Im Wettbewerb Effizienzhaus Plus im Altbau stehen zwei Gewinner fest. Jetzt kann die Sanierung der Hauszeilen in Neu-Ulm zu Plusenergiehäusern beginnen.
Am Planungswettbewerb der Forschungsinitiative Zukunft Bau konnten Hochschulen in Zusammenarbeit mit Planungsbüros teilnehmen. 14 Teams haben Vorschläge zur Sanierung von einer Hauszeile in Neu-Ulm eingereicht. Insgesamt sollen vier Altbauten auf "Plusenergiestandard" saniert werden. Beide Gewinnerkonzepte werden in einer Hauszeile jeweils an zwei Bestandsgebäuden umgesetzt. Die Fertigstellung ist für 2013 geplant. Anschließend treten die vier sanierten Häuser im Rahmen eines zweijährigen Monitorings in den Wettbewerb.
Für dieses Projekt hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Kooperation mit der Wohnungsbaugesellschaft Neu-Ulm einen Wettbewerb für die Entwicklung eines Sanierungskonzeptes für ein Plusenergie-Gebäude im Altbau ausgelobt, von dem wir an dieser Stelle berichtet haben. Der am 21.02.2012 ausgelobte Wettbewerb wurde auf der Sitzung der Jury am 06.07.2012 unter der Leitung von Frau Prof. Lydia Haack (Hochschule Konstanz) entschieden.
Die beiden Siegerteams sind:
- Die Hochschule Ruhr West in Mülheim an der Ruhr, Institut Energiesystem und Energiewirtschaft, Prof. Dr.-Ing. Viktor Grinewitschus mit dem Büro Werner Sobek Stuttgart GmbH und Oehler Archkom Solar Architektur
- Die Technische Universität Darmstadt, Fachbereich Architektur, Fachgebiet für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen, Prof. Dipl.-Ing. M. Sc. Econ. Manfred Hegger mit o5 architekten bda raab hafke lang und der ina Planungsgesellschaft mbH.
Beiden Teams ist es in der Planung gelungen, die sanierungsbedürftigen Mehrfamilienhäuser, die zurzeit für den Betrieb jeweils 507 kWh/m²a Endenergie benötigen, zu Plusenergiehäusern zu wandeln. Die Energieüberschüsse werden dabei mittels gebäudeintegrierter Photovoltaik produziert.
Eine Besonderheit des Wettbewerbsbeitrags der Hochschule Ruhr West ist die Integration der gesamten Haustechnik in die Außenhülle. Dabei soll ein hochwärmedämmendes Fassadensystem vorgefertigt mit allen notwendigen Leitungskomponenten auf die derzeitige Außenwand montiert werden. Dies entlastet den Grundriss von Leitungsführungen und vermeidet zusätzliche Schächte und Durchbrüche im Innenraum. Die Photovoltaik wird konsequent auf den südausgerichteten Dachflächen montiert. Ein neuartiges Elektro-Managementsystem steuert den dort am Gebäude produzierten Strom für den Eigenverbrauch im Quartier.

Auch die Technische Universität Darmstadt hat, aus einem technisch rückständigen Haus ein kleines Kraftwerk zu schaffen. Die wesentlichen Anlagenteile der Haustechnik werden im Dachraum integriert. Auffällig an diesem Entwurf ist der behutsame Umgang mit dem Bestand und die sorgfältige Tageslichtplanung für das Wohngebäude. Der geplante Materialeinsatz erfolgt strikt nach den Vorgaben einer Ökobilanzierung. Die Umweltverträglichkeit sowie die Instandhaltung, Trennbarkeit und Entsorgung der eingesetzten Materialien sind hier selbstverständlich.
Mehr Informationen zum Wettbewerb und den Gewinnern finden Sie unter www.bmvbs.de