„Wenn wir nicht entschlossen dafür sorgen, dass ein Sanierungsziel von drei Prozent des Bestands pro Jahr erreicht wird, fürchte ich, dass diese guten Nachrichten leider Eintagsfliegen bleiben“, betont der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker.
„Wenn wir nicht entschlossen dafür sorgen, dass ein Sanierungsziel von drei Prozent des Bestands pro Jahr erreicht wird, fürchte ich, dass diese guten Nachrichten leider Eintagsfliegen bleiben“, betont der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. (Quelle: DEN e.V. / Kerstin Jana Kater)

Gebäude + Energie 2024-04-01T21:30:28.638Z Energieberater-Netzwerk: UBA-Prognose kein Grund für Entwarnung

Mit Zurückhaltung hat das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. auf die Prognose des Umweltbundesamtes (UBA) in Sachen Klimaziele reagiert. Das UBA hat berechnet, dass die Treibhausgasprojektionen 2024 bis 2030 einen Rückgang um knapp 64 Prozent im Vergleich zu 1990 ausweisen. Damit sei das deutsche Klimaziel für 2030 – die Verringerung der Treibhausgasemissionen um mindestens 65 Prozent – greifbar.

Das UBA hat allerdings auch betont, dass es besonders im Verkehrssektor und im Gebäudebereich einigen Nachholbedarf gebe. „So erfreulich diese Zahlen sind, können wir mit Ihnen strukturell nicht ganz zufrieden sein“, kommentiert der Vorsitzende des DEN, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker. „Bei differenzierter Betrachtung fällt auf, dass ein großer Teil der THG-Einsparungen auf besonders milde Witterung im Winter, sparsameres Verbraucherverhalten durch gestiegene Energiepreise und gesunkene Kohleverstromung zurückzuführen ist. Diese Faktoren sind allerdings nicht unbedingt von Dauer.“ 

Milde Wintermonate und hohe Preise hauptverantwortlich für CO2-Einsparung 

Die Emissionsminderung im Jahr 2023 im Gebäudesektor in Höhe von 8,3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalenten oder 7,5 Prozent ist laut UBA auf milde Wintermonate und höhere Verbraucherpreise zurückzuführen. Dannecker: „Als Energieberater müssen wir leider feststellen, dass der Gebäudebereich seine Hausaufgaben noch nicht gemacht hat und immer noch deutlich mehr Treibhausgas ausstößt als erlaubt. Selbst wenn sich der Zubau von Wärmepumpen im vergangenen Jahr positiv auf die Emissionsentwicklung ausgewirkt hat, so beobachten wir aktuell gerade in diesem Bereich ein neuerliches Zögern der Bauherren. Dies nicht zuletzt wegen des Hin und Her auf Seiten der Politik.“ 

Dannecker warnt davor, aus solchen Gründen nichts zu tun. „Mit energetischen Sanierungen der Gebäudehülle und der Haustechnik abzuwarten, wäre ein schlechter Rat. Es ist schon jetzt abzusehen, dass sich nicht zuletzt durch die CO2-Bepreisung fossile Brennstoffe spürbar verteuern werden.“ Viele Immobilienbesitzer seien nach wie vor motiviert, ihre Häuser zu sanieren. „Oftmals zögern sie jedoch mit Investitionen, weil das politische Umfeld noch zu viele Unsicherheiten birgt. Sie wünschen sich Planungssicherheit. Hier liegt noch ein großes Potenzial brach, welches man unbedingt nutzen sollte. So würde man die klimatechnisch positive Tendenz auch bei den Bestandsgebäuden verstetigen.“ Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 01. April 2024
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