Der Übergang vom erdberührten Bereich zur Fassade ist nicht nur Spritzwasser, sondern auch zahlreichen mechanischen, chemischen und biologischen Angriffen ausgesetzt. Die dadurch verursachten Schäden reichen von Verschmutzungen und schadhaften Anstrichen über Risse und Hohlstellen bis zu massiven Zerstörungen, für die Feuchtigkeit und Salze verantwortlich sind. Ein sinnvolles Instandsetzungskonzept für den Gebäudesockel setzt eine Bauzustandsanalyse voraus, beurteilt die Schadenssituation, legt geeignete Verfahren und Werkstoffe fest und umfasst nicht zuletzt die Planung der Ausführungsdetails. Die Qualität der Instandsetzungsmaßnahmen wird gesichert, wenn die Arbeiten koordiniert und überwacht werden.
Die Wissenschaftlich-Technische Arbeitsgemeinschaft für Bauwerkserhaltung und Denkmalpflege (WTA) hat vor kurzem den Merkblatt-Entwurf 4.9 „instand setzen von Gebäude- und Bauteilsockeln“ vorgelegt. Danach beginnt der Gebäudesockel abdichtungstechnisch 30 Zentimeter über der Geländeoberfläche und endet bei einer Einbindetiefe in das Gelände von 20 Zentimetern. Die Sockelabdichtung schließt dort an die erdberührte Bauwerksabdichtung an. Wird dieses Prinzip nicht eingehalten, kommt es häufig zu typischen Schäden. Deren Ursachen sind in der Regel auf eine mangelhafte oder gar nicht vorhandene Planung zurückzuführen, so dass auch die unterschiedlichen Gewerke vor Ort nicht sachgerecht koordiniert werden können.
Objektbezogene Lösung ist mit Details zu planen
Bei Instandsetzungsmaßnahmen an Gebäudesockeln kann in vielen Fällen nicht auf ein regelgerechtes System zurückgegriffen werden. Der Planer ist gefordert, eine objektbezogene Lösung mit entsprechenden Detailplanungen zu finden, durch die der Gebäudesockel seine Funktion wieder langfristig erfüllen kann. Die Art der Ausführung und die Baustoffe sind bei der Planung festzulegen. So müssen zum Beispiel Baustoffe ausgeschrieben werden, die gegen die Wasserbelastung im Sockelbereich beständig sind. Grundlage für eine solche objektbezogene Planung sind die Ergebnisse einer Bestandsanalyse und die gültigen Regelwerke, aber nur insoweit, wie diese auf das vorliegende Gebäude anwendbar sind. Fehlt eine solche Planung, werden in der Praxis oft improvisierte schadensträchtige „Baustellenlösungen“ ausgeführt. Menge und Art der Feuchtigkeit sowie Salze bestimmen Die meisten Schäden an Gebäudesockeln sind auf das Zusammenwirken von Feuchtigkeit und Salzen zurückzuführen. Je nach Wasserbeanspruchung und Saugfähigkeit des Mauerwerks tritt im erdberührten Bereich Feuchtigkeit ein, die sich durch Kapillarität im Mauerwerk ausbreitet. Die Wand durchfeuchtet zunächst in ihrem Querschnitt, bis die Feuchtigkeit in die nicht erdberührten Wandbereiche gelangt. Dort verdunstet sie und wird an die Raum- und Außenluft abgegeben. Mit der Zeit stellt sich so allmählich ein Gleichgewicht zwischen Wasseraufnahme durch Sickerwasser und -abgabe durch Verdunstung
und Diffusion ein. Das bedeutet auch: Je mehr Wasser eintritt, desto größer muss die Verdunstungsfläche sein. Die Durchfeuchtungshöhe macht diesen Prozess sichtbar. Allerdings verschiebt sich dieses ungestörte Gleichgewicht mit der Zeit durch die zusätzliche hygroskopische Wasseraufnahme freigesetzter Salze und eventuell durch Kondensation. Da die Gesamtwasseraufnahme größer wird, nehmen die Verdunstungsflächen ebenfalls zu. Die Durchfeuchtungshöhe steigt. Für die Instandsetzung ist daher von außerordentlicher Wichtigkeit, diesen Ist- Zustand möglichst genau zu kennen. Das Instandsetzungskonzept muss den Anteil kapillar aufsteigender Feuchtigkeit im Verhältnis zur Gesamtfeuchte und die wasserlöslichen Salze, wie Sulfate, Chloride und Nitrate, nach Art, Anteil und Verteilung berücksichtigen. Daher sind diese Werte im Rahmen der Bauzustandsanalyse zu ermitteln. Darüber hinaus muss die Wasserführung auf dem Gelände in die Instandsetzungsplanung einfließen.
Instandsetzungsverfahren und -systeme objektbezogen auswählen
Je nach Bauzustand und Instandsetzungszielen ist zu entscheiden, welche Verfahren hierfür zweckmäßig sind und eingesetzt werden sollen. Grundsätzlich kommen infrage:
- Horizontalsperren,
- Vertikalabdichtungen,
- Sanierputz-Systeme,
- Sockelanschlüsse,
- Wärmedämm-Verbundsysteme und Perimeterdämmungen,
- Fassadenbeschichtungen und hydrophobierende Imprägnierungen.
Autor: Franz-Josef Hölzen
Dieser Beitrag ist Teil eines Artikel aus B+B Bauen im Bestand, Ausgabe 4 - 2014

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