Der 18. GUEP-Planertag am 25. November im Maternushaus in Köln bot ein vielfältiges Programm, das sich umfassend mit aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven in der Betoninstandsetzung auseinandersetzte.
Unter der Leitung von Dr.-Ing. Michael Fiebrich, dem Vorsitzenden der Gütegemeinschaft für Planung der Instandhaltung von Betonbauwerken e.V. (GUEP), ging es in vielen Beiträgen um unterschiedliche Aspekte der Bauwerksdiagnostik. Den Einstieg in das Fachprogramm gestaltete Prof. Dr.-Ing. Udo Wiens mit einem Vortrag über die Rolle des „Fachplaners für Bauwerksdiagnostik“ im Vergleich zum „Sachkundigen Planer“. Dieser Vortrag beleuchtete die Diskussion um Richtlinien für die Ist-Zustands-Ermittlung und deren Bedeutung für die Branche. Im Anschluss widmete sich Univ.-Professorin Dr.-Ing. Sylvia Keßler der Frage, wie nachhaltige Strategien in der Betoninstandsetzung wirtschaftlich und ressourcenschonen umgesetzt werden können. Ihre Ausführungen unterstrichen die Relevanz nachhaltiger Lösungen für die moderne Bauwirtschaft.
Nachhaltigkeit in der Betoninstandhaltung
In der ersten Podiumsdiskussion, moderiert von Helena Felixberger, setzten sich Experten wie Frau Dr.-Ing. Angelika Schießl-Pecka und Vertreter aus Wissenschaft, Bauwirtschaft und Produktentwicklung intensiv mit der Nachhaltigkeit bei der Planung und Ausführung von Betoninstandsetzungsmaßnahmen auseinander. Die Diskussion verdeutlichte die wachsende Bedeutung von umweltfreundlichen und langfristig effizienten Ansätzen in der Bauwerksdiagnostik.
Nach der Kaffeepause präsentierte Prof. Dr.-Ing. Alexander Schumann in seinem Vortrag die Potenziale von carbonverstärkten Betonersatzmaterialien bei sicherheitsrelevanten Instandsetzungen. Dabei ging er auch auf praktische Erfahrungen und Aspekte des Brandschutzes ein. Dipl.-Ing. Hans-Dieter Bossemeyer ergänzte praxisnah mit einem Konzept zur Behandlung asbesthaltiger Abstandhalter in Stahlbetonbauwerken und gab fundierte Einblicke in Strategien zur sicheren Erkennung und Entsorgung solcher Schadstoffe.
Die anschließende, zweite Podiumsdiskussion befasste sich mit Verwendbarkeitsnachweisen und Übereinstimmungsbestätigungen für kunststoffhaltige Instandsetzungsprodukte gemäß der TR Betoninstandhaltung des DIBt. Moderiert von Helena Felixberger, kamen Vertreter aus unterschiedlichen Bereichen der Bauindustrie zu Wort und diskutierten die Herausforderungen und Lösungen für die praktische Anwendung dieser Produkte.
KI in der Bauwerksdiagnostik
Abschließend präsentierte Dipl.-Ing. Claudia Rougoor von PreserviTec GmbH die Möglichkeiten des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Bauwerksinstandhaltung. Sie zeigte auf, wie KI durch eine optimierte Prozesskette die Bauwerksdiagnostik effizienter gestalten und präzise Vorhersagen zukünftiger Schadensentwicklungen ermöglichen kann. Dies dient nicht nur der Verlängerung der Nutzungsdauer von Bauwerken, sondern auch der Entwicklung präventiver Instandhaltungsmaßnahmen.
Dr.-Ing. Michael Fiebrich gab mit seinen Schlussworten einen Ausblick auf kommende Herausforderungen und Chancen in der Betoninstandsetzung. Anschließend bot das informelle „Get Together“ im Foyer Gelegenheit zum Austausch und Netzwerken. Der Planertag war eine Jubiläumsveranstaltung, die sich durch fachliche Tiefe und den Fokus auf innovative, nachhaltige Lösungen auszeichnete. Besonders hervorgehoben wurde das 20-jährige Bestehen der GUEP sowie die Arbeit an der neuen Instandhaltungs-Richtlinie 2025+, die einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Branche leisten soll. Weitere Informationen >>>
