Die Unterzüge wurden mit den Systemen „StoConcrete Carbon Plate“ (Biegezugbewehrung) und „StoConcrete Steel Plate“ (Querkraftbewehrung) verstärkt. (Quelle: StoCretec GmbH)
Die Unterzüge wurden mit den Systemen „StoConcrete Carbon Plate“ (Biegezugbewehrung) und „StoConcrete Steel Plate“ (Querkraftbewehrung) verstärkt. (Quelle: StoCretec GmbH)

Betoninstandsetzung

31. March 2022 | Teilen auf:

Schlanke Verstärkung

Bei der Sanierung des Deutschen Museums in München war unter anderem die Tragfähigkeit des Skelettbaus zu erhöhen. Um am Erscheinungsbild des historischen Gebäudes nichts verändern zu müssen, wählten die Planer ein System von StoCretec, das eine Erhöhung der statischen Tragfähigkeit durch carbonfaserverstärkte Lamellen und verklebte Stahllaschen bei nur geringfügiger Veränderung der Bauteilgeometrie ermöglicht.

Das Deutsche Museum in München wird bereits seit 2006 saniert. Bis 2028, dem Jahr seines 125. Jubiläums, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Der Besuch der Ausstellungen auf rund 25.000 Quadratmetern Fläche bleibt durchgehend möglich. Im Rahmen der Modernisierung erfolgte eine Nachrechnung der Bestandsstatik von 1910. Diese ergab die Notwendigkeit, das Tragwerk statisch zu verstärken, um heutige normative Anforderungen an die Tragfähigkeit zu erfüllen. Bei dem historischen Bauwerk handelt es sich um eine Skelettbauweise aus bewehrtem Beton. Es gibt keine tragenden Wände. Das Tragwerk besteht aus Decken, Unterzügen und Stützen.

Die Verstärkung der Unterzüge erfolgte durch Biegezugbewehrung aus carbonfaserverstärkten Kunststofflamellen (CFK) mit dem System „StoConcrete Carbon Plate“ und Querkraftbewehrung aus verklebten Stahllaschen mit „StoConcrete Steel Plate“. Sie ermöglichten eine statische Verstärkung, die sich an die bestehende schlanke Architektur anpasst. Zur Berechnung der Genehmigungsstatik setzten die Tragwerksplaner der PBG Planungsgruppe Bachmann die Software „FRP Lamella“ von S&P Clever Reinforcement ein.

Nach wenigen Tagen sind die verstärkten Bauteile voll belastbar

Das System „Carbon Plate“ hat ein geringes Eigengewicht, erhöht also kaum die ständigen Lasten der tragenden Bauteile. Nach Angaben StoCretec ist es schnell und ohne größere Beeinträchtigung durch Staub und Schmutz zu installieren. Nach wenigen Tagen seien die verstärkten Bauteile voll belastbar. Das System sei flexibel und auch an schwer zugänglichen Bereichen applizierbar. Die CFK-Lamellen werden vor Ort zugeschnitten und lassen sich so an individuelle Erfordernisse anpassen.

Zur Instandsetzung sowie als Unterbau für die CFK-Lamellen kamen der Reparaturmörtel „StoCrete TG 203“ und der Trockenspritzmörtel „StoCrete TS 100“ zum Einsatz. Der Reparaturmörtel dient der lokalen Reprofilierung. Er lässt sich manuell sehr gut verarbeiten – auch über Kopf. Der kunststoffmodifizierte Betonersatz verfüge über hohes Standvermögen und hafte sehr gut auf dem Betonuntergrund, so Stocretec. Der Trockenspritzmörtel eignet sich für die großflächige Erhöhung der Betondeckung ebenso wie für die lokale Reprofilierung. Polypropylenfasern sorgen für die speziellen Brandschutzeigenschaften, verstärken die Frischmörtelstruktur und gestatten Schichtdicken bis zu 50 Millimeter in einem Arbeitsgang. Beide Systeme eignen sich für die Anwendung bei zusätzlichen Anforderungen an die statische Mitwirkung und zur Reprofilierung des Untergrundes im Rahmen der Tragwerksverstärkung mit geklebter Bewehrung aus CFK-Lamellen. Weitere Informationen >>>

zuletzt editiert am 31.03.2022