„Als sich die ersten Platten von der Fassadenfläche lösten, waren umfangreiche Sanierungsarbeiten unumgänglich, aber auch gewollt“, erklärt Thomas Altrock vom Bauverein Gevelsberg e.G. So wurden in den vergangenen drei Jahren sieben vier- bis siebengeschossige, 1974/75 erbaute Wohnhäuser in Gevelsberg saniert.

Eine Holzlattung hielt die asbesthaltige Fassadenverkleidung auf der Hauswand. Nachdem klar war, dass regelmäßige Wartung und notwendige Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr ausreichten, um die Sicherheit der Bewohner zu gewährleisten, stand die Sanierung der mit 14.500 Quadratmetern gewaltigen Fassadenfläche im Vordergrund. Neben optischer Aufwertung und den geforderten Sicherheitsaspekten sollte die gesamte Wohnanlage gleichzeitig aber auch energetisch saniert werden, was maßgeblich vom technischen Vorstand des Bauvereins auf den Weg gebracht wurde. Besonderes Augenmerk galt dabei den wärmedämmenden Maßnahmen an den Fassadenflächen, einschließlich 178 Balkonen und 45 Laubengängen.
Fünfgeschossige Musterfläche als Test für Wandaufbau und Optik
Bei der optischen Neugestaltung der großen Fassadenflächen war der Eigentümer, der Bauverein Gevelsberg e.G., an keine Vorgaben gebunden. „Dunkel und unfreundlich war die Fassade lange genug“, erinnert sich Thomas Altrock, zuständig für die bauliche Ausführung und die Umsetzung der Maßnahmen vor Ort. „Weiß sollte es aber auch nicht sein, auch nicht bunt“, so Altrock. So entstand noch im Jahre 2020 eine große fünfgeschossige Musterfläche, um sich ein genaues Bild vom geplanten Wandaufbau machen zu können. Mit der Entscheidung für ein mineralisches Wärmedämm-Verbundsystem (WDVS) auf Basis von Steinwolle-Dämmplatten wurde man allen Anforderungen an sehr gute wärmedämmende Eigenschaften, auch in unterschiedlichen Dämmstärken, gerecht.

Das gewählte WDVS von Heck Wall Systems zeichnet sich durch Brandsicherheit, guten Schallschutz sowie zahlreiche Variationsmöglichkeiten in der Oberflächengestaltung aus. Auch beim Farbkonzept blieb es bei der ersten Version eines cremefarbenen Anstrichs, kombiniert mit einem Farbspiel an den Kragarmen unter den Balkonen sowie einem dunklen Riemchenband im unteren Gebäudebereich. Die neuen, hellgrauen Faserzementplatten an den Balkonen fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Auch technische Details im geplanten Fassadenaufbau konnten mit Hilfe der Musterfläche rechtzeitig getestet werden.
Überraschungen beim Rückbau
Im Herbst 2020 begannen die Arbeiten am Wohnkomplex in Gevelsberg mit der kompletten Dachsanierung, einer Fläche von 2.500 Quadratmetern. Gleichzeitig erfolgte die Demontage der alten, asbestbelasteten Platten und der Holzlattung an den ersten Fassadenflächen sowie die Entfernung der alten Balkonbrüstungen. Trotz detaillierter Planung und Vorarbeit ließen Überraschungen nicht lange auf sich warten. Das Gerüst aus der Bauphase in den 1970ern hatte in den höheren Etagen nicht unerhebliche Löcher im Mauerwerk hinterlassen, die vor dem Aufbringen des WDVS fachmännisch verfüllt werden mussten. Auch fiel sehr bald auf, dass es sich beim Fassadenaufbau um ein Mischmauerwerk handelte, das bis zur dritten beziehungsweise vierten Etage aus Gründen höherer Druckfestigkeit aus Kalksandstein erbaut wurde, gefolgt von porösem und daher sehr viel leichterem Bimsstein in den Obergeschossen.

Bis auf die Dübel, die jeweils an das bestehende Mauerwerk angepasst wurden, blieben der Aufbau, das Anbringen und die Funktionalität des Heck-WDVS unabhängig und unbeeinträchtigt von der Beschaffenheit des Untergrundes. Die Basis der Dämmarbeiten bildete auf den verputzten Flächen eine 160 Millimeter dicke „Heck Coverrock II“ Steinwolle-Dämmplatte in den Maßen 800 x 625 Millimeter. Hinter dem jeweils bis zum zweiten Balkon reichenden Riemchenband wählte man eine Dämmstärke von 140 Millimetern.
Damit wurde erreicht, dass der verputzte, obere Fassadenteil leicht übersteht, damit Regenwasser besser ablaufen kann und nicht auf der Anschlusskante zum Riemchenverbund verbleibt. Im gesamten Fassadenaufbau stellte das Anbringen der Riemchen den letzten Arbeitsgang dar. Sie bilden eine einheitlich umlaufende Fläche in lockerem, asymmetrischem Verbund, jeweils bis auf Höhe des zweiten Balkons – dies nicht nur aus optischen Gründen, sondern auch, damit die Fassade durch äußere Einwirkungen nicht direkt wieder Schaden nimmt. Die Balkone wurden neu beschichtet und abgedichtet. Die Kragarme unter den Balkonen erhielten nach der Betonsanierung zudem eine 60 Millimeter dicke, mineralische Dämmung.
Eine logistische Herausforderung
„Für uns, als verarbeitendes Unternehmen, stellte die Fassadensanierung in Gevelsberg eine nicht alltägliche, vor allem aber eine große logistische Herausforderung dar, die ohne enorme Manpower und große Zuverlässigkeit bei den Materiallieferungen so nicht hätte realisiert werden können“, erinnert sich Darius Rzeszotek, Geschäftsführer der D&Z Rzeszotek GmbH aus Hagen. Fast immer waren 25 Verarbeiter vor Ort. Gearbeitet wurde entsprechend großflächig, mit Maschinentechnik und manuell.

Der Klebe- und Armierungsmörtel wurde vor Ort in Silos angemischt. Als Eimerware kam der Oberputz, ein Heck Siliconharzputz in 3 Millimeter Scheibenputzcharakter, auf die Baustelle, ebenso die cremefarbige, diffusionsoffene und wasserabweisende Siliconharzfarbe als Schlussanstrich. Über Aufzüge erreichten die Materialien die oberen Etagen. Am Boden wurde das Material mit einem kleinen Radlader verteilt. Bei einer zu dämmenden Fassadenfläche von 14.500 Quadratmetern fallen nicht unerhebliche Verschnittmengen an Steinwolle an. Diesen wertvollen Rohstoff, führt Heck seit 2020 über ein Recyclingsystem in den Produktionsprozess zurück. Steinwolle kann beliebig oft recycelt werden.
Während der Bauzeit konnten die Bewohner in ihren Wohnungen bleiben. „Ich habe während der Arbeiten fast jeden Tag die Fenster geputzt“, erzählt eine Mieterin – heute mit einem Lächeln im Gesicht. Das mag genervt haben, aber die „Gegenleistung“ kann sich nicht nur sehen lassen: Denn neben der neuen Fassade, senkt das WDVS die Heizkosten und eine Mieterhöhung gab es auch nicht. Weitere Informationen über das Projekt >>> . Weitere Informationen über Heck Wall Systems >>>