2026 geht es nach Ansicht des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) für die Branche nach vier Jahren Krise wieder bergauf. Mit dem milliardenschweren Infrastrukturprogramm komme wieder etwas Bewegung in den Bau.
„Wir rechnen 2026 mit einem realen Wachstum von 2,5 Prozent, das ist konjunkturell die Wende für die Branche, wenn auch nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen. Der Wohnungsbau wird beispielsweise nur langsam Fahrt aufnehmen, und die prognostizierten Fertigstellungszahlen werden erst einmal weiter runtergehen“, so Bauindustrie-Präsident Peter Hübner in einem Interview mit der FAZ.
Unterstützt werde diese Aussage von einer brancheninternen Umfrage, wonach nur 35 Prozent der Umfrageteilnehmer mit Schwerpunkt Hochbau für 2026 eine bessere Umsatzentwicklung als 2025 erwarten, heißt es in einer Pressemitteilung des HDB. 38 Prozent erwarteten keinen spürbaren Effekt des Bau-Turbos, jeder zweite erst ab 2027. Insgesamt gehe jeder dritte Umfrageteilnehmer für 2026 von einer etwas besseren Umsatzentwicklung als 2025 aus.
Aus der Umfrage leitet der HDB folgende Umsatz-Prognosen für 2026 ab:
- Wohnungsbau: + 2,0 %
- Wirtschaftsbau: + 4,0 %
- Öffentlicher Bau: + 1,5 %

Bei den Beschäftigten rechnet der HDB mit einem Plus von einem Prozent auf insgesamt 933.000. „Unsere Prognose gibt das Minimum des Erwartbaren wieder“, so Hübner weiter. „Nach vier Jahren Umsatzrückgang am Bau braucht es dringend eine Erholung. Für die Unternehmen, aber auch für die Gesamtkonjunktur in Deutschland. Die Umsatzsteigerung basiert unter anderem auf den zu erwartenden Effekten des Sondervermögens. Schließlich will die Bundesregierung mit den 500 Milliarden Euro Wachstum stimulieren, das als erstes am Bau und dann in anderen Bereichen ankommen muss. Ansonsten geht die Rechnung der Politik nicht auf.“
Im FAZ-Interview forderte Hübner zudem, dass die Mittel im Infrastrukturbereich nun auch in Aufträge und Ausschreibungen fließen müssten. „Bisher sehen wir es noch nicht in unseren Büchern.“ Der Grund sei politisch hausgemacht. „Manche Planungen fressen in Deutschland absurd viel Zeit“, kritisiert Hübner. Auch die Vergabedebatte sei ideologisch überladen. „Wir brauchen Fach- und Teillose – aber auch Generalunternehmervergaben“, betont Hübner. Das spare Zeit und „Zeit ist ein politischer Faktor. Verzögerung kostet Vertrauen und Geld.“
Lobende Worte gab es für den Ersatzneubau der Rahmedetalbrücke. „Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Industrie war exzellent, das Ausschreibungsverfahren war funktional, das heißt die Bauweise für die Brücke wurde nicht vorgegeben. Die Unternehmen konnten bei ihrer Bewerbung entscheiden, mit welchen Verfahren sie bauen. Auch nach der Vergabe ist alles Hand in Hand gelaufen, und der Bau war frühzeitig fertig. So könne es auch laufen“, schloss Hübner. Weitere Informationen >>>