Seit 1954 sorgt der Malerbetrieb Mathenz aus Düsseldorf dafür, dass Fassaden gut aussehen. Als Ende der 1980er-Jahre die energetischen Anforderungen an die Fassade stiegen, merkte die Firma schnell, dass eine Schnittstelle zwischen den einzelnen Gewerken nötig ist, um Abstimmungsprobleme so gering wie möglich zu halten. Aus diesem Grund entwickelte Mathenz ein Konzept zur Fassadensanierung aus einer Hand.
Der Wohngebäudeblock einer Wohngenossenschaft in der Oberbilker Allee in Düsseldorf hebt sich bunt zwischen Straße und Bahnhaltestelle ab. 2008, bevor die bis 2011 dauernde Sanierung begann, war das noch nicht der Fall. Da erschienen die Gebäude in matten Grün-, Grau- und Orange- Tönen und Graffitis waren an Wände und untere Balkone gesprüht worden. Doch nicht nur die matten Farben ließen die Wohngenossenschaft nach einem Sanierungskonzept suchen. Die Balkone waren nicht mehr überall so intakt wie 1951, als die Mehrfamilienhäuser gebaut wurden, und eine Wärmedämmung sollte die Heizkosten senken. Mit diesen Sanierungsaufgaben wandte sie sich an Holger Przyrembel, Inhaber des Unternehmens Mathenz Malerbetrieb. Er erstellte ein Konzept, das von der Wärmedämmung über die Balkonsanierung bis zu einem neuen Farbkonzept reichte – eine Fassadensanierung aus einer Hand.
Den Schwerpunkt vom Neubau auf den Bestand verlagert
Die Fassadensanierung aus einer Hand war nicht immer das Hauptgeschäft des Malerbetriebs Mathenz. Bis zu den Anfängen der 1970er-Jahre beschäftigte sich das Handwerksunternehmen fast ausschließlich mit dem Verputzen und Anstreichen von Neubauten. Seit Anfang der 1970er-Jahre kam dann hinzu, Fehler der Wiederaufbaujahre nach dem 2. Weltkrieg zu beheben. Hier traten vor allem Schäden an Betonbauteilen auf. Armierungen wurden nicht richtig in den Betondecken verarbeitet, und in vielen Böden gab es so einige Schäden, die behoben werden mussten. Meist lag es an den Bewehrungskörben, die zu dicht an der Oberfläche lagen, da die damaligen Bauvorschriften von zwei Zentimetern Überdeckung selten eingehalten wurden. So rückte im Betrieb Mathenz die Betonsanierung stärker in den Fokus.
Ende der 1980er-Jahre wurden an die Fassadensanierung immer höhere energetische Anforderungen gestellt. Und der Bauherr entschied sich für eine energetische Fassadensanierung. Um diese vernünftig ausführen zu können, entwickelte sich Mathenz zu einer Schnittstelle zwischen den Gewerken. „Je mehr Fremdgewerke am Bau tätig sind, desto mehr Probleme können auftreten, die man selbst nicht steuern kann“, erklärt Przyrembel den Ansatz von Mathenz. „Wenn andere meine Vorarbeiten machen und diese nicht fachgerecht ausführen, dann kann ich auch keine vernünftige Arbeit leisten. Daher haben wir irgendwann die Vorarbeiten selbst übernommen.“ Wenn bei einem Auftrag für einen Fassadenanstrich der Putz zum Teil schadhaft war, dann wurde der Putzer geholt, der dann beigearbeitet hat. Hat er es nicht richtig gemacht, musste der Betrieb Mathenz nacharbeiten. „Es lässt sich ja auch kein Autobauer die Karosserie von Opel kommen und baut dann einen Porsche drum herum“, beschreibt Przyrembel.
Dass dies für den Betrieb der richtige Weg war, hat sich im Laufe der Jahre bestätigt. So wurde das Angebot immer mehr erweitert. Daher übernimmt Mathenz die Koordination und Kontrolle der Gewerke von der Erstellung des Sanierungskonzepts bis zur Bauabnahme.
„Damit schließen wir schon vor Beginn der Arbeiten Probleme, die bei den Arbeiten der unterschiedlichen Gewerke entstehen können, aus“, erklärt Przyrembel. Das hat für den Auftraggeber den Vorteil, dass Przyrembel koordiniert und die Arbeiten abstimmt. Sollte ein Problem auftreten, ist er der Ansprechpartner. Der Bauherr kommt nicht in Kontakt mit den einzelnen Gewerken. So auch in der Oberbilker Allee. Bei den ersten Begehungen wurden die Schäden geprüft und die Wünsche der Genossenschaft aufgenommen. Neue Balkone, Putzabtrag, Anbringen von WDVS und neuem Putz, modernes Farbkonzept und wo unbedingt notwendig auch neue Fenster. „Die Konzepte zur Fassadensanierung aus einer Hand sind genauso individuell, wie die Fassade selbst“, betont Przyrembel, „zuerst wird der Istzustand bewertet, der Aufbau der Fassade erfasst und die vorhandenen Schäden werden aufgenommen.“ Erst darauf kann ein Sanierungskonzept aufbauen. Um dieses umzusetzen, hat Przyrembel geschulte Mitarbeiter und greift auf Kooperationen mit anderen Betrieben zurück. Die Fassade besteht meistens nicht nur aus der Vorderfront. Die Konstruktion aus Fassade und Balkonen kann nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Bei der Erstellung des Sanierungskonzepts muss immer das Kosten-Nutzen-Verhältnis gewahrt bleiben: Wird gedämmt? Wird nicht gedämmt? Bleiben die Balkone? Oder werden sie ausgetauscht? Was ist mit den Fenstern?
Zwischen den Gewerken vermitteln und koordinieren
Bei der Sanierung in der Oberbilker Allee kamen die Mitarbeiter der Firma Mathenz zum Einsatz. Maler, WDVS-Spezialisten, Putzer und Betonsanierer arbeiteten gemeinsam an allen Wohngebäuden. Dabei nahmen sie sich in den Sommermonaten jeweils einen der drei Blocks vor.
Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND, Ausgabe 5.2013 .
Autorin: Heike Weßel

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