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Alle Abb.: Knauf Perilit

Innendämmung 2011-06-30T00:00:00Z Ein Rathaus findet zu neuem Glanz

Bei der Sanierung des Rathauses in Saarlouis war die Innendämmung und die Erneuerung der Fensterverglasung ein wenstlicher Bestandteil. Schrittweise wurde das Gebäude auf den neusten Stand der Technik gebracht, dabei wurde der Denkmalschutz nie außer Acht gelassen.

Das Rathaus der Kreisstadt Saarlouis ist ein mit einem klassischen Fensterachsensystem gegliedertes Gebäude, das an die städtebaulichen Rahmenbedingungen des Großen Marktes anlehnt. In Folge der starken Kriegsschäden wurden wesentliche Bereiche der umgebenden Bebauung des Großen Marktes, so auch das Rathaus, in den fünfziger Jahren neu erstellt. Die Bebauung orientiert sich dabei am historischen Grundriss der 1680 gegründeten Vauban’schen Festungsstadt.

Das neue Rathaus wurde zwischen 1951 und 1954 nach Plänen des damaligen Leiters des Bauamtes der Stadt Saarlouis, Oberbaurat Focht, errichtet. Das Gebäude verkörpert ein positives Beispiel der Architektur der frühen Nachkriegszeit. Der 27 Meter hohe Rathausturm gilt inzwischen als Wahrzeichen der Stadt. Ein Steinschnitt-Zyklus an der Frontseite, gestaltet vom einheimischen Bildhauer Simon, führt durch die wechselvolle Geschichte der Stadt.

Der Große Markt als Platzfläche inkl. der ihn umgebenden Platanenallee wie auch das Rathausgebäude sind als Einzeldenkmale in der Denkmalliste Saarland geführt. Das Rathaus präsentiert sich mit seinen großflächigen Jurakalk-Fassadenplatten und dem Arkadengang im Erdgeschoss auf der Schauseite zum Großen Markt als Gestalt prägendes Bauwerk innerhalb der den Platz umgebenden Fassaden. Die Seitenflügel sind optisch weniger aufwändig als Putzfassaden ausgeführt. Allerdings sind auch hier teilweise Natursteinfensterumfassungen vorhanden, sodass von vornherein eine Außendämmung zur energetischen Verbesserung ausschied. Das Gebäude ist als Stahlbetonskelettbau mit Ziegelsteinausfachungen ausgeführt.

Das Objekt

Schritt für Schritt zur Denkmalgerechten Sanierung

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Das kapillaraktive Dämmsystem sorgt auf der Büroetage für ein gesundes und angenehmes Klima - bei hoher Dämmleistung

Ab 2005 wurde das Gebäude schrittweise saniert. Neben dem Erhalt der wesentlichen Elemente der Fünfzigerjahre Architektur im Haupttreppenhaus und den wichtigen Raumzonen (z. B. Empfangssaal, Gobelinsaal) wurden insbesondere die seitlich an das Haupttreppenhaus heranreichenden Flügel der Büros und Funktionszonen nachhaltig saniert. Neben Investitionen in die Haustechnik wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz durchgeführt. Wesentlicher Bestandteil waren hier eine hochwertige Innendämmung und die Erneuerung der Fensterverglasung.

Die Büroräume werden innen gedämmt

Das 2. Obergeschoss, eine komplette Büroetage, ist 50 Meter lang und 15 Meter breit, mit einem Flur, von dem links und rechts die Büros abgehen. Für die Dämmung der Büroaußenwände wurde das mineralische, kapillaraktive System "TecTem Insulation Board Indoor" eingesetzt.

Warum "TecTem Insulation Board Indoor"

Das System von Knauf Perlite hat einen thermischen Kennwerte von λ = 0,045 W/mK. Mit dem pH-Wert 10 und der Fähigkeit, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, ist die mineralische Platte zur Dämmung und gleichzeitigen zur Schimmelpilzvermeidung geeignet. Sie nimmt Kondensat auf und gibt es zeitverzögert wieder ab (Wasseraufnahmekoeffizient Aw = ca. 1,98 kg/m²s⁰·⁵ Wasserdampf-diffusionswiderstand µ = 5-6). Feuchtespitzen in der Raumluft werden abgepuffert und die Oberflächentemperatur der Wand erhöht.

Materialien sind nachhaltig und umweltgerecht

Die Dämmplatte ist aus natürlichem Perlite und mineralischen Bindemitteln hergestellt und hat ein geringes Gewicht. Sie ist faserfrei und ohne Gesundheitsrisiken einzusetzen. Außerdem enthält sie keine toxischen Materialien und ist daher baubiologisch unbedenklich. "TecTem Insulation Board Indoor" wurde vom eco-Institut, Köln auf Emissionen und Inhaltsstoffe geprüft und zertifiziert.

Sicherer Brandschutz

Das System ist nicht brennbar und ist in die Baustoffklasse A1 nach DIN EN 13501-1 einzuordnen.

www.knauf-perlite.de

Kapillaraktives Komplettsystem

Verarbeitet wurden von der Firma Köhler Putz GmbH die 60 mm dicke Dämmplatte und das ergänzende "TecTem"-Zubehör wie Laibungsplatten, Klebespachtel, Füllmörtel, Grundierung, Gewebe und Flächenspachtel, die aufeinander abgestimmt sind und die Dämmleistung sowie die Kapillaraktivität des Gesamtsystems gewährleisten. Zur Vorbereitung der Montage wurde der alte Gipsputz abgeschlagen, sowie anschließend die Oberfläche mit Kalkmörtel geebnet und geglättet wurde, da die zu dämmenden Untergründe eben sein müssen. Die Normen DIN 18202 und 18203, Toleranzen im Hochbau, sind dabei zu berücksichtigen.

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Überstände an Ecken konnten nach der Montage einfach mit dem messer oder dem Fuchsschwanz beseitigt werden.

Vor dem Anbringen der ersten Platten wurde auf dem Fußboden ein Entkopplungsstreifen montiert, dann der Klebespachtel vollflächig auf "TecTem Insulation Board Indoor" aufgebracht und mit einer Zahntraufel durchkämmt. Die Platten wurden in waagerechten Reihen im Verband mit einem Mindestplattenversatz ≥ 20 cm angesetzt, unter gleichmäßigem Druck schiebend angedrückt und lot- wie fluchtgerecht ausgerichtet. Die Verlegung erfolgte dicht gestoßen. Passstücke wurden einfach mit einem feinzahnigen Fuchsschwanz auf benötigte Maße geschnitten.

An Wandöffnungen wie z. B. Fenstern wurde ausgeschlossen, dass die Stoßfugen der Dämmplatten über den Eckpunkten der Öffnungen oder den Anschlusszonen unterschiedlicher Bauteile liegen. Eckbereiche und Innenecken wurden verzahnt ausgeführt.

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Zur Vermeidung von Wärmebrücken wurden Laibungsplatten als flankierende Dämmung an die Fensterlaibungen montiert.

Zur Vermeidung von Wärmebrücken wurden die "TecTem" Laibungsplatten als flankierende Dämmung an einbindende Innenwände und Decken montiert. Aus optischen Gründen kann man die Stirnseite nach dem Verlegen mit dem Trockenbauhobel anschrägen. In den Büros des Rathauses Saarlouis war dies nicht notwendig, da eine circa 20 cm abgehängte Mineralfaserdecke eingezogen wurde und auf den Innenwänden Gipsplatten montiert sind.

Einfache Montage ohne Dampfsperre

Zur Verbesserung der Haftfähigkeit der Oberflächenbeschichtung wurde die gesamte Fläche mit der "TecTem"-Grundierung vorbehandelt. Der anschließende Auftrag des Flächenspachtels erfolgte maschinell in Bahnenbreite des Gewebes, dann wurde das Material mit einer Zahntraufel durchkämmt und das Gewebe vollflächig in das obere Drittel der Armierungsschicht eingebettet. In Stoßbereichen überlappt das Gewebe mindestens 10 cm. Hierauf wurde der "TecTem"-Flächenspachtel aufgetragen.

Anschlüsse, Kanten und Fugen

An den Ecken von Einschnitten in das Innendämm-System wie zum Beispiel Fenster wurden zur Aufnahme von Kerbspannungen zusätzliche Armierungsstreifen (circa 50 x 30 cm) im Winkel von 45º in den Flächenspachtel eingebettet. An den Fenstern wurden die Anputzprofile auf die gewünschte Länge zugeschnitten und der Laibungsplattendicke entsprechend auf die sauberen Fensterrahmen aufgeklebt und fest angedrückt. Das am Anputzprofil befestigte Gewebe wurde später in die Armierungsschicht eingebettet.

Das Fugendichtband wurde entsprechend der Fugendimensionierung in die Anschlussbereiche eingepasst. Für stoßfeste Büroraumkanten beziehungsweise -außenecken wurden Kantenprofile mit alkalibeständigem Glasfasergewebe in den Flächenspachtel eingearbeitet. Auch hier wurde das anschließend aufgebrachte Gewebe mindestens 10 Zenitimeter überlappend auf das Gewebe des Kantenprofils gelegt.

"Die Platte ist härter als viele andere Platten zur Innendämmung", erklärt Rainer Köhler vom Innendämmspezialisten Köhler Putz GmbH. "Die Ecken und Kanten der Platten sind erstaunlich stabil. Und wir konnten die Platten dadurch sehr gut und sauber auf Maß schneiden. Das ging sogar hochkant, mit einem speziellen Fuchsschwanz. Eventuell auftretende Lücken beziehungsweise Löcher an den Ecken oder zwischen den Platten waren ganz einfach mit Füllmörtel zu füllen."

Ohne Wärmebrücken

Um Wärmebrücken zu vermeiden wurden statt einzelnen Steckdosen auf der Dämmung Kabelkanäle aus Aluminium montiert, die die Vielzahl der in den Büroräumen benötigten Kabel tragen und über kleine schmale Stahlträger direkt mit dem Mauerwerk verbunden wurden. Unterhalb der Kabelkanäle stehen die Heizkörper auf Konsolen, sind also mit der Außenwand nicht verbunden.

Autorin: Dipl.-Ing. Architektin Andrea Grond, Knauf Perilite, Dortmund

Bautafel

Praxistipps Die Schritte zur Innendämmung mit System

Voraussetzung für jede Innendämmung ist die Luftdichtigkeit der Gesamtkonstruktion. Eine Hinterströmung der Innendämmung ist unbedingt zu vermeiden. Unebenheiten des Untergrundes sind durch einen Ausgleichsputz aus Kalk-Zement zu egalisieren.

Verkleben und montieren

Die Montage der Platten erfolgt waagerecht im Verband mit einem Mindestplattenversatz von 20 cm, lot- und fluchtgerecht ausgerichtet und dicht gestoßen. Fugen < 2mm werden mit "TecTem Füllmörtel" verfüllt, größere Fugen mit Dämmstreifen geschlossen. Eventuelle Versatzstellen werden nach dem Abbinden des Klebers mit einem Schleifbrett egalisiert. Damit die Oberflächenbeschichtung besser haftet, wird die gesamte Fläche mit "TecTem Grundierung" vorbehandelt.

Auf Details achten

An Wandöffnungen wie Fenstern und Türen dürfen die Stoßfugen nicht über den Eckpunkten liegen. Eckbereiche und Innenecken sind verzahnt auszuführen. Dabei werden überstehende Platten nach Abbinden des Klebers abgeschnitten.

An Fenstern, Türen, einbindenden Mauern und anderen Einschnitten in das Innendämmsystem werden an den Ecken zur Aufnahme von Kerbspannungen zusätzliche Armierungsstreifen im Winkel von 45º in den Flächenspachtel eingebettet. Anputzprofile für Fenster- oder Türrahmen auf die gewünschte Länge zuschneiden und entsprechend der Laibungsplattendicke aufkleben und fest andrücken. Das am Anputzprofil befestigte Gewebe wird später in die Armierungsschicht eingebettet.

Vor der vollflächigen Armierung werden auf alle Außenecken Kantenprofile mit alkalibeständigem Glasfasergewebe in den Flächenspachtel eingearbeitet, dann das Gewebe 10 cm überlappend auf das Gewebe des Kantenprofils aufgebracht.

Die Amierung

Der Flächenspachtel wird in Bahnenbreite des Gewebes aufgetragen, manuell oder maschinell, und mit einer Zahntraufel durchkämmt. Das Gewebe anschließend vollflächig in das obere Drittel der Armierungsschicht einbetten, in Stoßbereichen mindestens 10 cm überlappend.

Der Flächenspachtel wird gefilzt

Nach Verfestigung des Flächenspachtels kann am Folgetag der Flächenspachtel 1-1,5 mm dick aufgetragen und geglättet beziehungsweise gefilzt werden.

Gebäude- und Setzfugen werden beachtet

Konstruktionsbedingte Gebäude- oder Setzfugen werden im Innendämmsystem übernommen. Im Bereich der Dehn- und Bewegungsfuge werden entsprechende Bewegungsfugenprofile eingesetzt. Beidseitig der Fuge wird Flächenspachtel aufgetragen, dann der Gewebestreifen des Dehnfugenprofils in die Armierungsmasse mit mindestens 10 cm Überlappung eingearbeitet.

Zum Schluss die Oberflächenbeschichtung

Als Schlussbeschichtung kann ein Farbanstrich aus diffusionsoffener Silikat-, Kalk- oder Kreidefarbe aufgebracht werden. Als Tapeten sind diffusionsoffene Papiertapeten zu empfehlen.

Autor: Dipl.-Ing. Kai Burcek, Anwendungstechnik Knauf Perilite, Dortmund

zuletzt editiert am 09. April 2021
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