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Um die Deckschicht jeder Ausbesserungsstelle farblich an die Umgebungsoberfläche anzupassen, legte Diplom-Restaurator Gereon Lindlar viele Musterflächen an. (Abb.: Remmers Baustofftechnik)

Betoninstandsetzung 2015-08-26T00:00:00Z Die perfekte Illusion

Während der Modernisierung des Kölner Riphahn-Ensembles, das Oper und Schauspielhaus beherbergt, wird auch die Sichtbetonfassade instand gesetzt. Das Ziel dabei: die Originalsubstanz des denkmalgeschützten Gebäudekomplexes zu erhalten und die ursprüngliche Idee des Architekten Wilhelm Riphahn wiederherzustellen. Deshalb wurde für die Instandsetzung ein Restaurator hinzugezogen.

Im Sommer 2012 begannen die Arbeiten für die Modernisierung des Kölner Opern- und Schauspielhauses. Das Projekt sollte ursprünglich Mitte 2015 planmäßig zu Ende gehen. 253 Millionen Euro waren insgesamt veranschlagt. Die Wiederherstellung der originalen Optik war eine wesentliche Prämisse der Betoninstandsetzung. Das Projekt wurde daher von Sanierungsbeginn an durch Diplom-Restaurator Gereon Lindlar begleitet, um eine fachrestauratorische Bauüberwachung sicherzustellen.

Bei Instandsetzung einheitliches Erscheinungsbild erreichen

Lunker, Abplatzungen und Ausbrüche des alten Betons aus den 1950er-Jahren wie auch einer Teilsanierung aus den 1980er-Jahren müssen mit heutigen Reparaturmörteln wiederhergestellt und zusammengefügt werden, um bei aller Unterschiedlichkeit von Optik und Konsistenz ein ganzheitlich wirkendes baustoffsichtiges Erscheinungsbild zu erreichen. Der Ortbeton aus den 1950er-Jahren weist verglichen mit heutigen Maßstäben ganz andere Betonqualitäten auf. Außerdem wurde er seinerzeit schlecht verdichtet. Die Betonoberflächen zeigten daher deutliche Bewitterungsschäden – nicht zuletzt an Stellen, an denen neben der geringen Betonqualität eine zu geringe Überdeckung der Bewehrung vorhanden war. Besonders in den Durchdringungspunkten der Stützen durch die Bodenplatten gab es bis zu

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Die Betonüberdeckung war nicht überall ausreichend, so dass ausgebessert werden musste. (Abb.: koelnarchitektur.de/Vera Lisakowski)

fußballgroße Fehlstellen, die vergossen und verpresst werden mussten. Trotz der mäßigen Betonqualität stand die Tragfähigkeit des Kölner Baukomplexes zu keiner Zeit infrage. Die Untersuchungen des Restaurators zeigten, dass die Carbonatisierungstiefe des Fassadenbetons durchschnittlich nur bei 15 Millimetern lag, an den hoch belasteten Schrägstützen erstaunlicherweise sogar nur bei 5 bis 10 Millimetern. Der Bewehrungsstahl war also trotz der für unser heutiges Verständnis teilweise viel zu geringen Überdeckung in weiten Bereichen noch relativ gut erhalten.

Instandsetzungskonzept baut auf drei Mörtelarten auf

Das Instandsetzungskonzept baut auf drei Mörtelarten auf:

  • einer einkomponentigen mineralischen Haftschlämme im PCC-System, die auch als Korrosionsschutz verwendet werden kann ,
  • einem geprüften und für statisch relevante Bereiche zugelassenen Betonersatzmörtel als Grundiermörtel, der frisch in frisch in die Haftschlämme eingearbeitet wird, und
  • als Deckschicht ein einkomponentiger mineralischer Langzeit-Korrosionsschutz. Dieser Mörtel wurde ursprünglich als Kunstfelsenmörtel konzipiert. Er bietet daher die Möglichkeit, ihn in Textur  und Farbigkeit auf den Originalbestand anzupassen. Er kann anmodelliert werden, so dass die Übergänge zum Altbeton kaum mehr sichtbar sind. Für das Kölner Instandsetzungsprojekt wurde der Mörtel in mehreren, abgestimmten Farbtönen geliefert, die bei Bedarf vor Ort noch untereinander gemischt werden konnten. Das hat sich für die Anforderungen als dringend nötig erwiesen.

Autor: Jens Engel

Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND, Ausgabe 5-2014

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zuletzt editiert am 09. April 2021
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