Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will mit einer neuen, interaktiven Deutschlandkarte, nachhaltige Baulösungen sichtbarer machen. Auf der Karte sind kommunale Leuchtturmprojekte verzeichnet, bei denen auf den Erhalt von Bestandsgebäuden durch nachhaltiges Sanieren gesetzt wurde.
Mit der interaktiven Karte will die DUH aber nicht allein Good-Practice-Beispiele für nachhaltiges Bauen und Sanieren aufzeigen, sondern auch ihrer Forderung Nachdruck verleihen, dass die Bestandssanierung gegenüber Abriss und Neubau priorisiert werden müsse.
„Deutschland muss weg vom Neubau-Wahn und hin zum Bauen im Bestand, wobei der gesamte Lebenszyklus von Gebäuden – von der Planung bis zum Rückbau – betrachtet werden muss. Sanierung statt Abriss und Neubau sowie der verstärkte Einsatz ökologischer, wiederverwendeter und recycelter Bauprodukte sind zentrale Bausteine, um den Energie- und Ressourcenbedarf des Sektors zu reduzieren“, betont Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. Infolge eines über Jahrzehnte aufgebauten Investitionsstaus seien viele Gebäude, darunter öffentliche Schulen und Kitas schlecht gedämmt und hätten einen viel zu hohen Energieverbrauch. „Aktuell ist ein Drittel der etwa 23.000 kommunalen Verwaltungsgebäude, wie zum Beispiel Rathäuser oder Bürgerämter, sanierungsbedürftig. Allein für öffentliche Gebäude liegt der Investitionsbedarf bei 18,8 Milliarden Euro. Das 100-Milliarden-Sondervermögen für die Kommunen ist ein Türöffner für dringend benötigtes Geld in diesem Bereich, aufgrund der zahlreichen kommunalen Aufgaben aber ungenügend.“
DUH fordert geeignete Rahmenbedingungen für Sanierungsoffensive
Bundesbauministerin Verena Hubertz müsse geeignete Rahmenbedingungen für eine umfassende Sanierungsoffensive öffentlicher Gebäude schaffen. Der wichtigste Anknüpfungspunkt sei die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie bis Mai 2026, diese werde den richtigen Anstoß für die Kommunen durch Mindesteffizienzstandards setzen. „Nur eine Kombination aus ausreichend Investitionen und einem klaren Orientierungsrahmen ermöglicht den Kommunen, nachhaltige Bauprojekte schnell und effektiv umzusetzen, von denen die gesamte Gesellschaft profitiert.“
Mehr als die Hälfte der öffentlichen Bauinvestitionen wird auf kommunaler Ebene getätigt. Gleichzeitig mangelte es nach Ansicht der DUH bisher an der Sichtbarkeit erfolgreicher kommunaler Praxisbeispiele für nachhaltiges Bauen und Sanieren. Mit dem Projekt „BauKlima-Kommunal“ hat die DUH bundesweit inspirierende Good-Practice-Beispiele identifiziert und auf einer interaktiven Deutschlandkarte aufbereitet. Die Übersicht soll als Impuls dienen und viele weitere Gemeinden dazu anregen, nachhaltige Lösungen umzusetzen. Weitere Informationen zur Nachhaltigkeit beim Bauen >>> . Weitere Informationen zur Kreislaufwirtschaft beim Bauen >>>
