KW-Berlin
Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten stellt das KW Berlin ein Kleinod in Berlin-Mitte dar. (Abb.: Desoi)

Bauwerkserhaltung 2014-03-07T00:00:00Z Die Kunst in standsicheren Räumen

Beim KW Berlin, in dem der Verein Kunst-Werke Berlin beheimatet ist, waren bei Unterfangungsarbeiten an der Gebäudewand zum Nachbarhaus an den tragenden Gebäudeteilen erhebliche Rissschäden aufgetreten. Das Sanierungskonzept sah vor, die Tragfähigkeit der rissgeschädigten, druckbeanspruchten Bauteile durch kraftschlüssiges Verpressen der Risse und die gerissenen Teilflächen durch Vernadelung mit begleitender Mauerwerksergänzung wieder herzustellen. Die Trennrisse im Bereich der Querwände wurden mit Betonstahlankern saniert.

KW-Berlin
Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten stellt das KW Berlin ein Kleinod in Berlin-Mitte dar. (Abb.: Desoi)

Von den Rissschäden war besonders der Seitenflügel betroffen. Um dessen Standsicherheit sicherzustellen, wurden zeitweise Sicherungsmaßnahmen durch gegurtete Rundstahlanker unterhalb der Kellergeschossdecke vorgesehen. Darüber hinaus wurden folgende Mängel festgestellt:

❚ Trennrisse zwischen der Gebäudeabschlusswand und den Querwänden des Seitenflügels,

❚ Trennrisse in Mauerwerkswandflächen,

❚ Risse in den Kappendecken und den Kappen-Treppenläufen,

❚ Risse in den Fenster-Gewölbestürzen der Außenwände,

❚ Risse in den Kellerbögen unter den Querwänden der Seitenflügel.

Dauerhafte und nutzungsgerechte Standsicherheit herstellen

Ziel des Instandsetzungskonzepts war es, eine eigenständige dauerhafte und nutzungsgerechte Standsicherheit herzustellen. Dafür verantwortlich zeichneten das Ingenieurbüro H.-P. Dreissig & K. Sowietzki sowie Architekt Dieter Bertel BDA, beide aus Berlin.

Die Tragfähigkeit der rissgeschädigten, druckbeanspruchten Bauteile, wie Kappendecken, Gewölbestürze und Bögen, sollte durch kraftschlüssiges Verpressen der Risse gewährleistet werden. Die gerissenen Teilflächen sollten vernadelt und dabei bei Bedarf zugleich das Mauerwerk ergänzt werden. Die Trennrisse im Bereich der Querwände, dazu gehören die Brandwand zum Nachbarhaus und die hofseitige Außenwand, sollten mit Betonstahlankern instand gesetzt werden.

Risse im Mauerwerk verankern und verpressen

Die Risse in den Kappendecken wurden kraftschlüssig verpresst. Bei Rissbreiten, die ein Verkeilen zuließen, wurden sie beidseitig angekeilt. Bei vertikal verschobenen Rissufern mussten die Risse zunächst durch Ankeilen oder Anheben der Kappendeckenteile ausgerichtet werden. Der mineralisch gebundene Verpressmörtel wurde auf die baustofftechnologischen Kennwerte des Bestandsmauerwerks abgestimmt.

Da die Treppenläufe als aufsteigende Kappengewölbe ausgeführt waren, wurden deren Risse analog zu den Instandsetzungen der Kappendecken verpresst.

Um nach der Instandsetzung eine erneute Rissöffnung zu behindern, wurden horizontal nicht rostende Spiralanker eingesetzt. Mithilfe von Abstand und Nenndurchmesser der Spiralanker konnte eine gewisse Variabilität in der Bemessung erreicht werden, um künftig zu erwartende Mauerwerksdehnungen gezielt zu berücksichtigen. So wiesen die Spiralanker die Nenndurchmesser 6, 8 und 10 Millimeter auf.

In den Mauerwerkswänden, erfolgte der Einbau von Spiralanker in den Lagerfugen, wobei diese mit mindestens 500 Millimetern Einbindetiefe im Abstand von 25 Zentimetern beidseitig eingebaut wurden. Für die Rissverpressungen und Neuverfugungen kamen mineralisch gebundene, werksgemischte Trockenmörtel mit hohen Haftfestigkeiten und geringer Schwindneigung zum Einsatz. Um die Zugfestigkeit der Wand wieder herzustellen, mussten außerdem alte Wanddurchbrüche oder gleichwertige Fehlstellen geschlossen werden.

Dieser Beitrag ist Teil eines Artikels aus B+B BAUEN IM BESTAND , Ausgabe 5. 2013

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zuletzt editiert am 09. April 2021
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