Eine Halle mit mehreren Robotern.
CREATE: Das sind drei Roboter, die mit ihren 13 Werkzeugen in nur drei Stunden Betonfertigteile produzieren können. (Quelle: Ruhr-Universität Bochum)

Betoninstandsetzung 2026-07-30T07:08:25.008Z Exakte, belastbare Betonteile in drei Stunden

In nur drei Stunden erzeugt die weltweit einmalige Anlage „CREATE" der Ruhr-Universität Bochum ein fertiges Betonbauteil. Es ist dann durchgehärtet, voll belastbar, präzise gefertigt und qualitätsgeprüft. Dieser digital gesteuerte Workflow könnte den Bau revolutionieren.

Jeder der drei Roboter von CREATE – kurz für Concrete Robotics Engineering in Automation Technology – verfügt über 13 Werkzeuge, mit denen er zum Beispiel greifen, schweißen oder schrauben kann. Das passende Werkzeug wählt der Roboter selbst aus. Auf selbstfahrenden Flurfahrzeugen platzieren sie die Schalung, deren Form frei einstellbar ist, und versehen sie mit Stahlstäben als Bewehrung. Mittels Schweißen oder mit Drähten werden die Stäbe verbunden, dann die Form mit Beton gefüllt. Die Flurfahrzeuge bringen das Bauteil dann in den Ofen, wo es ausgehärtet wird. „Im Grunde wie in einem Waffeleisen“, erklärt Prof. Dr. Peter Mark vom Lehrstuhl Massivbau. Sämtliche Arbeitsschritte sind digital hinterlegt; per Augmented-Reality-Brille kann man den gesamten Prozess verfolgen. 

Das Ganze beschleunigt die Erstellung von Bauwerken aus mehreren Gründen erheblich: „Auf einer herkömmlichen Baustelle wird jede Schalung von mehreren Arbeitern aus Holz gezimmert. Sie müssen die Bewehrung mit Drähten verbinden. Das alles ist mit viel Handarbeit verbunden, auch in Fertigbetonteilwerken“, berichtet Dr. David Sanio vom Lehrstuhl Massivbau. Nach dem Einfüllen des flüssigen Betons dauert es drei bis fünf Tage, bis man ausschalen kann. Dann muss der Beton weiter aushärten, bis er nach 28 Tagen voll belastbar ist. „Personalmangel verlängert diese Prozesse weiter“, erklärt Sanio. 

Schneller und präziser 

Digital gesteuerte Roboter hingegen können Tag und Nacht arbeiten und erzeugen zudem präzisere, standardisierte Bauteile, die nur im Submillimeterbereich voneinander abweichen. Die Erhärtung innerhalb von zwei Stunden im Ofen bei 80 Grad Celsius verkürzt den Bauprozess massiv. 

Eingeweiht wurde das neue Großgerät, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde, am 15. Juli 2026 an der Ruhr-Universität Bochum. Die neue Anlage soll helfen, die Prozesse im Labormaßstab zu optimieren. Sie steht auch für Kooperationsprojekte mit Industriepartnern zur Verfügung. Die Forschenden planen, sie auch für Aufgaben im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 1683 Modular Reuse zu verwenden, wenn es zum Beispiel darum geht, wiederzuverwendende Betonbauteile zu bearbeiten. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 30. Juli 2026
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