Die Unternehmen Putzmeister und Züblin errichten derzeit einen Massivbau mit Hilfe eines 3D-Betondruckers. Dabei werden erstmals tragende Normalbetonwände auf diese Weise hergestellt.
Schicht um Schicht wächst die neue Lagerhalle von Strabag Baumaschinentechnik International im Stuttgarter Stadtteil Weilimdorf in die Höhe. Züblin hat zusammen mit Putzmeister ein innovatives Bauverfahren entwickelt. Basis der neuen Technologie ist eine Autobetonpumpe. Ein automatisch gesteuerter Mastausleger mit 26 Metern Reichweite trägt exakt anhand eines vordefinierten und digitalen Bauplans über einen speziellen Druckkopf Beton in mehreren Schichten auf. So werden geschosshohe, tragende Betonwände gefertigt, die raumabschließend sind, also im Brandfall gegen die Verbreitung von Flammen und Rauch wirken.
Die Herausforderungen des 3D-Betondrucks lagen bisher vor allem in der fehlenden Skalierbarkeit der Technologie für Großprojekte. Bisher hat man vornehmlich mit sogenannten Portaldruckern gedruckt, die auf die Herstellung von kleineren Gebäuden beschränkt sind. Der mobile Betondrucker „Karlos“ besitzt im Vergleich zu anderen Beton-Druckverfahren eine größere Flexibilität und Reichweite und liefert somit das Potenzial zur Skalierbarkeit auch für Großprojekte.
CO2-reduzierte Betone im Einsatz
Ökonomische und ökologische Vorteile der Methode sind neben dem vollständigen Verzicht auf Schalungsarbeiten, auch die Herstellung von Vollwandquerschnitten in einem Arbeitsgang und die Nutzung von CO2-reduzierten Betonen. Durch die ausschließliche Verwendung von Ökostrom für die vollelektrische Maschine und den Einsatz von CO2-reduzierten Betonen leisten Züblin und Putzmeister einen weiteren Beitrag, um den Hochbau nachhaltiger zu gestalten.
Putzmeister-CEO Christoph Kaml sieht „Karlos“ als zentrales Element der Unternehmensstrategie: „Entlang des gesamten Arbeitsprozesses wird ein hoher Grad an Elektrifizierung und Automatisierung erforderlich. Die Reduktion von manueller Arbeit ist ein entscheidender Faktor im Umgang mit dem zunehmenden Fachkräftemangel. Karlos ist als digitale Zukunftstechnologie ein zentraler Baustein auf dem Weg in das Bauen von morgen.“
3D-Druck als Produktivitätstreiber
Additive Fertigungsmethoden, insbesondere der 3D-Druck, sind aus Branchen wie Maschinenbau, Automobil- und Luftfahrtindustrie nicht mehr wegzudenken. Nun erobern sie immer öfter auch Baustellen. Die Verbindung der Fertigungsschritte von der digitalen Planung des BIM-Modells (Building Information Modelling) bis hin zur Realisierung per 3D-Drucker revolutioniert die Abläufe beim Bauen. Die Arbeitsprozesse werden durch die Automatisierung deutlich verschlankt und beschleunigt. Weitere Informationen über Züblin >>> . Weitere Informationen über Putzmeister >>>
