Die Datenbank „Ökobaudat“ wurde erweitert: Sie bietet Architekten und Planern nun weitere Bauprodukt-Datensätze für den Hochbau. Mit den Daten können Gebäude ökologisch bilanziert werden.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hat die Datenbank „Ökobaudat“ um zahlreiche Daten zu Holzprodukten, Schicht- und Dichtstoffen, Photovoltaik, Dreifach-Verglasungen sowie Pfosten-Riegel-Konstruktionen erweitert. Die Datenblätter beschreiben auf Basis von Indikatoren die möglichen umwelt- und klimarelevanten Wirkungen der einzelnen Baustoffe und Bauprodukte. Jedes Datenblatt enthält auch Informationen zur Bezugseinheit, Gültigkeitsdauer und Qualität der Daten. Sie enthält sowohl generische Datensätze als auch firmen- oder verbandsspezifische Datensätze aus Umweltproduktdeklarationen. Insgesamt umfasst sie mehr als 700 Bauprodukte.
Die Daten können nach Suchfunktionen gefiltert und direkt in alle gängigen Gebäude-Ökobilanzierungstools eingelesen werden. Die auf Open-Source-Software beruhende „Ökobaudat“ ist nach eigenen Angaben die weltweit erste Umweltdatenbank, welche die Kriterien der europäischen Norm für Umweltproduktdeklarationen (DIN EN 15804) vollumfassend abbildet. Die Möglichkeit des Datenimports und -exports über Online-Schnittstellen sowie die Konformität mit europäischen Standards eröffnen den Weg für eine einheitliche europäische Aufbereitung von Ökobilanzdaten. Mit der Aufnahme der Ökobilanzdaten der Bau-EPD Gmbh wurde erstmals eine Kooperation mit einem europäischen Programmbetreiber etabliert. Ziel ist es, die ökologischen Kennwerte von Gebäuden europaweit vergleichbar und damit transparenter zu machen. Das BBSR hat dafür eine Expertenarbeitsgruppe ins Leben gerufen.
Welche Umweltwirkungen Baustoffe und Bauprodukte haben, ist auch für die Nachhaltigkeitsbewertung von Gebäuden wichtig. Die Umweltindikatoren der Datenbank fließen deshalb über das Ökobilanzierungstool „eLCA“ in das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) des Bundes ein. Mit den Werkzeugen entsteht eine umfassende „Infrastruktur“ für die Ökobilanzierung. Die Datenbank wird durch die Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesbauministeriums gefördert. Die Forschungsinitiative hat das Ziel, bautechnische und baukulturelle Neuerungen in der angewandten Bauforschung zu unterstützen und die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu erhöhen.
Projektpartner des BBSR sind das Thünen Institut, das Institut für Bauen und Umwelt e. V, das ift Rosenheim und die thinkstep AG.
