Insgesamt 55 Unternehmen aus 13 verschiedenen Ländern haben sich zu einer Genossenschaft nach niederländischem Recht zusammengetan. Sie wollen 2018 die erste Recyclinganlage für Polystyrol (EPS) in Terneuzen eröffnen.
Bei der Anlage handelt es sich um ein Pilotprojekt, bei dem alte Dämmstoffe aus EPS zur Wiederverwendung aufbereitet werden. Die Anlage, die über eine Kapazität von 3.000 Tonnen pro Jahr verfügt, soll im dritten Quartal 2018 ans Netz gehen. Während sie alte Dämmstoffe aus Polystyrol („Styropor“) in ein Polystyrol-Recyclat umwandelt, schleust sie auch das Flammschutzmittel HBCD aus dem Stoff, sodass es als Brom von dem der Anlage benachbarten Chemieunternehmen ICL als Rohstoff verwendet werden kann. Die Demonstrationsanlage arbeitet mit dem „Creasolv“-Prozess, den das Fraunhofer IVV entwickelt hat.
Geschäftsführer der Initiative „PSLoop“ ist Jan Noordegraaf, der in der Synbra-Gruppe, der Muttergesellschaft der schwäbischen IsoBouw GmbH, als Leiter des Entwicklungsbereichs tätig ist. Synbra ist Miteigentümer der Pilotanlage. Zu den weiteren Mitgliedern und Unterstützern zählen unter anderem Unternehmen, die EPS oder Dämmstoffe aus EPS herstellen ebenso wie EPS-Entsorger und –Recycler und Hersteller von Werkzeugen.
Aktuell erarbeitet die mit 9 Millionen Euro finanzierte PSLoop-Initiative ein Logistik-Konzept zur Rücknahme von EPS- und XPS-Abfall vorzugsweise aus dem Baubereich. So sollen die zum Start erforderlichen circa 500 Tonnen Material für die Pilotanlage aus Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden gesammelt werden.
