In einer aktuellen Studie der Heinze Marktforschung wurden 12.783 Haushalte bundesweit über ihre durchgeführten Modernisierungsmaßnahmen im Jahr 2011 befragt. Insgesamt gaben die Bauherren 112,4 Milliarden Euro aus. Untersucht wurden 15 Modernisierungsbereiche, zu denen Einzelstudien vorliegen.
Insgesamt 1,7 Millionen Modernisierungsmaßnahmen, die zu Wohnraum führen, führten die Haushalte in dem Bereich An- und Umbauten in 2011 aus. Am motiviertesten sind die Eigentümer von Eigenheimen. Sie gaben fast 7,7 Mrd. Euro aus, gefolgt von den Vermietern von Mehrfamilienhäusern und Eigenheimen, die für jeweils 19 % des Modernisierungsvolumens verantwortlich sind. Die Mehrheit von etwas über zwei Drittel der Bewohner schuf dabei zusätzlichen Wohnraum, der unter 30 m 2 lag. 70 % der Arbeiten wurden von Handwerkern durchgeführt.
Das geneigte Dach ist des Modernisierers Liebling

Eine Steildachfläche, die etwa 9.130 Fußballfeldern entspricht, haben Modernisierer von Eigenheimen und Mehrfamilienhäusern ersetzt oder saniert. Beim Flachdach waren es umgerechnet 1.700 Fußballfelder. Neben dem Austausch oder der Sanierung des eigenen Dachs investierten die privaten Modernisierer vor allem auch in Dachwohnraumfenster, den Schornstein und die Dachentwässerung. Bei 86.000 Maßnahmen investierten die Modernisierer in Solarkollektoren, etwas öfter (knapp 90.000mal) in Photovoltaik. Für ihre gesamten Modernisierungsaktivitäten rund ums Dach gaben die Modernisierer 13,5 Mrd. Euro aus. Die Investitionssumme pro Modernisierungsmaßnahme liegt im Durchschnitt bei etwa 9.000 Euro.
Energiekosten fördern Heizungsmodernisierung

Die hohen Energiekosten und die staatlichen Förderprogramme tun der Heizungsbranche gut. Denn immerhin investierten die Haushalte 2011 knapp 12 Mrd. Euro, um durch eine moderne Heizungsanlage weniger Energie zu verbrauchen. Am eifrigsten waren dabei die Bewohner von Ein- und Zweifamilienhäusern, auf die knapp die Hälfte aller Modernisierungsausgaben entfallen. Betrachtet man den Wohnungsbau insgesamt, liegen die Installationen mit 1,6 Mio. Modernisierungsmaßnahmen an der Spitze. Hierzu gehören der Austausch bzw. Einbau von Thermen, Brennern, Heizkesseln, Warmwasserspeichern, Wärmepumpen und Heizungsrohren. Am häufigsten wurden dabei Heizkessel und Brenner modernisiert. Die durchschnittliche Modernisierungssumme der Bewohner lag bei 4.600 Euro.
Der neue Außenanstrich dominiert die Fassade

Die Fassade ist die Visitenkarte des Hauses. Nach diesem Motto investieren die Modernisierer in Deutschland vor allem in den Außenanstrich. Diese Maßnahmen machen einen Anteil von 60 % der insgesamt 1,9 Mio. Fassadenmodernisierungen aus. Nach dem Außenanstrich investieren die Modernisierer vor allem in die Wärmedämmung, den neuen Außenputz und die Außenwandverkleidung. Die Wärmedämmmaßnahmen machen insgesamt etwas mehr als ein Drittel aus. Aktivste Fassadenerneuerer sind die Vermieter von Mehrfamilienhäusern. Die Investitionssummen pro Haushalt liegen im Durchschnitt bei 3.700 Euro. Arbeiten an der Fassade vertrauen die Modernisierer überwiegend den Handwerkern an. Knapp 87 % der Ausgaben werden über Handwerkerrechnungen bezahlt.
Kunststoff bei Fenstermodernisierung auf Platz 1

Wenn es um den Austausch von Fenstern im Rahmen einer Modernisierung geht, setzen die Haushalte vor allem auf das Rahmenmaterial Kunststoff. Drei von vier Haushalten entscheiden sich bei der Fenstermodernisierung für das Rahmenmaterial Kunststoff. Holzfenster folgen mit einem Anteil von 12 % auf Platz 2. Alufenster haben lediglich einen Anteil von unter 2 %. Neben dem Austausch investieren die Modernisierer auch in die Erhaltung der bestehenden Fenster. Dazu gehören der Fensteranstrich, die neue Verglasung und das Anbringen neuer Griffe. Die bedeutendste Zielgruppe im Bereich der Fenstermodernisierung sind die Vermieter von Mehrfamilienhäusern, die mit ca. 3,5 Mrd. Euro fast 35 % des Modernisierungsvolumens auf sich konzentrieren. Die Investitionssummen pro Haushalt liegen im Durchschnitt bei ca. 3.700 Euro.
Wärmedämmung in der Modernisierung: Styropor vor Glaswolle

Wenn im Wohnbau im Rahmen von Modernisierungsmaßnahmen gedämmt wird, kommt bei fast jeder dritten der 1,05 Mio. Maßnahmen Styropor zum Einsatz. Untersucht wurden die Maßnahmen an Flachdach, geneigtes Dach, Innenwand, Fußboden und Decke. Die Dämmung der Außenwand war nicht Gegenstand der Befragung. Diese Aktivitäten wurde dem Produktbereich Fassade zugerechnet. Das wichtigste Bauteil, das bei Wohngebäuden gedämmt wird, ist das geneigte Dach. Die Investitionssummen pro Modernisierungsmaßnahme liegen im Durchschnitt bei knapp 2.600 Euro. Von den Wärmedämmmaßnahmen profitieren die Handwerker. Drei Viertel des Marktvolumens wird über sie realisiert, wobei die Lohnkosten mit etwa 660 Mio. Euro etwas höher liegen als die Materialkosten.
Bei der Modernisierung von Wand und Decke dominiert der Gipskarton

Bei Trockenbaumaßnahmen wird vor allem die Gipskartonplatte eingesetzt. Lediglich bei Modernisierungsmaßnahmen des Bodens hat die Spanplatte die Nase vorn. Gipsfaserplatten spielen bei Innenwand-, Decken- und Fußbodenrenovierung eine eher untergeordnete Rolle. Insgesamt wurden 2011 1 Mio. Modernisierungsmaßnahmen im Bereich Trockenbau durchgeführt. Davon entfielen knapp 700.000 auf Ein- und Zweifamilienhäuser. Betrachtet man die modernisierte Fläche, dann ergeben sich für den Wohnbau 51 Mio. m². 85 % davon dominiert die Gipskartonplatte. Die verarbeitete Fläche entspricht einem Marktvolumen von 825 Mio. Euro.
Die Gesamtstudie und die Einzelstudien können bei der Heinze Marktforschung bezogen werden. Ansprechpartner ist Dr. Christian Kaiser.