Am 1. und 2. Oktober 2026 trifft sich die Holzbaubranche im Nieper-Bau der HTWK Leipzig zur EASTWOOD. Der zweitägige Fachkongress mit begleitender Fachausstellung bringt Fachleute aus Planung, Ausführung, Industrie, Forschung und Lehre zusammen. Im Zentrum stehen wie immer neue Perspektiven für den digitalen Holzbau – dieses Mal aber mit einem deutlich internationaleren Programm.
EASTWOOD bringt Menschen und Lösungen zusammen, damit digitaler Holzbau in der Praxis besser funktioniert. Häufig sind es nicht Material oder Systeme, sondern die Übergänge zwischen Entwurf, Statik, Arbeitsvorbereitung, Vorfertigung und Montage, an denen Projekte ins Stocken geraten. Genau dort setzt die Veranstaltung an: Sie zeigt funktionierende Ansätze, macht digitale Werkzeuge greifbar und richtet 2026 als Fokusthema den Blick auf klare Prozesse und saubere Schnittstellen – dort, wo Holzbauprojekte praktisch entschieden werden.
Als Innovationsnetzwerk verbindet EASTWOOD generalistisches Holzbauwissen mit einem einzügigen, kuratierten Vortragsprogramm. Architektinnen und Architekten, Ingenieurinnen und Ingenieure, Holzbauunternehmen, Hersteller, Wohnungswirtschaft, Investoren sowie Forschende und Studierende diskutieren gemeinsam, wie sich digitale Planung, industrielle Fertigung und suffiziente Konstruktionen zusammenführen lassen. Parallel zur zweitägigen Präsenzveranstaltung besteht auch die Möglichkeit, online teilzunehmen.
So international wie nie
„Das Programm 2026 ist so international wie nie. Damit richten wir bewusst den Blick auch nach außen, ohne den starken Praxisbezug der EASTWOOD einzuschränken“, sagt Prof. Dr. Alexander Stahr, Initiator der EASTWOOD. Moritz Groba (Oslotre, Oslo) zeigt anhand des Projekts HasleTre, wie computergestützte Planung, dreidimensionale Zusammenarbeit und präzise Vorfertigung mit traditionellen Holz-zu-Holz-Verbindungen kombiniert werden können – für anpassungsfähige, rückbaubare Holzgebäude. Simon Ruppert (Bollinger+Grohmann, Frankfurt am Main) nimmt die Tragwerksplanung in den Fokus und erklärt, wie klare Konstruktionen und mutige Entwürfe zusammengehen können, ohne Ressourcen zu überziehen.
Prof. Fabian Scheurer (Hochschule München, Design-to-Production, Zürich) stellt mit HolzvisionMax und DOKwood digitale Kollaborations- und Plattformansätze entlang der Holzkette vor. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie verteilte Teams und heterogene Daten in integrierte Prozesse überführt werden können. Tobias Wiesenkämper (Ripkens Wiesenkämper Ingenieure) beleuchtet „Das Richtige weglassen“ als konstruktiven Hebel für Suffizienz und zeigt an ausgewählten Projekten, wie tragende Strukturen schlanker, robuster und ressourcenschonender werden.
David Riggenbach (Blumer-Lehmann, Gossau) rückt eine Industriehalle in Holzbauweise in den Fokus, die konsequent als Design-Build-Projekt umgesetzt wurde. Beim Leipziger Projekt „Leika – Genossenschaftliches Wohnen: barrierefrei. nachhaltig. solidarisch.“ von Libero Architekten und Holzbau LeiKa finden Holzskelettbau, genossenschaftliche Strukturen und langfristig flexible Grundrisse zusammen.
Die Perspektive der Industrie bringt Laura Mattila (Metsä Wood, Espoo) ein: Anhand von Kerto-LVL-Projekten illustriert sie, wie Materialeigenschaften industrielle Bauprozesse strukturieren und in skalierbare Bausysteme übersetzt werden können. Ergänzend greifen KI-getriebene Beiträge – etwa von Dlubal Software und Christoph Dijoux (FLEX.institut) – die Frage auf, wie Künstliche Intelligenz Entwurfs-, Bemessungs- und Abstimmungsprozesse im Holzbau verändert. Die Brücke zur Wohnungswirtschaft schlägt Dr. Friederike Münn (B&O Bau und Gebäudetechnik): Sie beschreibt, wie Holz und serielle Ansätze im Bestand eingesetzt werden können und welche Rahmenbedingungen nötig sind, damit innovative Konzepte in der Breite ankommen.
Netzwerkabend und Nachwuchs
EASTWOOD ist Tagung, Fachschau und Networking in einem. Die Fachausstellung im Nieper-Bau bietet Raum für den Austausch mit Systemanbietern, Softwarehäusern und weiteren Partnern des Holzbaus. In einer Sonderfläche werden zudem aktuelle Projekte des FLEX-Forschungsteams sowie kooperierender Forschungsstandorte gezeigt. Fester Bestandteil der Netzwerkveranstaltung sind 30 Freitickets an Studierende der Architektur-, Bauingenieur- und Wirtschaftsingenieur-Studiengänge der HTWK Leipzig, die mit Unterstützung der Partner der EASTWOOD finanziert werden.
Der Netzwerkabend EASTWOOD.night findet erstmals im HolzBauForschungsZentrum der HTWK Leipzig statt. Damit verlagert sich der persönliche Austausch mitten in die Forschungsinfrastruktur, die als Katalysator der sächsischen Holzbauinitiative wirkt. Die Veranstaltung ist als Fortbildung anerkannt; in den Vorjahren wurden bis zu zehn Fortbildungspunkte durch Architekten- und Ingenieurkammern vergeben.
EASTWOOD wird gemeinsam von der HTWK Leipzig – mit der Forschungsgruppe FLEX – und der Rudolf Müller Mediengruppe mit den Fachmedien bmh bauen mit Holz und Der Zimmermann getragen. Weitere Informationen, Programm und Tickets >>>
