Am 16. Dezember 2011 ist der Startknopf für den Freibewitterungsversuchsstand zur Energiegewinnung aus Fassaden gedrückt worden. Das Forschungsprojekt ist von Wissenschaftlern der Hochschule Wismar in Zusammenarbeit mit Industriepartnern konzipiert.
Der Versuch dient der Entwicklung von energetisch aktiven Fassaden. Mit deren Hilfe kann die Beheizung von Gebäuden durch erneuerbare Energien unterstützt werden.
Sechs nach Süden ausgerichtete Versuchsflächen, die unterschiedliche Oberflächen besitzen, werden durchströmt und entziehen der Fassadenoberfläche Wärmeenergie. Unterkühlung, Volumenstrom und Entnahmezeiten werden mit Hilfe eines eigens konzeptionierten Mess- und Steuerungssystems so geregelt, dass übermäßige Betauung beziehungsweise Vereisung der Oberfläche ausgeschlossen werden.
Der Freibwitterungsversuch ist wesentlicher Bestandteil des dreijährigen, vom BMBF geförderten, Forschungsprojektes "biopFS": Bifunktionale opake Fassadensysteme zur Dämmung und Wärmeenergiegewinnung.
Durch Einbeziehung der opaken Außenwandflächen in das Gesamtenergiekonzept von Gebäuden soll, zu einem vertretbaren technischen und ökonomischem Aufwand, ein bisher nicht hinreichend beachtetes regeneratives energetisches Potential erschlossen werden.
Die Forschungsgruppe an der Hochschule Wismar wird von den Industriepartnern SOVA GmbH, Kamp-Bornhofen und Güstrower Wärmepumpen GmbH in Form von Technik und Know-how unterstützt. Die Gemeinde Lübesse unterstützt das Projekt durch Bereitstellung einer Fläche auf dem Areal des ehemaligen Domanialhofes in Ortkrug.
