Gebäude + Energie 2016-11-21T00:00:00Z Energetisch sanieren lohnt sich im Schnitt

Energieeffizient sanierte Wohnhäuser und Neubauten verbrauchen mindestens 60 Prozent weniger Endenergie als ein Durchschnittshaus. Das geht aus einer Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) hervor, die ermittelt hat, welche Energieeinsparungen in der Praxis tatsächlich erreichbar sind.

Dafür wurden die Energieverbrauchsabrechnungen von  121 effizienten Wohnhäusern und die Eigentümerangaben zu Nutzung und  Zustand ihres Hauses analysiert. "Wer bisher noch Zweifel an der Wirksamkeit von  Energieeffizienzmaßnahmen hatte, kann jetzt beruhigt seine Baupläne  angehen. Unsere Studie beweist, wie viel energieeffiziente Wohnhäuser zur Reduzierung von Treibhausgasen und Energiekosten tatsächlich  beitragen", sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der  dena-Geschäftsführung. "Sie zeigt auch, dass wir schon heute die  technischen Möglichkeiten haben, um die Ziele der Bundesregierung für den Gebäudebereich erreichen zu können." Details zur Studie Die von der dena untersuchten neuen oder sanierten Wohnhäuser, die  mit Öl, Gas, Fernwärme oder Holz heizen, verbrauchen rund 60 Prozent  weniger Endenergie als der Durchschnitt, strombeheizte sogar 90 Prozent.

Die Größenordnung, um wie viel geringer der Energieverbrauch eines neuen oder sanierten Hauses ist, hängt von verschiedenen  Faktoren ab: von der Gebäudedämmung, der Heizungsart, dem  Energieträger und dem Nutzerverhalten.

Als Vergleichswert für die Untersuchung wurde der Energieverbrauch  des Wohngebäudedurchschnitts aus dem Jahr 2008 herangezogen, dem  Vergleichsjahr für die Energiewendeziele der Bundesregierung. Der  jährliche Endenergieverbrauch lag 2008 bei zirka 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzfläche. Die sanierten und neu errichteten  Gebäude verbrauchen dagegen nur etwa 50 bis 60 Kilowattstunden pro  Quadratmeter Nutzfläche und Jahr, wenn sie mit Gas, Öl oder Pellets  beheizt werden oder etwa 20 Kilowattstunden pro Quadratmeter  Nutzfläche und Jahr, wenn sie eine elektrische Wärmepumpenheizung  haben.

In Energieausweisklassen würde das eine Verbesserung von E  (beziehungsweise F bis G für unsanierte Häuser) auf A+ bis B bedeuten. Die erhobenen Daten für die Studie stammen größtenteils von Neubauten und Sanierungen, die seit 2006 in üblicher Baupraxis entstanden und  daher in der Breite realisierbar sind. Ein Teil geht auf Projekte des dena-Modellvorhabens zurück. Die 121 untersuchten Effizienzhäuser  umfassen 50 neue Ein- und Zweifamilienhäuser, 7 neue  Mehrfamilienhäuser, 46 energetisch sanierte Ein- und  Zweifamilienhäuser und 18 energetisch sanierte Mehrfamilienhäuser.  Alle Häuser haben eine gedämmte Gebäudehülle und eine effiziente  Anlagentechnik.

Die Studie ist eine Vertiefung der  dena-Verbrauchsstudie von 2013, die die Verbrauchskennwerte von 63 sanierten Wohnhäusern aus dem dena-Modellvorhaben Effizienzhäuser  untersucht hat. Ein Energiewendeziel der Bundesregierung sieht vor, den  Primärenergiebedarf von Gebäuden bis 2050 um 80 Prozent zu senken.  

Primärenergie bezeichnet die Energie inklusive der Vorketten zum  Herstellen von Strom, Gas, Fernwärme und so weiter und bildet die Umweltwirkung des Energieverbrauchs besser ab als die Endenergie, die der Verbraucher an seinen Zählerständen ablesen kann. Um die  Primärenergie um 80 Prozent zu reduzieren, muss durch  Effizienzmaßnahmen am Gebäude je nach Energieträger mindestens zirka 60 Prozent Endenergie eingespart werden.

Die aktuelle Studie "Auswertung von Verbrauchskennwerten  energieeffizienter Wohngebäude" wurde vom Bundesministerium für  Wirtschaft und Energie gefördert und steht mit einer Zusammenfassung  auf der Website der dena zur Verfügung.

zuletzt editiert am 09. April 2021
Newsletter