Energieeffizienz und Erneuerbare – dass beides zusammengehört, will der Protokollband 56 zeigen. (Quelle: Passivhaus Institut)
Energieeffizienz und Erneuerbare – dass beides zusammengehört, will der Protokollband 56 zeigen. (Quelle: Passivhaus Institut)

Gebäude + Energie

17. March 2022 | Teilen auf:

Geballtes Wissen zum Passivhaus-Standard

Das Passivhaus Institut hat vor kurzem zu den Themen Sommerkomfort, Effizienz und Erneuerbare sowie sozialer Wohnungsbau jeweils einen Protokollband veröffentlicht. Diese wissenschaftlichen Arbeiten stehen ab sofort zum Download bereit und können kostenfrei genutzt werden.

Urheber dieser drei Protokollbände ist der Arbeitskreis kostengünstige Passivhäuser (AkkP). Der AkkP besteht seit 1996 und hat seitdem zu 57 Sitzungen eingeladen. Dabei werden spezifische Themen zum Bauen und Sanieren im Passivhaus-Standard detailliert in Theorie und Praxis bearbeitet. Im Nachgang zu den Sitzungen veröffentlicht das Passivhaus Institut die wissenschaftlichen Arbeiten als Protokollbände. Frisch erschienen sind nun die Bände 55, 56 und 57 zu den Themen sozialer Wohnungsbau, Effizienz und Erneuerbare sowie Sommerkomfort mit Schwerpunkt Nichtwohngebäude. Dabei steht das Bauen im Bestand zwar nicht immer ausdrücklich im Vordergrund, aber dennoch werden immer wieder neben Neubau- auch Sanierungsaspekte unter die Lupe genommen und teilweise sind die Erkenntnisse auf beide Segmente anwendbar. Die wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu den Arbeitskreisen 55, 56 und 57 umfassen jeweils über 200 Seiten und zum ersten Mal stehen sie digital und kostenfrei zur Verfügung.

Sozialer Geschosswohnbau – Protokollband 55

Gerade in den Ballungsräumen besteht der dringende Bedarf nach bezahlbarem Wohnraum. Der Protokollband 55 des Arbeitskreises kostengünstige Passivhäuser zeigt erstens, in welcher Weise sich die beiden Zielsetzungen „kostengünstig“ und „energieeffizient“ miteinander verbinden lassen und zweitens, dass sich der Passivhaus-Standard durchaus auch beim sozialen Geschosswohnungsbau realisieren lässt. Der AkkP kommt zudem zu dem Ergebnis, dass nicht der angestrebte Effizienzstandard des Gebäudes der entscheidende Kostentreiber ist, sondern dass Aspekte wie die Lage des Objekts, Ausstattung, Untergeschosse sowie Anforderungen an Stellflächen, Brandschutz, Barrierefreiheit für die hohen Kosten verantwortlich sind.

Energieeffizienz und Erneuerbare – Protokollband 56

Die Effizienz eines Gebäudes einerseits sowie die Nutzung von erneuerbarer Energie andererseits werden häufig als alternative Anforderungen wahrgenommen. Dabei schafft die konsequente Umsetzung von Energieeffizienz erst die Voraussetzung für eine nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energie. Die klare Botschaft des Protokollbands 56 lautet daher: Beides ist wichtig! Der Band zeigt, wie sich Energieeffizienz und Erneuerbare ergänzen sollten: Denn erst bei einem sehr niedrigen Energiebedarf des Gebäudes werde es technisch und wirtschaftlich interessant, einen großen Anteil des verbleibenden Energiebedarfs durch vor Ort erzeugte regenerative Energie zu decken, so die Autoren.

Gebäudekonzepte für heiße Sommer – Protokollband 57

Um Konzepte für heiße Sommer gerade für Nichtwohngebäude geht es im Protokollband 57. Zwar gewährleisten Gebäude im Passivhaus-Standard bei richtiger Planung auch bei Hitze einen guten Komfort. Allerdings belegt der Band am Beispiel Hessen eine signifikante Häufung von heißen Sommertagen mit Maximaltemperaturen über 30° Celsius. Deshalb seien in Zukunft erhöhte Anstrengungen beim sommerlichen Wärmeschutz sowie eventuelle weitergehende Kühlmaßnahmen in Deutschland erforderlich, heißt es in dem Band. Konzepte und Lösungen werden präsentiert.

Unter diesem Link können Sie die Bände herunterladen.

zuletzt editiert am 17.03.2022