Seit einigen Jahren werden feuchteregulierende Klimakalkputze von mehreren Putzherstellern auf dem Markt angeboten. Diese Kalkputze sollen dazu beitragen, ein behagliches Raumklima zu erreichen.
Die Qualität der Raumluft beeinflusst das menschliche Wohlbefinden, das Leistungsvermögen und die Gesundheit. Wir fühlen uns dann wohl und sind in der Lage, Leistung zu erbringen, wenn wir uns behaglich fühlen. Die Behaglichkeit, genauer gesagt die thermische Behaglichkeit, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab, die das Raumklima wesentlich beeinflussen. Bestimmt wird das Raumklima vor allem durch die Luftfeuchte, die Temperatur der Raumluft und der Umschließungsflächen (Boden, Wände und Decke) sowie die Luftströmung.
Zu den Strategien der energetischen Modernisierung gehört auch die luftdichte Ausführung der Gebäudehülle. Sie reduziert den "natürlichen" Luftaustausch in den Innenräumen, so dass nur noch wenig Feuchtigkeit aus den Räumen abgeführt wird. Weicht die Oberflächentemperatur der Außenschale zu stark von der Raumtemperatur ab, so besteht die Gefahr der Kondenswasserbildung. In der Regel schlägt sich Tauwasser bei Temperaturunterschieden von mehr als 6 K auf der Oberfläche nieder und erhöht die Gefahr, dass sich Schimmelpilze bilden.
Hygrothermische Eigenschaften bestimmen das Putzprofil
Dem Nutzer steht zur aktiven Regulierung der Raumluftfeuchte eine Vielzahl von Geräten zur Verfügung, die aus der Hausklimatechnik bekannt sind und von Luftentfeuchtern über Fensterlüfter und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung bis zu großen Klimaanlagen reichen. Nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus Gründen der Hygiene werden im Wohnalltag jedoch oft passive Luftentfeuchtungsverfahren bevorzugt. In diesem Zusammenhang erinnerte man sich in der jüngeren Vergangenheit der Kalkputze als Innenputz, um eine "Feuchteregulation" zu bewirken (vergleiche den Kasten "Kalkputze: Definition und Eigenschaften" auf dieser Seite).
Man bezeichnet einen Innenputz als "feuchteregulierend", wenn sich nach seiner Applikation ein ausreichendes Wasserspeichervermögen nachweisen lässt und er in der Lage ist, Wasser weiterzuleiten. Ermittelt werden diese Eigenschaften durch Kennwerte wie kapillare Wasseraufnahme, Porosität, Trockenraumdichte und Wasserdampfdiffusion. Zu diesen hygrischen Eigenschaften gehören auch noch die Sorptionsisotherme und die Wasserresorption, die den Putz definieren. Soll er zusätzlich auch klimaregulierende Eigenschaften haben, muss er daneben noch bestimmte thermale Eigenschaften aufweisen, die unter anderem durch seine Wärmeleitfähigkeit und -kapazität bestimmt werden.
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