Ein altes, historisches Gebäude mit abblätternder Fassade und eine Straßenlaterne im Vordergrund unter einem klaren blauen Himmel.
Weg vom Ziel Effizienzhausstandard, hin zu einfachen, wirksamen Einzelmaßnahmen - das fordern ifeu und TU München in einem Diskussionspapier zur Förderung von energetischen Sanierungen. (Quelle: Alexander Hauk / www.alexander-hauk.de / pixelio.de)

Gebäude + Energie 2025-12-11T10:04:25.627Z Förderpolitik: Fokus auf wirksame Maßnahmen gefordert

Das ifeu und die TU München haben in einem Diskussionspapier eine Reform der Förderung für effiziente Gebäude gefordert. Der Fokus müsse auf einfache, wirksame Einzelmaßnahmen und soziale Ausgewogenheit ausgerichtet sein.

Die energetische Sanierung des Gebäudebestands ist eine der zentralen Aufgaben der Energiewende – doch das aktuelle Fördersystem der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist nach Ansicht des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) und des Lehrstuhls für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen an der Technischen Universität München zu komplex und oft sozial unausgewogen. In dem Diskussionspapier „Zukunftsstandard Altbau“ fordern sie daher eine Neuausrichtung: Weg von starren Effizienzhaus-Niveaus, hin zu einer einfachen und gerechten Förderung einzelner sinnvoller Maßnahmen. 

„Nicht Perfektion im letzten Prozentpunkt, sondern wirksamer Klima-, Ressourcen- und Kostenschutz muss das Ziel sein“, sagt Prof. Martin Pehnt, Geschäftsführer des ifeu. „Viele Altbauten können aus technischen, wirtschaftlichen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht komplett auf Effizienzhausstandard gebracht werden – trotzdem sollten sinnvolle Teilschritte attraktiv gefördert werden.“ 

Im Zentrum des Vorschlags steht eine Vereinfachung, eine Stärkung von Einzelmaßnahmen und ein neuer „Zukunftsstandard Altbau“. Der Ansatz kombiniert eine einheitliche Grundförderung für alle Sanierungsmaßnahmen mit einem Zukunftsbonus für Gebäude, die entweder besonders schlecht sind oder ein zukunftsfähiges Niveau erreichen – also keine CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen am Standort des Gebäudes verursachen und eine hohe Gesamtenergieeffizienz aufweisen. Dazu kommt ein Sozialbonus mit Zuschlägen für Haushalte mit niedrigem Einkommen, preisgebundenem oder günstig vermieteten Wohnraum. Eingeführt werden könnte der Förderansatz synchron mit der Einführung des „Nullemissionsgebäudestandards“ für Neubauten gemäß europäischer Gebäuderichtlinie. 

„Unser Ziel ist eine Förderung, die einfach, digital, sozial gerecht und technisch flexibel ist. Damit können wir die Sanierungsrate erhöhen und gleichzeitig die Fördereffizienz steigern“, betont Prof. Thomas Auer von der TU München. Weitere Informationen >>>

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zuletzt editiert am 11. Dezember 2025