Drei Ziegelsteine auf einem Tisch vor einer blauen Wand.
Geopolymerziegel, der mit dem jetzt patentierten Verfahren an der TU Bergakademie Freiberg hergestellt wurde (Quelle: TU Bergakademie Freiberg)

Nachhaltigkeit 2026-06-11T09:41:09.128Z Geopolymer-Leichtstein wird patentiert

Forschende der TU Bergakademie Freiberg haben eine Technologie entwickelt, mit der aus Ziegelresten und recycelten Geopolymeren von Bergbaurückständen Leichtsteine hergestellt werden können. Anfang Mai wurde das Verfahren patentiert.

„Geopolymere sind Baustoffe, die sich verhalten wie Zement oder sogar noch teilweise bessere Eigenschaften haben als Zement, aber eben fast CO2-frei sind in der Herstellung. Und sie lassen sich grenzenlos recyclen“, erklärt Forscher und Mit-Patentinhaber Professor Martin Bertau, der an der TU Bergakademie Freiberg die Professur für Technische Chemie innehat. „Ich kann Polymere aber auch aufschäumen und erhalte ein Material, das ähnlich wie Styropor gute Dämmeigenschaften mitbringt und das Gebäude gleichzeitig atmen lässt.“ Verwende man bei einem Bau ausschließlich Baustoffe aus Geopolymeren, sei später auch das Recycling der Baustoffe einfacher. „Ein weiterer Vorteil ist, dass Geopolymere nicht brennbar und säureresistent sind“, ergänzt Teammitglied Dr. Michael Kraft.

Bereits 2024 wurde das Verfahren mit dem sächsischen Landespreis „Baupraxis der Zukunft – nachhaltig, innovativ, zirkulär“ ausgezeichnet. Anfang Mai 2026 schließlich erhielt es unter dem Titel „Reststoffbasierte Zusammensetzung zur Herstellung eines Geopolymer-Leichtsteins sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung“ ein europäisches Patent (EP4015480).

Enormes Potenzial für klimafreundliches und ressourceneffizientes Bauen

Es geht damit einen weiteren Schritt in die Anwendung. Die Technologie hat nach Ansicht der Freiberger Forschenden enormes Potenzial für klimafreundliches und ressourceneffizientes Bauen. Da die neuen Bausteine zu über 99 Prozent aus Sekundärrohstoffen hergestellt werden, sind sie eine umweltfreundliche Alternative zu traditionellen Materialien. „Sie bieten vergleichbare oder bessere Eigenschaften als herkömmliche Ziegel und Beton, einschließlich hoher Temperaturbeständigkeit und Chemikalienresistenz. Ihre Herstellung aber erfolgt ohne energieintensive Prozesse, was die Umweltbelastung deutlich reduziert“, so Bertau.

Patentinhaberin ist die Technische Universität Bergakademie Freiberg. Mit der Erteilung des europäischen Patents sieht die Universität ihre Position als internationaler Innovationsmotor für nachhaltige Werkstofftechnologien und industrielle Transformation gestärkt. Weitere Informationen sind auf der Website der TU Freiberg im Transfersteckbrief „Recyclingziegel aus 100 Prozent Abbruchresten“ zu finden >>>

zuletzt editiert am 11. Juni 2026
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