Viele Mitgliedsunternehmen des Deutschen Abbruchverbands halfen und helfen in den betroffenen Regionen. Quelle: Deutscher Abbruchverband
Viele Mitgliedsunternehmen des Deutschen Abbruchverbands halfen und helfen in den betroffenen Regionen. Quelle: Deutscher Abbruchverband

Bautenschutz

10. August 2021 | Teilen auf:

Flutkatastrophe: Baubranche hilft Betroffenen

Viele Unternehmen und Verbände aus der Baubranche halfen und helfen den Betroffenen der Starkregenkatastrophe. Fast täglich erreichen die B+B-Redaktion Pressemitteilungen über Hilfsaktionen. Stellvertretend haben wir zwei Beispiele herausgesucht.

Die Ingenieurkammer-Bau NRW unterstützt das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung bei der Überprüfung von durch die Starkregenkatastrophe beschädigten Gebäuden. Die Kammer verzeichnet große Bereitschaft zu unbürokratischer Hilfe: Zahlreiche Ingenieurbüros haben ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für Unterstützungsleistungen freigestellt. Die IK-Bau NRW verteilt die betreffenden Tragwerksplaner gemäß ihrer Verfügbarkeit auf die Gemeinden. Die Spezialisten unterstützen dann die örtlichen Sicherheitsbehörden sowie die Bergungs- und Rettungskräfte technisch und beraten in den betroffenen Gebieten zu Standsicherheitsfragen. Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Ingenieurkammer-Bau NRW, betont: „Vor dem Hintergrund des großen Leids, das die Flutkatastrophe verursacht hat, ist es uns Ingenieurinnen und Ingenieuren ein besonderes Anliegen unsere Qualifikationen ganz unmittelbar in den Dienst der von der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen betroffenen Menschen zu stellen und damit ein Signal der Mitmenschlichkeit und der gesellschaftlichen Verantwortung auszusenden.“

Betroffene Gebäude lassen sich oft erhalten. Dipl.-Ing. Jörg Friemel, Vorstandsmitglied der IK-Bau NRW macht Betroffenen Mut: „In der Regel kann eine Vielzahl der Gebäude wieder nutzbar gemacht werden, nur wenige sind aus wirtschaftlicher Sicht nicht mehr zu halten.“ Allerdings können auch Umstände eintreten, die den Erhalt eines Gebäudes nicht erlauben. „Insbesondere dann, wenn sich ein Gebäude schief gestellt hat, ist ein Abriss oft nicht mehr zu vermeiden“, erläutert Dipl.-Ing. Alexander Pirlet, ebenfalls Vorstandsmitglied der IK-Bau NRW. Risse müssten genau untersucht werden – sie entstünden oft durch von den Wassermassen ausgelöste Verformungen im Untergrund. Bei einfachen Schäden könne aber durch eine Unterfangung auf tragfähigen Baugrund, in schwereren Fällen beispielsweise durch das Injektionsverfahren oft das Gebäude gerettet werden.

www.ikbaunrw.de

Auch viele Mitglieder des Deutschen Abbruchverbands (DA) haben sich bei Hilfsaktionen in den betroffenen Gebieten engagiert. So wurde nach Angaben des Verbands vor allem die Zwischenlagerung und der anschließende Abtransport der riesigen Abfallmengen oft durch Mitglieder des Verbands zügig und fachmännisch vorgenommen. Zunächst war der Müll unkoordiniert und ohne System einfach da, wo Platz war hingebracht worden, so auf Seitenstreifen von Landstraßen oder den örtlichen Fußballplatz.

Auch die Flüsse – zum Beispiel Ahr, Inde – wurden und werden durch Mitgliedsunternehmen von Treibgut, Unrat und Bäumen befreit, damit nicht noch mehr Brücken zerstört werden beziehungsweise das Wasser wieder kontrolliert abfließen kann. Häuser und Zufahrtsflächen wurden freigeräumt, um die Wege für Hilfseinsätze wieder befahrbar zu machen. Auch der Bahn greifen die Unternehmen unter die Arme, da Haltepunkte komplett verwüstet und Gleise unterspült und zum Beispiel Autos auf Gleise geschwemmt wurden. Die Unternehmen räumen dort auf, bauen die Gleise zurück und tauschen den Untergrund für den Neuaufbau der Gleistrasse aus. Stromaggregate und Dieseltanks werden zur Verfügung gestellt sowie Arbeitsmaterialien wie Eimer, Handschuhe, Schaufeln, Besen, Gummistiefel und Wasser, teilweise auch durch Unterstützung von Lieferanten. Der DA bedankte sich in einer Pressemitteilung für das Engagement seiner Unternehmen.

www.deutscher-abbruchverband.de