema am zweiten Tag

Welche Möglichkeiten der nachträglichen Abdichtung gibt es bei WU-Konstruktionen und wann sollten sie angewendet werden? Welche Füllgüter eignen sich bei welcher Art von Rissen in Betonbauteilen? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen müssen ausführende Betriebe beachten, wenn sie Risse verfüllen? Der zweite Tag der Hoba 2015 beschäftigte sich intensiv mit der Instandsetzung von Betonbauteilen.

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So legte Katrin Hoffmann, sachkundige Planerin für die Instandsetzung von Betonbauteilen ausführlich dar, welche Aufgaben einem sachkundigen Planer oder einer sachkundigen Planerin bei der Instandsetzung von Betonbauteilen zukommen. Insbesondere wies sie darauf hin, dass Unternehmen, die Aufgaben der Betoninstandhaltung eigenverantwortlich übernehmen voll für etwaige Schäden haften, auch wenn der Bauherr nur das Unternehmen, aber keinen sachkundigen Planer bestellt hat.

Die Hoba wurde in diesem Jahr zum vierten Mal vom Deutschen Holz- und Bautenschutzverband (DHBV) ausgerichtet.

Einen ausführlichen Bericht zur Hoba 2015 finden Sie in der nächsten Ausgabe der B+B BAUEN IM BESTAND (Ausgabe 3-2015).

zuletzt editiert am 09. April 2021
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